Wallfahrtskirche Frauenbrünnl (Rinchnach)


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Die Wallfahrtskirche Frauenbrünnl im Jahr 2009 noch mit hellem Dach kurz vor der Renovierung

Die Wallfahrtskirche Frauenbrünnl ist eine Kirche in der Gemeinde Rinchnach im Landkreis Regen. Sie ist Mariä Geburt geweiht und gehört zur Pfarrei Rinchnach. Im Volksmund wird sie auch „Guntherkircherl“ genannt.

Lage

Die kleine Kirche liegt malerisch auf einem Höhenzug mitten im Wald drei Kilometer östlich von Rinchnach etwas östlich des Ortes Gehmannsberg.

Geschichte

Der Tradition nach erbaute im Jahr 1011 der heilige Gunther an dieser Stelle seine Zelle, bevor er das Kloster Rinchnach gründete. Abt Augustin II. Ziegler von Kloster Niederaltaich ließ hier 1766 anstelle einer schadhaft gewordenen kleinen Kapelle mit Einsiedelei die jetzige Kirche errichten und weihte sie am 3. Adventsonntag (14. Dezember) dieses Jahres. Seitdem wurde die Wallfahrtskirche gut besucht und gewährte mit den eingegangenen Opfergaben der Kloster-Pfarrkirche zu Rinchnach manche erwünschte Einnahme. Man erhoffte sich vor allem Linderung bei Augenleiden. Nach Frauenbrünnl kamen keine geschlossenen Wallfahrten, dafür aber zahlreiche Pilger aus der näheren Umgebung, aus Zwiesel, Regen, Frauenau und Sankt Oswald.

Bei der Säkularisation 1803 ging das Frauenbrünnl in den Besitz des bayerischen Staates über. Dieser versteigerte die Kirche 1809 nur mit der Auflage, darin künftig keine Gottesdienste mehr abzuhalten. 1810 kauften zwölf Gehmannsberger Bauern und eine Bäuerin gemeinsam dem Königreich Bayern das Guntherkircherl, im Volksmund das „Frauenbrünnl“ genannt, ab. Sie verhinderten damit, dass aus dem Kircherl eine Scheune wurde. Die Dorfgemeinde Gehmannsberg ersteigerte das Kirchlein 1816: Zwölf Gehmannsberger Bauern und eine Bäuerin hatten gemeinsam im wurde die Abhaltung von Gottesdiensten wieder genehmigt. Wegen der immer größer werdenden finanziellen Belastung übergaben die Gehmannsberger das Frauenbrünnl 1958 an die Gemeinde Rinchnach.

Seit der Renovierung von 1997 bis 1999 kann der Wanderer über den Nebeneingang durch ein Gitter einen Blick in den Kirchenraum werfen. Im Jahr 2009 erhielt die Kirche ein neues, dunkleres Dach, wodurch sich ihr Äußeres nicht unwesentlich veränderte.

Beschreibung

Neben der Kirche entspringt eine Quelle, das eigentliche „Frauenbrünnl“. An der Nordseite befindet sich der gedrungene Turm, der in seinem Inneren die Sakristei und die Einsiedlerzelle enthält. Der wenig eingezogene Chor hat ein Joch, das Langhaus zwei. Chor und Langhaus haben ein flaches Tonnengewölbe mit Stichkappen. Die Wände sind durch Pilaster gegliedert.

Die Bemalung des Raumes mit aufgemaltem Muschelwerk in den Stichkappen und Gewölbeanläufen sowie Fresken in den Mittelfeldern des Chores und Langhauses wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt und später wiederhergestellt. Das Chorfresko zeigt die Heimsuchung Mariens, die zwei Bilder im Langhaus die Bekehrung Gunthers sowie seinen Tod. An der Empore befinden sich drei kleinere Bilder, die den Eintritt Gunthers in das Kloster, das Freitagswunder und den Einsiedler in Gehmannsberg darstellen. Diese Fresken sind mit großer Wahrscheinlichkeit ein Werk des Malers Franz Anton Rauscher.

Die Altäre stammen aus der Erbauungszeit der Kirche. Der Hochaltar ist ein zweisäuliger Aufbau mit einer spätgotischen hölzernen Marienfigur um 1500. Seitlich stehen die Figuren der Heiligen Gunther und Utto, im Aufsatz erscheint das Auge Gottes. Den Abschluss bildet das Wappen des Abtes Augustinus II. Ziegler von Niederaltaich. Die Predella zeigt in einem Schrein liegend eine dem hl. Gunther zugeschriebene Reliquienfigur. Auf dem südlichen Seitenaltar befindet sich ein Bild des hl. Georgs im Kampf mit dem Drachen, auf dem nördlichen das Bild des hl. Sebastian. Beide Bilder tragen die Aufschrift „Johann Bergler gemalt“.

Literatur

  • Donatus Moosauer, Günther Michler, Ulrich Pietrusky: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Morsak Verlag, Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3
  • H. (Pfarrer) Wagner: Rinchnach, Selbstverlag, 1960
  • PNP: Nach 200 Jahren: Das „Wunder von Frauenbrünnl“ wiederholt sich auf der Bühne. In: Passauer Neue Presse vom 17. November 2015 (S. 19)

Weblinks