Zwiesel

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Zwiesel
Das Wappen von Zwiesel


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 580-750 m
Fläche: 41,14 km²
Einwohner: 9.713 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94227
Vorwahl: 09922
Kfz-Kennzeichen: REG
Website: www.zwiesel.de
Erster Bürgermeister: Franz Xaver Steininger (parteifrei)

Zwiesel ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Regen und staatlich anerkannter Luftkurort. „Fein Glas, gut Holz sind Zwiesels Stolz“ lautet der Wahlspruch der Stadt. Ihren Ruf als "Glasstadt" verdankt die Stadt der ansässigen Glasindustrie mit der Zwiesel Kristallglas AG, der traditionsreichen Kristallglasmanufaktur Theresienthal sowie weiteren Glasherstellungs- und Glasveredlungsbetrieben und vor allem auch der Glasfachschule.

Blick auf Zwiesel von der Einsiedelei aus
Zwiesel aus der Luft.

Lage

Zwiesel liegt im Bayerischen Wald in einem weitläufigen Talkessel am Zusammenfluss des Großen und Kleinen Regen zum Schwarzen Regen am Rande des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Kreisstadt Regen, mit der Zwiesel ein gemeinsames Mittelzentrum in der Region Donau-Wald bildet, liegt etwa 10 km südwestlich von Zwiesel. Zum Grenzübergang nach Tschechien in Bayerisch Eisenstein sind es 15 km.

Ortsteile

Zur Stadt Zwiesel gehören auch das Kirchdorf Rabenstein sowie die Stadtteile Lichtenthal und Theresienthal, die Dörfer Bärnzell, Griesbach, Innenried, Klautzenbach, Zwieselberg und der Weiler Glasberg.

Im eigentlichen Zwiesel haben der Anger und die Hafnerstadt den Charakter von Stadtvierteln.

Geschichte

Anfänge

Zwiesel liegt an einem alten Handelsweg, dem Böhmweg, der von der Donau nach Böhmen führte und bereits im 6. Jahrhundert nachgewiesen ist. Der Name „Zwiesel“ leitet sich vom bajuwarischen Wortstamm zwisl ab, der die Form einer Gabelung bezeichnet. Die Gabelung der beiden Regenflüsse und das dazwischenliegende Land nannte man deshalb Zwiesel.

Das genaue Gründungsjahr des Ortes ist nicht bekannt. Lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung in einer Besitzaufstellung des Abtes Hermann von Kloster Niederaltaich: „Zwisl Dorf, das unbewohnt ist, und Wiese“ aus dem Jahr 1254 haben sich hier Goldwäscher aufgehalten und dabei Abraumhügel im heutigen Stadtpark und in der Umgebung hinterlassen. Bald entstand hier ein Rast- und Handelsplatz für die Säumerzüge, die auf dem „Baierweg“ (Böhmweg) und etwa seit 1010 auch auf dem „Guntherweg“, der von Niederaltaich über Rinchnach in den Wald führte und in Zwiesel mit dem „Baierweg“ zusammentraf, nach Böhmen führten.

Markt und Steuerfreiheit

1295 wurde erstmals der Ort als Mauthstelle erwähnt, die von Rinchnach–Klessing hierher verlegt wurde. Weil das Zollrecht in enger Verbindung mit dem Marktrecht stand, wurde Zwiesel im Jahre 1312 erstmals als „Markt“ bezeichnet. Um das Leben der Bewohner im unwirtlichen Nordwald zu erleichtern, gewährte ihnen Kaiser Ludwig der Bayer und das Kloster Niederaltaich 1342 „ewige“ Steuerfreiheit sowie kostenlose und unbegrenzte Waldnutzungsrechte. Die Steuerfreiheit wurde erst 1808 durch Montgelas aufgehoben, die Nutzungsrechte sind heute fast gänzlich gegen Geld abgelöst worden. Der Ort entwickelte sich so zu einem lebhaften und wohlhabenden Handelsplatz. Die Säumer brachten nicht nur Salz und andere Waren nach Böhmen, sondern von dort auch auch den böhmischen Hopfen, der in Zwiesel umgeschlagen und bis nach München geliefert wurde.

Nach der Bestätigung die Marktrechte 1471 und als 1521 Zwiesel „Kaiserlicher Markt“ wurde, verlieh Herzog Albrecht V. am 11. September 1560 dem Markt das heute noch gültige Wappen, das Hofmaler Hans Mielich entworfen hatte: In rotem, durch eine gestürzte eingebogene goldene Spitze, gespaltenem Feld ein stehender Geharnischter mit einem Eisenhut auf dem Kopf, an der Seite einen Dolch und Sporen an den Panzerschuhen, in der Rechten hält er ein gesenktes, mit goldenem Wehrgehänge umwundenes Schwert, mit der Linken einen gespaltenen Dreiecksschild, der vorne einen halben schwarzen Adler in Gold und hinten die bayerischen Wecken zeigt.

Redend im Wappen ist die Spitze, die gleichbedeutend mit Zwiesel ist. Es wird dabei auf den Zusammenfluss der beiden Regenflüsse angespielt. Der Reichsadler und die festgelegte Zahl von 21 Rauten weisen auf Kaiser Ludwig von Bayern hin, der 1342 Zwiesel an Hartwig von Degenberg gab. Der Ritter könnte Sinnbild um das politische Ringen um den Ort zur Zeit der Wappenverleihung sein.

Der Ort hatte im Laufe seiner wechselvollen Geschichte auch schwere Zeiten zu überstehen. 1432 wurde Zwiesel von den Hussiten belagert und im Böcklerkrieg 1468 völlig niedergebrannt. 1596 herrschte eine Hungersnot, die den Markt entvölkerte. Zweimal, in den Jahren 1633 und 1641 wurde der Markt von den Schweden niedergebrannt, und 1649 herrschte im Ort die Pest. 1655 wurde Zwiesel und seine Umgebung durch einen schweren Sturm zerstört. Durch die Errichtung des Forstamtes 1785 wurde das Holz zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. 1701 wurden 97 Häuser gezählt.

Zwiesel im 19. Jahrhundert

Die Glasfabrik der Zwiesel Kristallglas AG

Ein Überfall durch böhmische Landwehr 1809 wurde bei der Schlacht am Landwehrbergl am 19. Juni 1809 durch bayerische und Sachsen-Weimarsche Truppen und der Zwieseler Bürger-Landwehr abgewehrt. Dabei wurden 6 Mann getötet, 16 Mann mit dem böhmischen Hauptmann von Bellen gefangen genommen, die übrigen in die Flucht geschlagen.

Im Jahr 1818 nahm der Markt Zwiesel in Verbindung mit der Gemeindeformation die magistratische Verfassung an und war damit eine Munizipalgemeinde III. Klasse mit 120 Anwesen. Obwohl Zwiesel seit 1312 Markt war, wurden bis um das Jahr 1800 keinerlei Märkte abgehalten. Erst nach 1800 gab es dreimal im Jahr die Krämer-Märkte und die gewöhnlichen Märkte im Juli und September. 1808 wurde die erste Postexpedition errichtet.

Im 19. Jahrhundert hatte der Markt eine Reihe von Bränden zu verkraften. Beim Marktbrand von 1818 sind 12 Häuser und die Kirche niedergebrannt. Der Marktbrand von 1825 zerstörte den oberen Marktbereich von Zwiesel. Alexander Freiherr von Reitzenstein war zu dieser Zeit Kontrolleur beim Zwieseler Zollamt. Er führte damals Tagebuch und hielt so das Unglück für die Nachwelt fest.

Beim Marktbrand von 1832 brannte der untere Marktplatz mit dem Rathaus, beim Marktbrand von 1849 der Anger. Beim Marktbrand von 1870 und dem Marktbrand von 1876 brannte abermals der obere Markt mit der Kirche. Die Pferdeschlitten-Rennen sind in Zwiesel vom 19. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre ausgetragen worden. Bei den Veranstaltungen waren Teilnehmer aus ganz Bayern vertreten.

1834 wurde die Krystallglasfabrik Theresienthal gegründet und 1872 die Glashütte Annathal, die späteren SCHOTT-Werke, die nun als Zwiesel Kristallglas AG firmiert. 1830 wurde der Marktplatz erstmals gepflastert und 1854 bekam Zwiesel die erste Straßenbeleuchtung. 1862 wurde in Lichtenthal am Kleinen Regen eine weitere Glashütte gegründet, die jedoch heute nicht mehr existiert. 1869 erhielt der Ort den ersten Telegraphen und ein Meilenstein in der Geschichte war die Eröffnung der Bahnlinie von Plattling im Jahr 1877. 1884 wurde die erste Wasserleitung gebaut, und im selben Jahr feierte man in Zwiesel das erste Volksfest. 1887 gab es in Zwiesel die erste Zeitung und 1890 verkehrte der erste Zug auf der Bahnstrecke Zwiesel-Grafenau.

1896 konnte in Zwiesel die Fertigstellung der neuen katholischen Stadtpfarrkirche gefeiert werden, ein dreischiffiger, neugotischer Backsteinbau nach den Plänen des Münchener Architekten Johann Baptist Schott. Das Gotteshaus wurde wegen seiner Ausmaße bald als „Dom des Bayerischen Waldes“ bezeichnet und dessen 86 Meter hoher Turm zur prägenden Dominante des Stadtbildes. Ein Jahr zuvor, 1895 konnte die evangelische Pfarrkirche, ebenfalls im neugotischen Stil, fertig gestellt werden.

Zwiesel bis zum Zweiten Weltkrieg

Durch die Errichtung der Glasfachschule 1904 entwickelte sich Zwiesel zum bedeutenden Schul- und Fachschulort. Im selben Jahr erhob Prinzregent Luitpold von Bayern den Markt Zwiesel zur Stadt.

Typische Berufe der damaligen Zeit waren auf den Notgeld-Münzen abgebildet. Foto: Steckbauer.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und dessen unglückliches Ende brachte eine Verschlechterung der Lebensumstände, die durch die rasante Geldentwertung zu immer neuen Tiefpunkten heruntergedrückt wurde. Die Stadt war gezwungen, ihr eigenes Notgeld zu prägen. Als Motive dienten hier die typischen Berufe der damaligen Zeit, wie der Holzhauer oder der Glasmacher. Bereits 1917 hatte die Stadt Zwiesel über eine halbe Million Münzen geprägt, aber nicht einmal die Hälfte der ausgegebenen Münzen wurde eingelöst, da untereinander größenteils mit Waren gehandelt wurde.

Trotzdem packte die Stadt zwischen 1926 und 1929 wichtige Vorhaben an und führte sie zur Vollendung. 1926 wurde mit dem Bau einer neuen, großzügig dimensionierten Wasserleitung begonnen, die 1928 vollendet werden konnte. Das bedeutendste Projekt dieser Zeit war aber die Errichtung des Krankenhauses unterm Zwieselberg in den Jahren 1928 bis 1929, welches das 35 Jahre alte Bezirkskrankenhaus an der Frauenauer Straße ersetzte. 1928 wurde schließlich die Bahnstrecke Zwiesel-Bodenmais eröffnet. 1929 richtete eine Unwetterkatastrophe große Schäden an.

Der Zweite Weltkrieg kostete 452 Zwieslern als Soldaten das Leben. Die Stadt war aber von kriegerischen Handlungen verschont geblieben – bis zum 20. April 1945, als 56 Flugzeuge der britische Royal Air Force einen Angriff auf die Bahnanlagen des Gleisdreiecks der Stadt flogen und in zwei Angriffswellen rund 200 Sprengbomben abwarfen. Die Schäden an den Gleisanlagen hielten sich jedoch in Grenzen, dafür wurden in der Langdorfer Straße und in der Schlachthofstraße zwei Häuser völlig zerstört und zehn Gebäude schwer beschädigt. 18 Menschen mussten bei diesem Bombenangriff ihr Leben lassen, darunter 10 Kinder. Bei einem weiteren Tieffliegerangriff wurde Rabenstein beschossen, dort gab es nochmals zwei Tote und mehrere Verletzte. Es ist einigen couragierten Männern – Bürgermeister Alfons Maria Daiminger, Egon Ritter von Poschinger und dem evangelischen Pfarrer Wiesinger – zu verdanken, dass die Stadt am 29. April 1945 den US-Truppen kampflos übergeben werden konnte. Sie hatte den Befehlshaber der noch verbliebenen deutschen Truppe von der Sinnlosigkeit einer Verteidigung der Stadt überzeugen können und darauf mit den Amerikanern verhandelt.

Die Nachkriegszeit

Im Januar 1946 gab es bereits die erste Kommunalwahl. Je 7 Stadträte von der CSU und der SPD sowie ein Stadtrat von der KPD bildeten den ersten Stadtrat nach dem Krieg.

Die ersten Nachkriegsjahre in der Stadt waren geprägt von einem hartnäckig geführten Kampf gegen die Wohnungsnot, denn Zwiesel musste eine große Zahl von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen eine neue Heimat bieten. Deren Anteil betrug im Jahr 1949 27,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ein unter vergleichbaren niederbayerischen Städten beispielloses Vorhaben war die Gründung der Baugenossenschaft im Jahre 1947. Die Bautätigkeit unter marktwirtschaftlich privater Regie milderte Zug um Zug den Mangel an Wohnraum deutlich. Zur guten Entwicklung der Stadt in den Folgejahren und der Steigerung der Wirtschaftskraft trugen auch die heimatvertriebenen Mitbürger bei, die sich gut eingliederten.

Bürgermeister Josef Dötsch, seit 7. November 1948 im Amt, gelang es, für die Stadt und ihr Umland die erste höhere Schule im gesamten Bayerischen Wald durchzudrücken. Am 21. Mai kam die endgültige Entscheidung für die Errichtung einer weiterführenden Schule, die am 2. September dieses Jahres ihren Lehrbetrieb mit 108 Schülerinnen und Schülern aufnahm, zunächst noch in den Räumen der Landwirtschaftsschule in der Fachschulstraße. Doch der Neubau zum heutigen Gymnasium Zwiesel, dessen Grundstein feierlich am 22. Mai 1952 gelegt wurde, war bereits im Entstehen. Oberstudienrat Paul Prähauser leistete als Gründungsdirektor ausgezeichnete Aufbauarbeit. Ein Höhepunkt der Stadtgeschichte war der Besuch von Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss in Zwiesel. Im Sommer 1954 hatte er im Sporthotel Brennes Urlaub gemacht und dabei natürlich auch die Stadt Zwiesel besucht. Nach der Besichtigung der Farbenglaswerke folgte der fröhliche Frühschoppen mit dem Bürgermeister in der ehemaligen Kürschner-Weinstube, bei dem sich der hohe Gast auch in das Goldene Buch der Stadt Zwiesel eintrug.

Bereits im Jahre 1905 wurde in Zwiesel das erste Heimatmuseum eröffnet, das vom damaligen Direktor der Glasfachschule, Sebastian Müller, eingerichtet worden war. Zur Sommersaison 1966 wurde dann das Waldmuseum Zwiesel eröffnet, an dessen Errichtung besonders Oberforstrat Konrad Klotz und der Geologe Dr. Georg Priehäußer beteiligt waren.

Der Markt hatte 1800 803 Einwohner und 140 Wohngebäude. 1810 konnte der 1.000. Einwohner gezählt werden. 2.072 Einwohner in 243 Wohngebäuden wurden 1867 gezählt, und im Jahr 1900 hatte der Markt Zwiesel 3.760 Einwohner in 330 Wohngebäuden. 1933 hatte die Stadt 5.540 Einwohner, und 1980 wurden 10.283 Einwohner in 1.970 Wohngebäuden gezählt.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde als erste Gemeinde Klautzenbach (ca. 500 Einwohner und 772 ha Gemeindefläche), zum 1. Oktober 1971 eingemeindet. Am 1. Januar 1978 kam das Kirchdorf Rabenstein (609 Einwohner, 1.350 ha Gemeindefläche) zur Stadt Zwiesel und am 1. Mai 1978 wurde mit der Gemeinde Bärnzell (652 Einwohner, 1.250 ha Gemeindefläche) die letzte Eingemeindung vollzogen. Insgesamt hat die Gebietsreform der Stadt einen Einwohnerzuwachs von 20 % gebracht, während sich das Stadtgebiet flächenmäßig um das zehnfache erweitert hat.

Unter Bürgermeister Georg Haberland, der 1971 die Nachfolger von Dr. Gottlieb Bernreiter antrat, wurde der Stadtplatz umgestaltet. Man ließ die Parkflächen in der Mitte des Platzes auf und erschloss dafür das Stadtzentrum rückseitig. Die Baumaßnahme konnte im Jahr 1974 abgeschlossen werden. 1975 stiftete Ehrenbürger Prof. Dr. Erich Schott den Schott-Brunnen am unteren Stadtplatz, der ein beliebter Rastplatz für jung und alt geworden ist, und nach wie vor bildet das Nepomuk-Denkmal, das bereits 1767 errichtet wurde, die Dominante im Erscheinungsbild des Zwieseler Stadtplatzes.

Am 29. Juli 1983 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau einer Umgehungsstraße, und am 9. Oktober 1986 wurde die neue Ortsumgehung für den Verkehr freigegeben. In einem Interview sagte damals Bügermeister Georg Haberland: „Ohne diese Maßnahme wären alle Bemühungen der Stadt um eine Verbesserung der Wirtschaftsstruktur oder der Lebensqualität vergeblich gewesen, da der unzumutbare, ja für einen Luftkurort geradezu tödliche Durchgangsverkehr auf Dauer alles zunichte gemacht hätte.“ Das zeigte sich bereits im Jahre 1989, als nach der Öffnung der tschechischen Grenze der Verkehr stark zunahm und ungehindert rollen konnte.

1989 wurde der parteilose Bürgermeister Georg Haberland von Alois Feitz (SPD) abgelöst. Während seiner Amtszeit wurde der Anger neugestaltet und der Stadtplatz in eine Fußgängerzone umgewandelt. Letzteres musste aber aufgrund eines Bürgerentscheides zurückgenommen werden. 1999 wurde Robert Zettner (CSU) zum neuen Bürgermeister gewählt.

Das 21. Jahrhundert

Das herausragende Ereignis für die Stadt in den letzten Jahren war die Bayerische Landesausstellung im Jahr 2007: „Bayern und Böhmen: 1.500 Jahre Nachbarschaft“. Es war das erste Mal, dass das Haus der Bayerischen Geschichte seine jährlich an wechselnden Orten stattfindene Ausstellung an eine Kleinstadt, die Zwiesel nun einmal ist, vergeben hat. Am 11. August 2011 wurde am Münchner Flughafen eine Embraer 195 der Lufthansa auf den Namen "Zwiesel" getauft. (siehe Embraer 195 Zwiesel)

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Franz Xaver Steininger (parteifrei). Sein Vorgänger Robert Zettner (CSU) war seit dem 1. November 1999 im Amt. Wegen einer schweren Krankheit dienstunfähig, legte er zum 31. Dezember 2010 sein Amt nieder. Am 30. Januar 2011 erhielt bei den neu angesetzten Bürgermeisterwahlen keiner der fünf Kandidaten die absolute Mehrheit. Am 13. Februar 2011 wurde Franz Xaver Steininger in der Stichwahl mit 60,57 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt und am 11. Dezember 2016 wiederum in einer Stichwahl mit 55,4 % im Amt bestätigt.

Frühere Kammerer und Bürgermeister von Zwiesel

Stadtrat

Der Stadtrat hat 24 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 7 Sitze (2008: 8)
  • Freie Wähler (FW): 5 Sitze (2008: 4)
  • SPD: 5 Sitze (2008: 6)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 3 Sitze (2008: 2)
  • Parteifreie Wählergemeinschaft (PWG): 4 Sitze (2008: 4)

Der parteifreie 1. Bürgermeister Franz Xaver Steininger gehört keiner der im Stadtrat vertretenen Fraktionen an.

Ehrenbürger

  • Andre Gruber †, Kaufmann und Bürgermeister, 1897
  • Johann Krieger †, Lehrer, 1897
  • Johann Georg Fürst †, Pfarrer, 1901
  • Ignaz Schmid †, Kaufmann, 1911
  • Dr. Franz Höss †, Kolonnenarzt, 1911
  • Adam Janka sen. †, Bürgermeister, 1918
  • Hans-Sebastian Schmid †, Fachschuldirektor, 1919
  • Anton Schadenfroh †, Stadtpfarrer, 1921
  • Josef Andreas Röck †, Bürgermeister, 1925
  • Josef Seidlmeier †, Stadtpfarrer, 1947
  • Dr. Erich Schott †, Fabrikdirektor, 1966
  • Paul Friedl †, Schriftsteller, 1972
  • Dr.h.c. Georg Priehäußer †, Geologe, Lehrer, 1972
  • Konrad Klotz †, Forstdirektor, 1975
  • Prälat Franz Xaver Neun †, Stadtpfarrer, 1981
  • Dr. Max Weiß †, Landesbankdirektor, 1985
  • Adalbert Pongratz †, Redakteur, 2010

Personen

  • Klaus Büchler bekam 2009 den Kulturpreis vom Kulturkreis Freyung-Grafenau e.V.
  • Der Liedermacher, Autor, Komponist und Maler Helmut Geiss, in der Musikszene als „Geiss Haejm“ bekannt, ist in Zwiesel geboren.
  • Die in Zwiesel geborene Betty Heldrich gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderen zur Elite der deutschen Maler. Dennoch sind ihre künstlerischen Leistungen in der Region nur einigen wenigen bekannt und bisher in ihrem Geburtsort Zwiesel auch noch nicht gewürdigt worden.
  • Der Bildhauer Wolf Hirtreiter wurde in Zwiesel geboren.
  • Corinna Paukner ist Spielerin der Damenmannschaft des FC Bayern München.
  • Lutz Pfannenstiel ist ein Welttorhüter, der in Zwiesel geboren und aufgewachsen ist.
  • Heinrich Probst war ein in den USA tätiger Jesuitenpater.
  • Hans Proft, langjähriger, ehrenamtlicher Organisator von Kulturveranstaltungen.
  • Ein bekannter Unterhalter bei den so genannten Sepperlfeiern war Josef Schmid, den jeder unter dem Namen „Zithern-Sepp“ kannte.
  • Der in Zwiesel geborene Fritz Stoiber war einer der bekanntesten Volksmusikanten der Region.
  • Alois Vogl ist achtfacher deutscher Meister und Weltcupsieger beim Slalomfahren und seit Januar 2009 bei der Zwieseler Bundespolizei stationiert.
  • Fritz Wegmann setzte sich sein ganzes leben für den Sport in Niederbayern ein.
  • Geburtsort von Politiker Michael Adam.
  • Die Schauspielerin, Sängerin, Showmasterin, Fotomodell und Entertainerin Gloria Gray ist in Zwiesel geboren.

Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Die evangelische Kreuzkirche

Baudenkmäler

  • Der Nirschl-Einfirsthof ist ein seit 2006 unter Denkmalschutz stehender Bauernhof. Der Bauernhof ist ein eineinhalbgeschossiger Satteldachbau aus Feldsteinmauerwerk mit Blockbau-Kniestock der im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts entstand.

Sonstiges

Tourismus

Zwieseler Innenstadt. Foto: Waldgeist

Die ersten Urlauber, Sommerfrischler genannt, kamen bereits in der 1880er Jahren aus Sachsen und führen mit der Eisenbahn von Dresden über Prag und Pilsen nach Bayern. Aber auch Besucher aus Bayern, meist passionierte Wanderer, die den großen Wald erleben wollten, kamen bereits nach Zwiesel. Um 1900 wurden die ersten Fremdenverkehrsprospekte gedruckt.

Private Initiativen führten in der Folgezeit immer wieder zu Steigerungen. Es gründeten sich erste Fremdenverkehrsvereine und der Bayerische Wald-Verein hat mit der Markierung von Wanderwegen, dem Bau von Schutzhäusern auf den Bayerwaldbergen und mit ersten Einrichtungen zur Vermittlung von Quartieren Entscheidendes dazu beigetragen. Großen Anteil daran hatte der ehemalige Fachlehrer an der Zwieseler Glasfachschule, Anton Pech, der auch als der Hausmeister des Bayerischen Waldes bezeichnet wird. Allerdings konnte damals noch nicht von einem Wirtschaftszweig „Fremdenverkehr“ gesprochen werden. Im Dritten Reich waren es die „Kraft-durch-Freude“-Urlauber, die in den Bayerischen Wald geleitet wurden.

Nach der Währungsreform 1948 begann man verstärkt auf die Karte „Tourismus“ zu setzen. In Zwiesel und in Bodenmais entstanden die ersten Verkehrsämter. Vor allem unter Bürgermeister Dr. Gottlieb Bernreiter begann in der Stadt der verstärkte Ausbau des Fremdenverkehrs. Das Prädikat „Luftkurort“ wurde erreicht, eine Kurabgabe eingeführt und es entstanden viele neue Einrichtungen. So wurde der Tourismus zum zweiten wirtschaftlichen Standbein. Nach rund 45.000 Übernachtungen pro Jahr in den fünfziger Jahren erreichte den ersten neunziger Jahren Zwiesel erstmals die angepeilte Marke von 500.000 Übernachtungen, die sich heute auf etwa 400.000 bis 450.000 Übernachtungen eingependelt haben.

Zum touristischen Angebot der Glasstadt gehören das Zwieseler Erlebnisbad mit dem Bayerwald-Saunadorf, die Zwieseler Themenwege, Nordic-Walking-Strecken, Radwege, ein Golfplatz, 80 km Loipen und viele weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Alle zwei Jahre finden die Zwieseler Glastage statt, jedes Jahr Mitte August die Zwieseler Glasnacht. Anfang Dezember gibt es außerdem einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt rund um die Stadtpfarrkirche.

Der rund 26 Kilometer lange Zwieseler Panoramaweg beginnt an der Stadtpfarrkirche in Zwiesel und führt überwiegend über wenig befahrene Straßen am Kamm der sanften Höhenzüge um die Stadt herum und verbindet einzelne Sehenswürdigkeiten miteinander.

Zwieseler Glaskönigin

Die Glastradition der Stadt und des Bayerischen Waldes wird von einer Symbolfigur repräsentiert: Die Zwieseler Glaskönigin wird alle zwei Jahre neu gewählt.

Projekt "Tierisch Wild"

Am 1. Januar 2009 fiel der Startschuss für das über Interreg geförderte Projekt "Tierisch Wild", eine Kooperation von Naturschutz und Tourismus. 13 bayerische und neun böhmische Gemeinden, sowie die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava haben sich zusammengeschlossen, um die Stärken der Nationalparkregion optimal zu nutzen und miteinander zu kombinieren. Patentier von Zwiesel ist der Auerhahn.

Bildung und Erziehung

Zwiesel ist eine Schulstadt. Sämtliche Schularten sind vertreten: Grundschule, Mittelschule, Realschule und Gymnasium.

Wirtschaft

  • Die Firma EDSTA Edelstahl Anlagenbau ist seit 2008 in Zwiesel ansässig und in den Bereichen Rohrleitungs- und Anlagenbau, Gas- und Sauerstoffanlagen sowie Wasser- und Abwassertechnik tätig.
  • Die Joblinge gemeinnützige AG - Zwiesel wurde auf Initiative der Privatwirtschaft in Zwiesel gegründet und hat zum Ziel, alle jungen Arbeitslosen aus Zwiesel in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Kultur

Sport

  • Ski- und Rodelsport feiern 2009 ihr 150-jähriges Jubiläum. Der Zwieseler Rodelschlitten prägte die Anfänge des Skisports in der Region.

Vereine

Infrastruktur

  • Die Bayerische Waldbahn fährt im Stundentakt von Plattling über Zwiesel zum Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein mit Anschluss nach Pilsen und Prag. Der Zwieseler Bahnhof bildet dabei einen wichtigen Knoten- und Kreuzungspunkt, denn von hier aus führen Nebenstrecken nach Bodenmais (im Stundentakt) und Grafenau (vorläufig noch im Zwei-Stunden-Takt).
  • Das Kreiskrankenhaus Zwiesel deckt die medizinische Grundversorgung ab und bietet u.a. eine Intensivstation mit Versorgung auf Großklinik-Niveau.

Literatur

Weblinks

Städte und Gemeinden im Landkreis Regen
Wappen Landkreis Regen.png

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