Walter Landshuter

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Gründer und Wirt des Scharfrichterhauses Walter Landshuter. (Foto: Jäger)

Walter Landshuter (* 29. Juli 1945 in Leopoldsreut) war 1977 Mitbegründer des ScharfrichterHauses Passau und ist bis heute dessen Chef. Die PaWo nannte ihn „graue Scharfrichter-Eminenz“ und „Kultur-Ikone“ Passaus, die PNP bezeichnet ihn respektvoll als Symbol des widerspenstigen Niederbayern.

Leben und Wirken

Vor der Eröffnung des Scharfrichterhauses war Landshuter bei Eterna in der Geschäftsführung als Verkaufsleiter mit einem großen Außendienst tätig. Schon damals war er geübt darin, an ein Mikrofon zu gehen – bis heute ist er ein geübter Rhetoriker geblieben.

Die Eröffnung des Scharfrichterhauses bezeichnet Lanshuter heute als ökonomischen Unsinn. Doch er wollte die explosive Phase in der Stadt nutzen, um Passau einen Stachel der kritischen Gegenkultur einzupflanzen – buchstäblich um jeden Preis. Je 100.000 Mark nahmen Landshuter und Gründungspartner Edgar Liegl auf, um das Scharfrichterhaus öffnen zu können. Zwanzig Jahre später ist Landshuters Altersvorsorge dahin, das Haus mit 400.000 Euro belastet. Der Einstieg des neuen Inhabers Matthias Ziegler bringt die märchenhafte Rettung. „Ich war 20 Jahre lang immer kurz vorm Zusperren, was mir häufig jede Fröhlichkeit geraubt hat. Den brutalen Kampf um die Existenz konnte ich nicht verbergen“, sagt der Mann, den Gäste jahrzehntelang für einen grundlos bärbeißigen Typen gehalten haben.

Auch als Künstler ist Landshuter aktiv. Mit 16 Jahren entdeckte er Paul Celan und begann Lyrik zu schreiben. 50 bis 100 Texte hat er verfasst. „Da ist viel dabei, wozu ich nimmer steh. Ich lese das manchmal noch mit großem Amüsement, aber zum Wegschmeißen ist es auch zu schade.“

Je älter Landshuter wird, desto mehr nähert er sich wieder seinem Geburtsort. „Das ist ein mythischer Ort, an dem ich Kraft tanken kann - ein anderer braucht Altötting, ich brauche Leopoldsreut.“ Was daran liegt, dass für Landshuter dort das Glück wohnt. Bis er sechs war, hat er in dem seit 1962 verlassenen Dorf gelebt, danach alle Ferien bei den Großeltern dort verbracht. „Jede Sekunde war so großartig, wie es später nicht mehr annähernd wurde. Ich weiß, dass ich das verkläre, aber das Wort Glück verwende ich fast nie, außer in Bezug auf die Kindheit.“

Verleihung des Kulturellen Ehrenbriefs

Anfang 2008 war Landshuter wegen einer möglichen Verleihung des Kulturellen Ehrenbriefs im Gespräch. Die Verleihung hatte der Kulturausschuss Mitte Januar 2008 auf Vorschlag von Oberbürgermeister Albert Zankl (nach einer Initiative von Kulturreferent Max Brunner) beschlossen. Für eine endültige Verleihung wäre nur noch eine Abstimmung im Plenum des Stadtrats ausgestanden, die aber als eine reine Formalie betrachtet wurde.

Landshuter hingegen musste aus der Presse von den Absichten der Stadt erfahren, ihn mit dem Ehrenbrief auszuzeichnen – und das, obwohl die Planung der Ehrung schon seit Wochen im Gang gewesen ist.

Landshuter rang in der Folge mit sich selbst, diesen Preis anzunehmen. „Die Entscheidung [zur Verleihung des Ehrenbriefs] ehrt mich natürlich sehr. Doch ich habe jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder bedanke ich mich bei der Stadt, dass ich nach 30 Jahren das höchste Ziel erreicht habe, das in Passau möglich ist. Oder ich teile mit, dass der Preis für mich nicht annehmbar ist.“ Szene-Kenner witterten schon „Hochverrat“ am politischen Kabarett, sollte der sonst so kritische Landshuter die Ehrung annehmen.

Letzten Endes hat er sich dazu entschieden, den Preis nicht anzunehmen.

Literatur