Triftern

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Triftern
Das Wappen von Triftern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 391 m
Fläche: 62,25 km²
Einwohner: 5.208 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84371
Vorwahl: 08562
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.triftern.de
Erster Bürgermeister: Walter Czech (CSU)

Triftern ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Der Markt liegt in typisch niederbayerischer Hügellandschaft in einem kleinen Seitental der Rott etwa 7 km südöstlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 12 km südwestlich von Bad Birnbach, 28 km westlich von Pocking, 17 km nördlich von Simbach am Inn bzw. 18 km von Braunau sowie 20 km östlich von Eggenfelden. Die nächst gelegene Bahnstation an der Bahnstrecke Passau-Neumarkt-Sankt Veit befindet sich im 5 km entfernten Ortsteil Anzenkirchen.

Das ehemalige Schloss Triftern

Ortsteile

Ortsteile sind Aiching, Anzenberg, Anzenkirchen, Bärnsham, Berndlberg, Bruck, Brunning, Diensthub, Dobl, Ecking, Ed, Elsling, Fichten, Figling, Frauenöd, Furth, Gansöd, Garham, Geiselsbach, Geretsham, Gindl, Gnadlöd, Godlsham, Grub, Gschaid, Gschwand, Gumping, Haag, Haidberg, Haselbach, Hennersberg, Hochholz, Hochreith, Hoisching, Holzhäusel, Holzhäusln, Hundshaupten, Immelsham, Irlham, Kagerl, Kauflanden, Kellberg, Köblöd, Lehndobl, Lengsham, Linding, Loderham, Loh, Mollnöd, Mollöd, Mühldobl, Nalling, Neukirchen, Niederleiten, Numberg, Nuppling, Nupplingerau, Oberpaikertsham, Oberplaika, Oberreitzing, Osten, Pechöd, Pelkering, Piering, Plaika, Prehof, Rabensham, Reslberg, Ringfüssing, Rohring, Ruhmannsaigen, Rumpelstein, Schablöd, Staudach, Staudenhäusl, Steinach, Steinbach, Thalham, Thalling, Thannöd, Triftern, Unterpaikertsham, Unterplaika, Unterreitzing, Vierling, Voglarn, Walksham, Weingold, Westen, Wiesing, Willing, Wilzing, Winhub, Winöd und Zieglaign.

Geschichte

Zahlreiche Funde im Markt Triftern und der engeren Umgebung, die der Steinzeit und der Bronzezeit zugeordnet werden, beweisen, dass diese Region schon tausend Jahre vor Christi Geburt bewohnt war. Auch der erstmals auftauchende Name des Ortes "TRUFTARA" kann nur der keltischen Sprache zugewiesen werden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens "Truftara" taucht während der Regierungszeit des Bischofs Reginhar von Passau (818 - 838) auf. 1388 wurde Triftern das Marktrecht verliehen. Der Nachweis hierüber ist ein "Giltverzeichnis" von 1388, das als Urkunde den Nachweis über die Markterhebung bringt. Herzog Ludwig der Reiche bestätigte in einer Urkunde vom 26. März 1459 den Bürgern des Marktes ihre Freiheiten und Jahrmärkte. Er gestattete darin auch den Bau eines Gefängnisses zur Bestrafung geringer Frevel. Das führte im 17. Jahrhundert zu Streitigkeiten mit dem Pfleggericht Reichenberg. So beschwerte sich in einem Brief vom 20. April 1654 der Pfleger von Reichenberg über ein vierzigjähriges widerrechtliches Ausüben der Gerichtsbarkeit durch den Markt Triftern. Das hatte genaue Bestimmungen über die Zuständigkeiten des Marktes zur Folge.

Außer den bereits in der Urkunde von 1459 bestätigten Jahrmärkten am St.-Veits- (15. Juni) und am Martinstag (11. November) wurde Triftern 1486 die Abhaltung eines dritten Jahrmarktes am Sonntag nach St. Lorenz (3. August) zugestanden. 1509 wurde auch ein Wochenmarkt (Mittwoch) gewährt. Anfang des 17. Jahrhunderts hielten die Bürger von Triftern auch am Sonntag nach dem St. Ulrichstag einen Jahrmarkt ab (4. Juni).

Wie der Bericht über die am Dreikönigstag 1746 stattgehabte Ratswahl zeigt, gliederte sich der Rat des Marktes in einen inneren Rat aus vier Bürgern und einen äußeren Rat aus acht Bürgern. Die Wahlen waren nur mit Wissen und Zustimmung des Pfleggerichts gültig, was 1746 zu einem Konflikt führte. Ab 1774 musste die vollzogene Ratswahl lediglich der Regierung angezeigt werden.

Neben dem Markt bestand in Triftern auch ein Adelssitz. 1443 sind die Dieperskirchner, 1494 die Lenberger auf Triftern nachweisbar. Die Lenberger hatten den Sitz bis zum Ende des 16. Jahrhunderts inne. Danach waren die Besitzverhältnisse oft kompliziert. Vorübergehend auch als Hofmark bezeichnet, ging der Besitz 1821 an Bürgerliche über.

1806 verlor der Markt Triftern die Justizgewalt, da die Kosten für ein eigenes Gericht nicht bestritten werden konnten. 1813 wurde der Markt Triftern samt dem Sitz gleichen Namens entsprechend dem Steuerdistrikt Triftern zu einer Munizipalgemeinde formiert. 1818 wurde diese Formation rückgängig gemacht, womit Triftern nur noch den Status einer Ruralgemeinde innehatte. Erst 1860 durfte die magistratische Verfassung wieder eingeführt werden. Im 19. Jahrhundert waren Schlittenrennen in Triftern sehr beliebt. Am 1. Juli 1902 wurde das Schlösschen Hoftriftern, das teilweise zur Gemeinde Lengsham gehörte, ganz der Gemeinde Triftern einverleibt.

Mit Beginn der Gemeindegebietsreform Anfang der 1970er Jahre änderte sich das Aussehen des Marktes grundlegend. Aus dem kleinen Markt Triftern mit rund 195 ha und 1.500 Einwohnern wurde durch die Eingliederung der damals selbstständigen Gemeinden Lengsham, Voglarn, Wiesing (zum 1. Januar 1971), Anzenkirchen (zum 1. Januar 1972) und Neukirchen (zum 1. Mai 1978) ein Kleinzentrum mit heute über 6.200 ha und mehr als 5.200 Einwohnern. Auch die Orte Anzenkirchen (Erste Erwähnung der "Kirche des Anzio" 1138) und Neukirchen (Erster Hinweis auf den Ortsnamen "Newenkirchen" 1333) können auf eine Jahrhunderte lange Tradition zurückblicken.

Gemeindewappen

Am 25. April 1486 erhielt der Markt Triftern von Herzog Georg dem Reichen das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Der bäuerlich gekleidete Mann mit dem "Triftern" (Getreidesieb, Reuter) ergibt ein volkssprachlich redendes Bild für den Ortsnamen. Tatsächlich ist der Ortsname jedoch von althochdeutsch "trufteren" (= hin- und herschwingen) abzuleiten und bezeichnet die "Männer, die das Holz treiben". Diese Bewegung, das Hin- und Herschwingen, passt aber auch gut zum Getreidesieben. Das zur Zeit der Wappenverleihung entstandene Marktsiegel ist durch Abdruck von 1514 erhalten und zeigt das Wappen im Tartschenschild. Das Wappen wurde in der Detailzeichnung und in den Farben vielfach abgeändert. In der Literatur des 19. Jahrhunderts wurde, basierend auf der Bürgermeistermedaille von 1819, der Mann unbekleidet dargestellt; statt dem Getreidesieb ("Triftern") hielt er einen Korb, wodurch der Sinnbezug zum Ortsnamen verloren ging. Das geschichtliche Wappen wurde nach der Gemeindegebietsreform 1972 von der neuen Gemeinde Triftern unverändert wieder angenommen.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Walter Czech (CSU). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er als alleiniger Kandidat mit 91,93 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.
  • 2. Bürgermeister ist Karl Altmann (WG Anzenkirchen).
  • 3. Bürgermeister ist Andreas Resch (WG Umland).

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 5 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 5)
  • WG Anzenkirchen: 4 Sitze (2008: 4)
  • ödp: 3 Sitze (2008: 3)
  • WG Umland: 4 Sitze (2008: 4)
  • WG Neukirchen: 4 Sitze (2008: 4)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Stephan. Der spätgotische Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhielt 1860/1861 zwei Seitenschiffe als Anbauten. Die Kuppel stammt aus dem Jahr 1741. Die Ausstattung vom Ende des 19. Jahrhunderts ist neugotisch. Ein Rotmarmorgrabmal für Leo von Lemberg zu Triftern entstand um 1520.
  • Ehemaliges Schloss Triftern. Von dem Gebäudekonglomerat rund um die Pfarrkirche haben sich ein dreigeschossiger Bau des 16. Jahrhunderts und das Weiherhaus aus der Zeit vom 17. bis 19. Jahrhundert erhalten.

Bildung und Erziehung

  • Grund- und Mittelschule Triftern
  • Kindergarten St. Stephan Triftern
  • Freifrau Fleissner von Wostrowitz-Kindergarten Anzenkirchen
  • Gemeindebücherei, hervorgegangen aus der vormaligen Pfarrbücherei

Sport

Die Sportschützin Barbara Engleder war Olympiateilnehmerin und lebt in Furth bei Triftern.

Vereine

  • Angelsportverein Triftern
  • Brandunterstützungsverein Triftern
  • Katholischer Frauenbund Triftern
  • TSV Triftern 1895
  • Eissportclub Triftern
  • Freiwillige Feuerwehr Triftern
  • Gaudianer Triftern
  • Heimatkundekreis Triftern
  • VdK-Ortsverband Triftern
  • Verein für Gartenbau und Landespflege Triftern
  • Männergesangverein Liederkranz Triftern
  • Musikkapelle Triftern
  • Natur- und Wanderverein Triftern
  • Schützengilde Hubertus Triftern
  • Tennisclub Triftern (TC) 1962
  • Soldaten- und Reservistenkameradschaft Triftern
  • Altbachborussen Triftern
  • Behinderten- u. Versehrten-Sportverein Triftern 1966
  • BRK Wasserwacht Ortsgruppe Triftern

Literatur

  • Ilse Louis: Pfarrkirchen. Die Pfleggerichte Reichenberg und Julbach und die Herrschaft Ering-Frauenstein. (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I, Band XXXI). Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.), München 1973, ISBN 3 7696 9878 9, (Digitalisat).
  • Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3
  • Marianne Mehling (Hg.): Knaurs Kulturführer in Farbe. Niederbayern und Oberpfalz, Droemer Knaur, München 1995, ISBN 3-426-26647-4

Weblinks

Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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