Unterdietfurt

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Unterdietfurt
Das Wappen von Unterdietfurt


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 420 m
Fläche: 27,49 km²
Einwohner: 2.090 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84339
Vorwahl: 08724
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.unterdietfurt.de
Erster Bürgermeister: Richard Schneider
(FWG Unterdietfurt)

Unterdietfurt ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Unterdietfurt liegt an der Rott und ist umgeben von einer anmutigen Hügellandschaft. Unterdietfurt befindet sich etwa 8 km westlich von Eggenfelden, 22 km nördlich von Altötting, 25 km nordöstlich von Mühldorf, 27 km südöstlich von Vilsbiburg und 23 km von der Kreisstadt Pfarrkirchen entfernt.

Ortsteile

Die Gemeinde umfasst die Orte Attenham, Bergham, Ed, Engl, Habach, Handloh, Handwerk, Hebersberg, Hintersarling, Holzleiten, Huldsessen, Kag, Kaiwimm, Kochreit, Kreuzöd, Mainbach, Moser am Berg, Neuaich, Neukirchen, Nöhag, Obermaisbach, Prüll, Sprinzenberg, Thal, Überackersdorf, Unterdietfurt, Vordersarling, Waisenberg und Winichen.

Geschichte

In einem Verzeichnis des Bischofs Arn (787-821) von Salzburg (Indiculus Arnonis) sind unter anderem die Kirchen in Oberdietfurt und Unterdietfurt erwähnt. „Die Seelsorgekirche zu Unterdietfurt (B.M.V.) und das Baptisterium Oberdietfurt (S. Joan. Bapt.) bildeten einen Seelsorgebezirk. Das Evangelium wurde von der Zelle (heute Zellhub) bei Eggenfelden aus verkündigt.“

Für den Bereich von Unterdietfurt finden sich adelige Familien in Dietfurt, erwähnt in einer Urkunde von Kloster Raitenhaslach und Kloster St. Nikola (1135-1254), Dietraching in Urkunden von Kloster Raitenhaslach und Kloster Osterhofen (1126-1544), Sarling in Urkunden der Klöster Raitenhaslach und Niederaltaich (1273-1304) und Sprinzenberg in Urkunden der Klöster Baumburg und St. Nikola.

Die Pfarrkirche Maria Heimsuchung

Zu Ende des 13. Jhd. finden sich Aufzeichnungen über Ober- und Unterdietfurt. Bartholomäus Spirkner fand in der Geschichte der Bischöfe von Regensburg von Janner folgende Vorfälle: 1267 herrschte Zwist zwischen Bischof Leo in Regensburg und dem Grafen von Leonsberg wegen Patronat und Vogtei in Oberdietfurt. Der Leonsberger mußte auf das Patronat verzichten, behielt aber die Vogtei als hochstiftiges Lehen. Am 14. August 1278 schenkte Bischof Heinrich II. seinem Domkapitel in Regensburg zur Aufbesserung die Pfarrei Oberdietfurt mit allen Patronats und sonstigen Rechten. 1305 mußte obiger Graf von Leonsberg dem Domkapitel Regensburg auch das Vogteirecht in Oberdietfurt mit jährl. 5 Pf. Erträgnis auf 4 Jahre überlassen, weil er, nach adeliger Unsitte damaliger Zeit, dem Kapitel auf einem gute Schaden ‚an Rindern, Roß´ u. a. Dingen“ getan hatte.“

Über Dietfurt schreibt Janner: Im Jahre 1277 am 2. März trat Eberhard Brobst in Münster und Pfarrer in Dietfurt die Groß- und Kleinzehnten in seiner Pfarrei Dietfurt, sodann die Zehenten der Kapelle Moosvogl an das Kloster Raitenhaslach ab, behielt sich aber vor, in der Kapelle Moosvogl, bis die Klosterhuben den hof (grangia) in Moosvogl wiederherstellen und bewohnen werden, priesterliche Funktionen vornehmen lassen zu dürfeen (kirchl. Chronik von Raitenhaslach Manuscript S. 97) Leo Bischof von Regensburg confirmierte am 25. März 1277 diese Zehentvergebung“.

Mit dem Bau der jetzigen spätgotischen Pfarrkirche Maria Heimsuchung wurde 1441 begonnen. In einer Veröffentlichung von Zeininger sind Einzelgehöfte und Orte, die schon vor 1500 existierten, aufgelistet. Unter anderem findet sich dort 1401 Oberdietfurt, 1416 Zainamüller in Niederdietfurter Pfarr und 1471 Waisenberg in Niederdietfurter Pfarr.

Unterdietfurt war bereits Ende des 15. Jahrhunderts sehr begütert, denn im Ort befanden sich ein Badehaus und eine Taverne, wie aus einer Urkunde aus dem Jahre 1484 des Grafen von Tattenbach hervorgeht. Unter anderem sind dort auch ein Stubnhof, ein Pühlhof, das Gut Vilöd, Holzleiten, das Badehaus und die Taverne erwähnt. Ein weiteres Zeugnis über Unterdietfurt findet sich in einem Salbuch von 1579 aus Taufkirchen, in dem ist Niederdietfurt als Lehensherr erwähnt.

Eine Begebenheit aus dem 18. Jhd. bezeugt, dass im Rottal Wein angebaut wurde. In der Beschwerde vom 5. April 1715 des kurfürstlichen Kellermeister Stäbhueber an den Kurfürsten klagt er die Unterstützung des Unterdietfurter Pfarrers Lupperger Joh. Benedikt (von 1715-1750 Pfarrer in Unterdietfurt) ein, der mit 4 Pferden und zwei Knechten den Zehent- und Aigenwein nach Landshut in den Hofkeller liefern sollte. Jedoch wurd ediese Beschwerde abgelehnt. Sodann leitet Stäbhueber sein Anliegen an den Kaiser, der ihm ebenfalls nicht stattgab. Erst im Jahre 1738 wird einer erneuten Beschwerde des kurfürstlichen Kellermeister Brandhueber stattgegeben und der Pfarrer von Unterdietfurt muss den Transport des Zehent- und Aigenweins übernehmen.

Aus dem Jahre 1820 wird berichtet, „die Bewohner der Gemeinde Unterdietfurt leben hauptsächlich vom Feldbau, von der Viehzucht und vom Garngespinst.“ Die Obstbaumzucht gedeiht wegen des nassen Bodens nicht gut.

Mit der Entstehung des neuen bayerischen Staatsgebietes zwischen 1799 und 1815 wurden die Gemeinden neu gebildet: Aus über 40.000 wurden rund 7300. Unterdietfurt gehörte zum Rentenamt Landshut/Landgericht Eggenfelden.

Im Zuge der Gebietsreform kam Huldsessen 1972 zur Gemeinde Unterdietfurt. Mit dem zweiten Teil der Gebietsreform im Jahre 1978 wurde Huldsessen wieder abgetrennt und kam teilweise zu Eggenfelden und Falkenberg. Die Restgemeinde Unterdietfurt ging eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Massing und Geratskirchen ein. Doch schon 5 Jahre später, im Jahre 1983, wurde die Abtrennung Huldsessens durch den bayerischen Verwaltungsgerichtshof wieder aufgehoben und Huldsessen kam erneut zu Unterdietfurt. Schließlich wurde 1986 die Gemeinde Unterdietfurt wieder selbständig und trat aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Massing und Geratskirchen aus.

Gemeindewappen

Das Gemeindewappen wird seit 1977 geführt. Die Verbindung von Schrägbalken und Wellenbalken versinnbildlicht das Zusammentreffen von Straße und Fluss und verweist zugleich auf den Namensbestandteil "-furt". Die zwei Sterne stehen als Mariensymbol für die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung im Wappen. Die Farben Silber und Blau im Wellenbalken und im Feld bringen die enge historische Verbindung des heutigen Gemeindegebiets (einschließlich der bis 1972 selbstständigen Gemeinde Huldsessen) mit den wittelsbachischen Landesherren zum Ausdruck. Die Mehrzahl der Anwesen unterstand unmittelbar dem Landgericht Eggenfelden (Ämter Eggenfelden und Massing).

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Richard Schneider (Freie Wählergemeinschaft Unterdietfurt) seit 2002. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er als alleiniger Kandidat mit 88,80 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.
  • 2. Bürgermeister ist Bernhard Blümelhuber (Wählergemeinschaft Huldsessen und Umgebung).
  • Weitere Stellvertreterin ist Maria Großberger (Sarlinger Wählergemeinschaft).

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • FWG: 7 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • WG Huldsessen und Umgebung: 5 Sitze (2008: 5)
  • Sarlinger Wählergemeinschaft: 2 Sitze (2008: 2)

Tourismus

Unterdietfurt hat sich mit weiteren 14 Nachbargemeinden (Stand 2009) zu XperBike zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss hat das Ziel die Radel-Region auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die wichtigste Veranstaltung ist hierbei die jährlich stattfindende XperBike Sternfahrt.

Bildung und Erziehung

  • Pfarrer-Reindl-Volksschule Unterdietfurt (Grundschule)
  • Kindergarten St. Elisabeth, erbaut 1989/1990
  • Gemeindebücherei

Vereine

  • Altenclub Unterdietfurt
  • Sportverein DJK-TSV Dietfurt
  • Kinder- und Jugendförderverein
  • VdK Unterdietfurt
  • Gartenbauverein Unterdietfurt
  • Katholische Landjugend Unterdietfurt
  • Kath. Frauenbund Unterdietfurt
  • FFW Unterdietfurt
  • Krieger- und Reservistenkameradschaft Unterdietfurt
  • Schützenverein „Rotwildschützen Huldsessen“
  • BBV Ortsvorstand Unterdietfurt
  • Mutter-Kind-Gruppe Unterdietfurt


Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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