Zeilarn

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Zeilarn
Das Wappen von Zeilarn


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 399-506 m
Fläche: 28,88 km²
Einwohner: 2.190 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84367
Vorwahl: 08572
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.zeilarn.de
Erster Bürgermeister: Werner Lechl (Vereinigte Wählergemeinschaft)

Zeilarn ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Das Gemeindegebiet von Zeilarn liegt in dem engen Türkenbachtal, das sich von Obertürken über Untertürken bis zum Inn auf eine Länge von 8 km erstreckt. Bei Untertürken mündet das von Norden kommende Tal des Tanner Baches in das Türkenbachtal und bildet hier mit knapp unter 400 Metern den tiefstgelegenen Punkt der Gemeinde. Der mit 506 Metern höchstgelegene Punkt befindet sich auf der Anhöhe zwischen Schildthurn und Wolfgrub.

Die Gemeinde liegt an der B 20 etwa 14 km südöstlich von Eggenfelden, 18 km nordöstlich von Altötting, 20 km nördlich von Burghausen, 17 km nordwestlich von Simbach am Inn und 20 km südwestlich der Kreisstadt Pfarrkirchen.

Die Pfarrkirche St. Martin

Ortsteile

Ortsteile sind Aiching, Babing, Baumgarten, Berg, Berger, Berghäusl, Bildsberg, Binderhäusl, Brandstetten, Breitreit, Dambach, Dofler, Dornlehen, Eben, Edstall, Enghasling, Feichting, Fingerer, Fixing, Frieding, Gasteig, Gehersdorf, Gitzelhub, Gitzelmühle, Griesmühle, Grillenhögl, Großstraß, Grub, Grubwies, Gumpersdorf, Haid, Hasling, Haus, Hempelsberg, Hinterau, Hochwimm, Höllgrub, Holzleithen, Kagerwies, Kellndorf, Kleinstraß, Knogler, Kochsöd, Kohlöd, Königsöd, Köpfing, Kreimel, Lanhofen, Lederschmid, Lehen, Lueg, Maisthub, Mannersdorf, Narrenham, Oberlehen, Oberndorf, Obertürken, Ofenschwarz, Passelsberg, Pirach, Plöcking, Prehof, Rupprechtsaign, Schallhub, Schatzlöd, Schildthurn, Schmiding, Schreding, Schwertfelln, Sonnertsham, Speckhaus, Stockwimm, Straß, Thalreuth, Thannenthal, Thurnöd, Vorderau, Waldmann, Walln, Wetzl, Wiesmühle, Wiesmühle a.Türkenbach, Wimmhäusl, Wolfgrub, Zantlbauer, Zauner a.Högl und der Hauptort Zeilarn.

Geschichte

Die Gemeinde Zeilarn entstand 1971 aufgrund des freiwilligen Zusammenschlusses der drei bis dahin selbständigen Gemeinden Gumpersdorf, Obertürken und Schildthurn. Beim Zusammenschluss wurde festgelegt, dass die neue Gemeinde den Namen Zeilarn nach dem Sitz des Pfarrortes Zeilarn erhält und der Sitz in Gumpersdorf ist.

Das Gemeindegebiet war vor der Eroberung durch die Römer von den Kelten besiedelt. Diese betätigten sich in dieser Gegend auch als Imker. Darauf deuten die beiden aus dem Keltischen stammenden Namen "Cidel" = Biene und "Lare" = Wächter hin, denen der Ort Zeilarn seinen Namen verdankt. Die Römer legten zur Verbindung ihrer Siedlungen an Inn und Salzach mit denen an Isar und Donau Verkehrswege an. So war auch die alte B 20 vermutlich eine Römerstraße und später sicher eine Salzstraße. Im 6. Jahrhundert siedelten sich die Bajuwaren hier an. Sie teilten das Land in Gaue und Untergaue ein. Im 10. Jahrhundert war Zeilarn ein Untergau des Isengaues gewesen. Um 1130 erscheint in Berchtesgadener Urkunden ein "Bernhard von Cidelaren", außerdem ein "Babo von Zeilarn" (-Babing-) als letzter Graf im Zeilarngau. Diese Untergaue gingen im Laufe der Zeit durch Erbfolge oder Heirat an verschiedene gräfliche Familien über. Die mächtigsten dürften die Grafen von Leonberg gewesen sein. Urkundlich wird Zeilarn erstmals im Jahr 788 erwähnt, als Urpfarrei bzw. Säkularpfarrei in Güterverzeichnis des Bischofs Arno von Salzburg.

Gehersdorf

In den Jahren 1140 bis 1296 wird Gehersdorf als Sitz eines Edelgeschlechtes genannt. Nach einer Volkssage habe hier einstmals ein Götzentempel gestanden.

Gumpersdorf

Urkundlich wird Gumpersdorf erstmals zwischen 1140 und 1202 in den Büchern des Klosters Steingaden (Wieskirche) aufgeführt. Der Name wird abgeleitet von dem Geschlecht eines "Gumpoldus", das im 12. und 13. Jahrhundert hier gelebt hat.

Obertürken

Der Ort hieß früher "Turtin" und wird unter diesem Namen im Jahre 788 in den Salzburger Kirchenbüchern ebenfalls erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit war vermutlich ein Edelmann Utilo der Gutsherr von Obertürken. Von Geschichtsforschern wird "Turtin im Isengau" als "Türken" bezeichnet. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist damit Obertürken gemeint. Der Name "Turtin" leitet sich ab vom germanischen Donnergott "Thor" oder "Thur". Im Mittelalter war "Türken" ein Edelsitz, eine Hofmark und wird so in Urkunden des Klosters Vornbach und St. Nikola in Passau geführt.

Schildthurn

Schon im 9. Jahrhundert wird Schildthurn als Edelsitz in Salzburger Urkunden genannt. Die "Edlen von Sciltaren" werden von 1076 bis 1221 vielfach als Zeugen in Urkunden der Klöster Asbach, Raitenhaslach und Vornbach aufgeführt. Danach dürfte Schildthurn in den Besitz der Grafen von Leonberg gekommen sein. In Schildthurn steht der höchste Dorfkirchturm Niederbayerns.

Gemeindewappen

Das Schwert als Attribut des heiligen Martin verweist auf das Patrozinium der Pfarrkirche von Zeilarn, die auch als Grundherrschaft in der Gegend von Bedeutung war, und auf eine kunsthistorisch bedeutende Holzplastik des Heiligen, die in München aufbewahrt wird. Die goldenen Lilienstängel sind heraldisches Symbol für die Wallfahrtskirche Schildthurn, die zu den ältesten niederbayerischen Wallfahrten und zu den ältesten Kultplätzen in Bayern überhaupt gehört. Die Patroninnen, die drei heiligen Jungfrauen Einbet, Lilbet und Warbet, wurden vor allem im Mittelalter vom Volk verehrt; in der Zeit der Gegenreformation kam die Marienverehrung hinzu. Die Kirche ist auch wegen der vielen außergewöhnlichen Votivgaben bemerkenswert. Sie gilt wegen ihrer Bauform mit dem höchsten Dorfkirchenturm des Landes als Wahrzeichen der erst 1971 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Gumpersdorf, Obertürken und Schildthurn neu gebildeten Gemeinde Zeilarn, die seit 1972 dieses Wappen führt.

Politik

Bürgermeister

  • Bei der Kommunalwahl 2014 wurde der bisherige 2. Bürgermeister Werner Lechl (Vereinigte Wählergemeinschaft) als alleiniger Kandidat mit 87,99 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt. Der bisherige 1. Bürgermeister Ludwig Matzeder (Vereinigte Wählergemeinschaft) trat nicht mehr zur Wahl an.[1]

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister), die alle der vereinigten Wählergemeinschaft angehören.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche St. Martin ist im ausgehenden 15. Jahrhundert unter der Integration älterer Teile aus dem 13. Jahrhundert entstanden. Die Bauformen, darunter das Netzrippengewölbe des Langhauses, weisen die Anlage als ein Werk des Meisters von Taubenbach aus. Der Turm hatte ursprünglich ein Satteldach, erst 1881 wurde der jetzige spitze Turmhelm aufgesetzt. Im Chorraum wurde bei der Regotisierung 1886 bis 1890 die barocke Stuckverzierung durch vierteilige Rautensterne ersetzt.

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Zeilarn im Gebäude der bis zum Schuljahr 2006/2007 bestehenden Mittelschule. Das für den Unterricht nicht mehr benötigte Gebäude der ehemaligen Grundschule dient seither als Schützenraum und für kulturelle Aktivitäten der Gemeinde.
  • Kindergarten St. Martin, erbaut 1981

Vereine

  • Brandschadenhilfsverein Zeilarn
  • De Dregsteßln
  • Eisclub Zeilarn
  • FC Bayern München-Fanclub Zeilarn
  • KAB Zeilarn
  • Kath. Frauenbund Zeilarn
  • Kath. Landjugend Zeilarn
  • MSC Zeilarn
  • Mütterverein Zeilarn
  • Pfarrcaritas Zeilarn
  • Sportfreunde Zeilarn 1970
  • Wildschützen Zeilarn

Einzelnachweise

  1. www.wahl.info Zeilarn
Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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