Unterneukirchen

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Unterneukirchen
Das Wappen von Unterneukirchen


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Höhe: 460 m
Fläche: 23,26 km²
Einwohner: 2.945 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84579
Vorwahl: 08634
Kfz-Kennzeichen:
Website: www.unterneukirchen.de
Erster Bürgermeister: Georg Heindl (CSU)

Unterneukirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting, die sich mit der Gemeinde Kastl zur Verwaltungsgemeinschaft Unterneukirchen zusammengeschlossen hat.

Lage

Die Gemeinde liegt unmittelbar an der B 299 und steht auf einer mehr als drei Meter dicken Lehmschicht der eiszeitlichen Endmoräne des Inn- und Salzachgletschers.

Die Nebenkirche St. Johannes Ev. u. St. Ägidius

Ortsteile

Die Gemeinde Unterneukirchen hat exakt hundert Ortsteile: Aich, Aigen a.Kühzogl, Asbach, Balghub, Baumgarten, Berger a.d.Leiten, Berghager, Bergmann, Berngehen, Birkham, Birner, Bischofer, Bösl, Boslehner, Brandhof, Brandl, Brandstätt, Dashub, Ebenbichl, Eglhof, Erlach, Eschbach, Feichtner a.Kühzogl, Ficker, Fürtner, Ganslehen, Gassen, Gasteig, Gitlberg, Glatz, Grasberg, Grub, Hager, Hart a.d.Alz, Hartberg, Hiebl, Hilger, Hollmaier, Holzwies, Hub i.Schachen, Kammerhub, Katzenbogen, Kirmaier, Klaffelsberger, Kobler, Kohlfuß, Kronberg, Kummer, Linderer, Maderlehen, Maier a.Berg, Maierhof, Maierhof a.d.Leiten, Mitterlehner, Moos, Mühlthal, Obergruber, Obergrund, Obergünzl, Oberkaiser, Oberkrieger, Oberschroffen, Oberwies, Oestall, Ofner, Osterberg, Pinsmaier, Plaickner, Reichstadl, Reineck, Schachen, Scheitzenham, Schmidhub, Schmidlehen, Schmitten, Stadl, Steinberg, Stocketz, Storfing, Straß, Straßerwagner, Straßsülden, Stummer, Thalham, Trosthäusl, Untergruber, Untergrund, Untergünzl, Unterkaiser, Unterkrieger, Unterneukirchen, Unterwies, Voglsam, Voit, Vorlehen, Wagenbichl, Waitzgraming, Wetzberg und Winkl.

Geschichte

Das Güterverzeichnis des Salzburger Erzbischofs Arn, es zählt um 789 im Bezirk Altötting 40 Ortschaften auf, erwähnt aber mit keinem Wort eine Siedlungstätigkeit im Bereich des heutigen Unterneukirchen. Doch dass in diesem Gebiet schon früh Menschen siedelten, beweisen viele Gräber mit Beigaben wie Schwerter, Pfeilspitzen und Gewandfibeln aus der Bronzezeit (2000 bis 800 v. Chr.), aber auch Funde von Reihengräbern mit Urnen und Schwertern aus der zweiten Eisenzeit (500 vor bis Chr. Geb.) auch im Garchinger Hart. Einiges spricht den Funden nach für eine Besiedelung schon vor 1200 v. Chr.

Als Herzog Ludwig der Kelheimer im Jahre 1228 das Chorherrenstift Altötting gründete, was der wesentliche Teil des späteren "Neukirchen" bereits gerodet und größtenteils besiedelt. Das älteste bayerische „Urbarbuch“ aus dem Jahre 1234 berichtet von 31 Höfen, im Jahre 1320 standen immerhin schon 62 Höfe auf dem heutigen Gemeindegebiet. Im "Urbar" von 1300 steht zu lesen: "... ein Hof pei der newen Chirchen" - dies war namensgebend für die spätere Ansiedlung "Neukirchen". Damit trat der Ort Unterneukirchen ins Licht der Geschichte und war namentlich fassbar. Auch könnte die Bezeichnung "bei der neuen Kirche" darauf hindeuten, dass schon vor 1300 hier eine Kirche stand. Aber erst mit dem Bau der altehrwürdigen spätgotischen Johanneskirche um 1479 wurde ein dominanter Mittelpunkt zur Dorfbesiedelung geschaffen.

Im 16. Jahrhundert wurde das vorhandene Siedlungsgebiet in die Obmannschaften Altötting, Burgkirchen und Neukirchen aufgeteilt. 1529 und 1585 sind namentlich bereits das "Wimmergut" (Sedlmaier-Anwesen) und das „Mesnerlehen“ (Bauer Kramer, heute Mayr) erwähnt. Die Bauern waren zwar frei, aber Urbarleute des Herzogs. Die ältesten Höfe haben ihre seit 1234 bestehenden Hofnamen weitgehend unverfälscht bis in unsere Zeit bewahrt, wenngleich sich manchmal die Schreibweise mit der Sprache einhergehen leicht verändert hat, z. B. Tysingaer - Teyshoub - Tashueber - heute Dashuber. Der ab 1857 verwendete Name Unterneukirchen ist schon im Jahr 1692 nachgewiesen. Man redete oftmals von Neukirchen, Neukürchen oder Neikircha - was aber oft zu Verwechslungen mit anderen Orten gleichen Namens führte. Der damalige Pfarrer Joseph Wagner bemühte sich mit Erfolg um die Namensänderung. Am 19. Juli 1857 hat der königliche Gesetzgeber den Namen „Unterneukirchen“ genehmigt und bestätigt.

Nach den Napoleonischen Kriegen (1815) und der damit verbundenen Neuordnung Europas, der Schaffung des modernen Bayern in Zeiten der Säkularisation entstanden die weltlichen Gemeinden, deren es im Dorf mit Oberburgkirchen und Unterneukirchen gleich zwei gab. Die Statistik von 1877 weist auf, dass Oberburgkirchen mit 660 Einwohnern in 402 Gebäuden gegenüber 516 Einwohnern in 292 Gebäuden den Unterneukirchenern zahlenmäßig überlegen war.

Knapp einhundert Jahre später bei der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1971 und der damit verbundenen Auflösung der Gemeinde Oberburgkirchen hatte diese nur noch 539 Einwohner, während Unterneukirchen bereits von 1898 Menschen bewohnt war.

Große Veränderungen erlebte die Gemeinde mit dem Beginn der Industrialisierung, vor allem mit dem Bau der Süddeutschen Kalkstickstoffwerke im Unterneukirchener Ortsteil Hart in der Zeit von 1916 bis 1920. Dieses Karbidwerk wurde zur Lebensader der Gemeinde. Es traten bisher ungeahnte Verdienstmöglichkeiten als Handwerker, Ofen- und Schichtarbeiter auf. Schon der Bau des Alzkanals hatte kurzfristig Menschen aus vielen Ländern, mit anderen Glaubenszugehörigkeiten aus anderen Kulturen, freiwillig oder als Kriegsgefangene gezwungen, hierher gebracht.

Eine weitere Veränderung der Bevölkerung brachte der Zuzug der Heimatvertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg, doch deren Einbürgerung gelang gut. Bewundernswert, wie diese ihr Schicksal fest in die Hand nahmen und auch zum Wohl des Dorfes beitrugen. Doch diese Zuwanderung sollte nicht die letzte sein. Mit dem Fall der Mauer im Jahre 1989 und der Öffnung der Ostgrenzen begann der Zuzug der Übersiedler (aus Osteuropa), der bis heute noch kein Ende nahm. Ihre Integration erweist sich teilweise schwieriger als angenommen.

Mit dem Bau der Christkönigkirche vor 40 Jahren unter dem unvergessenen Pfarrer Johann Edhofer, der Renovierung der Johanneskirche unter Geistlichem Rat Anton Weinberger, den Neubauten des Kindergartens St. Elisabeth und des Pfarrheimes St. Konrad, sowie der Erweiterung des Friedhofs mit Monsignore Pfarrer Kasimir Spielmann wurden auch von kirchlicher Seite her Meilensteine gesetzt. Der neue Ortsgeistliche Pfarrer Heribert Schauer, seit September 2002 im Amt, ließ vor Ostern 2003 die Christkönigkirche renovieren.

Gemeindewappen

1956 bekam die Gemeinde ein Wappen. Das Zahnrad, ein heraldisches Symbol für Industrie und Handwerk, verweist auf die industrielle Entwicklung der Gemeinde, die 1917 mit dem Bau einer Niederlassung der Süddeutschen Kalkstickstoffwerke in Hart a. d. Alz und 1919 dem Wasserkraftwerk in Mühltal ihren Anfang nahm und zu einem starken Bevölkerungswachstum führte (590 Einwohner im Jahr 1910, fast 1900 im Jahr 1952). Das Kleeblatt steht für die in den vielen Weilern und Einöden dennoch vorherrschende landwirtschaftliche Struktur.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Georg Heindl (CSU/BL). Er ist seit 1995 im Amt und wurde 2014 als alleiniger Kandidat mit 89,30 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat umfasst 14 Sitze (+ 1. Bürgermeister) und hat aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • CSU/BL: 9 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 9)
  • FW: 3 Sitze (2008: 3)
  • SPD: 2 Sitze (2008: 2)

Sehenswürdigkeiten

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Unterneukirchen
  • Montessorischule Unterneukirchen
  • Kindergarten St. Elisabeth

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Unterneukirchen
  • Gartenbauverein Unterneukirchen
  • Krieger- und Soldatenkameradschaft Unterneukirchen
  • Arbeiterwohlfahrt Unterneukirchen
  • Bauernverband Unterneukirchen
  • CSU Unterneukirchen
  • Faschingsverein DEUZ
  • FC Bayern-Fanclub
  • Frauen Union Unterneukirchen
  • Freie Wähler Unterneukirchen
  • Gewerbeverband Unterneukirchen-Kastl
  • Jagdgenossenschaft Unterneukirchen
  • Junge Union Unterneukirchen
  • Kath. Burschenverein Unterneukirchen
  • Kath. Frauenbund Unterneukirchen
  • Kath. Landjugend Unterneukirchen
  • Kegelclub Bavaria
  • Musik- und Kulturverein
  • Mütterverein Unterneukirchen
  • SPD Unterneukirchen
  • Sportverein SV Unterneukirchen 63
  • Stock-Car-Club Unterneukirchen
  • Theaterstadl Unterneukirchen
  • VdK Ortsverband Garching-Unterneukirchen

Siehe auch


Städte und Gemeinden im Landkreis Altötting
Wappen Landkreis Altoetting.png

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