Windorf

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Windorf
Das Wappen von Windorf


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 306 - 540 m
Fläche: 56,90 km²
Einwohner: 4.780 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94575
Vorwahl: 08546
Kfz-Kennzeichen: PA
Website: www.markt-windorf.de
Erster Bürgermeister: Franz Langer (SPD)

Windorf ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau.

Das Rathaus von Windorf
Die Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä.

Lage

Windorf liegt am nördlichen Ufer der Donau. Flussabwärts liegt in drei Kilometer Entfernung die Stadt Vilshofen an der Donau und in 20 km Entfernung die Dreiflüssetadt Passau. Nachbargemeinden sind Vilshofen an der Donau, Hofkirchen, Aicha vorm Wald und Tiefenbach. Die Kommune umfasst die Gemarkungen Otterskirchen, Windorf und Rathsmannsdorf.

Ortsteile

Ortsteile sind Aigenberg, Anger, Antholling, Atzing, Babing, Berg, Bertholling, Besensandbach, Birka, Breiteich, Deichselberg, Desching, Doblhof, die Einöde Doblmühle, der Weiler Doblmühle, Ebersberg, Edhäusl, Edhof, Eglsee, Erlhof, Fisching, Frauendorf, Gaishofen, Gerading, Gottholling, Haberg, Hacklsdorf, Haitzing, Haseneck, Hatzing, Hidring, Hintergalgenberg, Hitzing, Höbersdorf, Hofstetten, Holzing, Kading, Kalteneck, Kerschbaum, Kißling, Klinghof, Kreiling, Lemberg, Naßkamping, Neuhofen, Oberhart, Oberreit, Otterskirchen, Punzing, Ragaul, Rathsmannsdorf, Ratzenleithen, Renholding, Rennholzberg, Ried, Ruhstorf, Scheuereck, Schönhart, Schwarzhöring, Seidlmühle, Sessing, Silling, Socking, Söldenham, Solla, Stampfing, Steining, Stelza, Stetting, Unterriegl, Vordergalgenberg, Walding, Weiding, Wilhelmhof, Wimberg, Wimm und der Hauptort Windorf.

Geschichte

Erstmals urkundlich genannt wurde Windorf mit der Formvariante Winidorf im Jahre 1010, als es Kaiser Heinrich II. dem Kloster Niedernburg übergab. Für die Ableitung dieses Namens gibt es viele Theorien. Die wahrscheinlichste allerdings ist wohl die, bei der der erste Teil des Wortes auf das Altdeutsche wini = Freund, freundlich in Winifried, Winibald oder ähnliche zurückzuführen ist.

1270 fiel der Besitz des Klosters an den Fürstbischof von Passau und gehörte somit dem geistlichen Fürstentum an. Gegen 1300 erhielt Windorf Marktrechte. 1430 wurden die Marktrechte mit einer Urkunde dokumentiert. Aus verschiedenen Gründen lässt sich darauf schließen, dass Windorf schon früher Markt war.

Im Mittelalter profitierte Windorf mit seiner Schopperei (Schiffsbau) von der Donau. Der Ort war Halte- und Raststation für die Donauschiffe, die von langen Pferdezügen stromaufwärts gezogen wurden. Bis zu 40 Pferde (auf jedem zweiten ein Reiter) mussten in den beiden großen Wirtshäusern mit ihren großen Ställen versorgt werden.

Windorf hatte einst eine isolierte Lage. Hinter dem Markt war Ausland - Windorf selbst gehörte zum Hochstift Passau, das schräg gegenüber liegende Vilshofen jedoch gehörte schon zu Bayern. Vielleicht ist das der Grund, warum der Ort zu seinen besten Zeiten nicht wuchs. Die Donau prägte den Ort über seine mehr als 1000-jährige Geschichte. Die geografische Lage des Ortes ist ideal. An einem Südhang gelegen, weswegen es höchstwahrscheinlich sogar Weinbau gab, hatte Windorf die Donauhänge bzw. die Ausläufer des Vorwaldes im Rücken und vor sich die Donau. Damit war Windorf gut abgeschirmt. Doch von Hochwassern wurden die Windorfer oft heimgesucht. Die Häuser selbst liegen etwas höher, auf einer Art Geländerücken, doch staute die Donau den Perlbach auf. Regelmäßig standen die Häuser am Gellert voller Wasser. Demnächst wird ein Teil von ihnen abgerissen. Nicht wenige Windorfer können sich darin erinnern, dass die Schule wegen Hochwassers ausfiel.

Vermutlich erlebte Windorf im 18. Jahrhundert seine Blütezeit. Gastgewerbe, Handel und Schiffsbau florierten. Das Holz für den Schiffsbau kam aus der Umgebung. In besten Zeiten gab es in Windorf bis zu sieben Schoppermeister und zeitweise bis zu 130 Schoppergesellen. Hinzu kamen die Moos-Weiber, die in den Wäldern spezielles Moos sammelten und in die Ritzen zwischen die Planken stopften bzw. schoppten - daher der Name Schopperei. Das Moos wurde mit Leisten abgedeckt. Wurde das Moos beim Wassergang feucht, quoll es auf und dichtete das Boot ab. Schiffe wurden bis nach Ungarn geliefert. Dass es in Windorf zu dieser Zeit auch Uhr- und Hutmacher gab, lässt auf einen bescheidenen Reichtum schließen. Mit der Eisenbahn und der Dampfschifffahrt ging es mit der Schopperei abwärts. Der Strukturwandel war unaufhaltsam.

1803 fiel Windorf an Bayern. Bis 1972 war der Markt Teil des Landkreises Vilshofen und kam mit der Aufteilung des Landkreises Vilshofen zum Landkreis Passau. Bei der folgenden Gemeindegebietsreform schlossen sich die Gemeinden Rathsmannsdorf, Otterskirchen, Teile von Albersdorf und Windorf zur Gemeinde Markt Windorf zusammen.

Wappen

Geschichtlichen Hintergrund hat auch der steigende rote Wolf in Silber auf dem Windorfer Markt-Wappen. Dieser geht zurück auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Markts zu Passau, welche durch die Schenkung Kaiser Friedrich Barbarossas entstand.

Die Windorfer Schoppen und deren Schiffsbauhandwerk sicherten dem Markt eine wichtige Rolle in Handel und Verkehr. Ignaz Rudhart zufolge wurde das erste Schiff der österreichischen Dampfschiffsfahrtsgesellschaft im Markt Windorf an der Donau gebaut.

Politik

Bürgermeister

  • Bei der Kommunalwahl 2008 wurde Franz Langer (SPD) mit 50,14 Prozent der abgegebenen Stimmen zum 1. Bürgermeister gewählt. Er löste damit den seit 1975 amtierenden Gerhard Bernkopf als Bürgermeister von Windorf ab. 2014 konnte er sich mit 79,20 Prozent gegen Anton Schmid (ÜW) behaupten.

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat (16 Sitze + 1. Bürgermeister) setzt sich wie folgt zusammen:

  • CSU: 7 Sitze (2008: 6)
  • SPD: 3 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 5)
  • ÜW: 4 Sitze (2008: 5)
  • Neue Generation Windorf: 1 Sitz (neu)
  • Grüne: 1 Sitz (neu)

Sehenswürdigkeiten

  • Marktplatz. Entlang der parallel zur Donau verlaufenden Marktstraße stehen ansehnliche Gasthöfe und Wohnbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, welche die damalige Bedeutung des Marktes für den Donauverkehr veranschaulichen.
  • Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere. Chor und und Turmuntergeschoss der Pfarrkirche der Pfarrei Windorf stammen aus der Zeit der Gotik, das Langhaus ist modern und wurde 1963 bis 1964 von Architekt K. Habermann erbaut.
  • Frauenbergkapelle. Der kleine Holzbau an der Straße nach Wimberg wurde 1822 errichtet.
  • Schiffsmuseum im Windorfer Touristikbüro (Verkehrsamt)

Tourismus

Durch die gute Lage direkt an der Donau und den dort entlanglaufenden Radweg kann sich Windorf über regen Tourismus freuen. Es stehen auch genügend Zimmer für Übernachtungen zur Verfügung, sei es in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen. Außerdem kann man in Windorf eine Schiffsausstellung betrachten oder zum Aussichtturm nach Ebersberg wandern, der am höchste Punkt des Donautals steht.

Projekte

Der Naturpark Donauengtal ist ein Projekt, welches im Jahre 2006 beschlossen und am 11. November 2008 wieder beendet wurde. Windorf war daran beteiligt.

Bildung und Erziehung

Kindergärten und Schule

  • Kindergarten Windorf
  • Kindergarten Otterskirchen
  • Kindergarten Rathsmannsdorf
  • Grundschule Windorf
  • Grundschule Otterskirchen
  • Grundschule Ratsmannsdorf

weiterführende Schulen in näherer Umgebung

  • Mittelschule St. Georg, Vilshofen (5 km entfernt)
  • Realschule Schweiklberg, Vilshofen (5 km)
  • Columba-Neef-Realschule, Neustift (10 km)
  • Gymnasium Vilshofen (5 km)
  • FOS/BOS, Passau (20 km)
  • Universität Passau (20km)
  • FH Deggendorf (30km)

Vereine

  • Donauschützen Windorf
  • Skiclub Windorf
  • Obst- u. Gartenbauverein Windorf
  • FC Windorf
  • Förderverein FC Windorf
  • Freiwillige Feuerwehr Windorf
  • Pfadfinder DC Windorf
  • Kath. Frauenbund Windorf
  • BRK Bereitschaft Windorf
  • Touristikverein Windorf
  • Fischerei-Verein Windorf
  • EC-DJK Windorf
  • EC-Altwasser Windorf
  • EV-Weiß-Blau Windorf
  • VdK-Ortsverband Windorf
  • Krieger- und Soldatenverein Windorf
  • CSU-Ortsverband Windorf
  • Mutter-Kind-Gruppe Windorf
  • Reserv.-Kameradschaft Windorf
  • Seniorengruppe Windorf
  • ÜW Windorf
  • Heimat- und Geschichtsverein
  • Jagdgenossenschaft Windorf
  • Kath. Landjugend Windorf
  • SPD-Ortsverein Windorf
  • Goldhaubengruppe Otterskirchen Windorf
  • Junge Union Windorf
  • J-GCL Windorf

Literatur


Städte und Gemeinden im Landkreis Passau
Wappen Landkreis Passau.png

Aicha v.W.AidenbachAldersbachBad FüssingBad Griesbach i.R.BeutelsbachBreitenbergBüchlbergEging am SeeFürstensteinFürstenzellHaarbachHauzenbergHofkirchenHutthurmKirchhamKößlarnMalchingNeuburg a.I.Neuhaus a.I.Neukirchen v.W.ObernzellOrtenburgPockingRotthalmünsterRudertingRuhstorf an der RottSalzwegSonnenTettenweisThyrnauTiefenbachTittlingUntergriesbachVilshofen an der DonauWegscheidWindorfWitzmannsberg