Tann

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Tann
Das Wappen von Tann


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 447 m
Fläche: 37,55 km²
Einwohner: 3.890 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84367
Vorwahl: 08572
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.tann.de
Erster Bürgermeister: Adi Fürstberger (CSU)

Tann ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn und bildet mit der Gemeinde Reut die Verwaltungsgemeinschaft Tann.

Lage

Der Markt liegt im Süden des Landkreises Rottal-Inn in typischer niederbayerischer Hügellandschaft, unweit des Zusammenflusses von Inn und Salzach und damit nahe an der Grenze zu Österreich, 13 km nordöstlich von Simbach am Inn bzw. 14 km von Braunau, 16 km südwestlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 16 km südöstlich von Eggenfelden sowie jeweils 23 km von Burghausen und Altötting entfernt. Die nächst gelegene Bahnstation befindet sich im 11 km entfernten Marktl.

Der Marktplatz mit dem Marienbrunnen
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul
Das Rathaus

Ortsteile

Ortsteile sind Adelsberg, Aigner, Ameringshub, Aspöck, Bernatzöd, Biering, Breitenberg, Burgstall, Dachgrub, Damreiher, Denharten, Dorn, Dunz, Ed, Edgarten, Egglhof, Eiberg, Eichhornseck, Eilham, Felln, Folgerberg, Forst, Forster, Fraunleiten, Furthhäusl, Gigerenz, Giltshof, Gilzau, Grasensee, Grub, Haag, Haberzagl, Haghub, Hammerstall, Hannöd, Haupold, Henghub, Hiltraching, Hirschdobl, Holzau, Holzbauer, Holzen, Holzhäuser, Hörathal, Hunddorf, Hundsberg, Inzenberg, Jetzelsberg, Kalteneck, Knogl, Kollbach, Königsöd, Kreil, Kronwitten, Krottenbach, Krumgassen, Langeneck, Leipoldsöd, Lichtened, Lichthub, Madlau, Mauerwinkl, Mautschneid, Mooshäusl, Münzenhof, Nalling, Nürnberg, Obending, Ödbinder, Ödweber, Osten, Pichl, Pilgram, Rasöd, Reichzaun, Reith, Ritzing, Schachten, Scheften, Schleindlsberg, Schmidhub, Schnelling, Schüßlöd, Simhar, Simmerl, Solling, Spöck, Steig, Steinbach, Stieglhäusl, Stöckl, Stritzlöd, Tann, Taubengrub, Thal, Tremmelhof, Walburgskirchen, Weiherhäusl, Weizhof, Zaun, Zaunsöd, Zimmern, Zimmerwaldhäuser, Zoglau und Zoichl.

Geschichte

Nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 927 n. Chr. und dem Aussterben des Tanner Edelgeschlechtes um 1200 gingen Schloss - heute erinnert nur noch der Schlossberg daran - und Herrschaft nacheinander an die Grafen von Leonberg, Hals und Ortenburg, bis Tann 1379 zum Herzogtum Bayern kam. Bald danach, nämlich 1389, wurde der Ort zum Markt erhoben, erhielt also die Marktrechte. Und so konnte der Markt Tann im Jahr 1989 in einem groß angelegten historischen Fest die 600-Jahr-Feier begehen. Bereits 1981 feierte man das 500jährige Bestehen des Martinimarktes, des ältesten Marktes in Tann. Noch heute ist der Jahresablauf geprägt durch zahlreiche Märkte, von denen der Wachsmarkt Ende Januar der bekannteste ist. Überhaupt waren Vieh- und Jahrmärkte über Jahrhunderte hinweg ein Barometer der wirtschaftlichen Entwicklung. So wurden z. B. 1830/1831 4731 Rinder und 373 Schweine in Tann aufgetrieben. Hauptabsatzgebiet der Viehmärkte war das nordöstliche Oberbayern.

Besonders bekannt war Tann durch seine Weber und Tuchmacher. Das Tanner Tuch wanderte schon im Mittelalter in alle Welt. 1661 stand Tann hinsichtlich des Verkaufserlöses für Tuche an zweiter Stelle hinter Braunau. Noch 1840 verzeichnete das Urkataster 25 Tuchmacher und zwei Tuchscherer, 16 Weber, einen Wollspinner, zwei Stricker, einen Bortenwickler, eine Näherin und zwei Wollhändler in Tann. Auch fünf Brauereien bereicherten ab 1600 den Ort, im Jahr 1840 waren es sieben; eine einzige hat den Wettbewerb bis heute überstanden.

Einen großen Aufschwung erhielt der Ort im 18. und 19. Jahrhundert durch die Wallfahrt zum "Herrgott von Tann". Dieses "wundertätige Kreuz" ist noch heute in der zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbauten Pfarrkirche zu bewundern. Sie ist auch das weithin sichtbare Wahrzeichen von Tann und eine der wenigen im klassizistischen Stil erbauten Kirchen in Bayern. Elf Priester übten um 1800 die Wallfahrtsseelsorge aus.

Im 19. Jahrhundert waren Schlittenrennen in der Region sehr beliebt. Ältestes belegtes Rennen war in Ering 1855.

Bis zur Landkreisreform im Jahr 1972 bestand der Markt Tann lediglich aus der Ortschaft Tann und wies damit die kleinste Fläche aller Landkreisgemeinden auf. Heute gehören zur fast 4000 Einwohner zählenden Kommune mit dem Zentrum Tann auch die Orte Eiberg, Walburgskirchen und Zimmern.

Marktwappen

Herzog Heinrich der Reichen von Bayern-Landshut verlieh dem Markt 1439 ein eigenes Wappen. Die Tanne ist redendes Bild für den Ortsnamen, der darauf verweist, dass es sich um eine durch Rodung in einem Nadelwald entstandene Siedlung handelt. Die zwei Rauten in Silber und Blau entstammen dem Wappen der Wittelsbacher, die 1386 als Nachfolger der Ortenburger in den Besitz der Grafschaft Leonberg und damit auch des Marktes Tann gelangten. Herzog Heinrich der Reiche von Landshut verlieh dem Markt 1439 das Wappen. Im ältesten Siegel steht das Wappen im Halbrundschild. Der Beschreibung im Wappenprivileg folgten fast alle Darstellungen bis um 1800. Michael Wening (1721) hat den Schild fälschlich gespalten von Silber und Blau wiedergegeben. Auf der Bürgermeistermedaille von 1819 fehlen die Rauten; in der heraldischen Literatur sind gelegentlich Abweichungen in den Farben festzustellen. Der Probeabschlag dieser Medaille, die sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv erhalten hat, kann aber auch für den bis 1866 zu Bayern gehörenden Markt Tann in der Rhön im heutigen Bundesland Hessen geschlagen worden sein. Sehr wahrscheinlich ist es auch so, denn das dortige Wappen zeigt nur eine Tanne, also ohne die beiden Rauten.

Der „Fall Tann“

Als „Fall Tann“ hat 1954 das Verhalten des damaligen Pfarrers Franz Xaver Neun Geschichte gemacht. Er hatte ein Paar, das keine standesamtliche Trauung vorweisen konnte und auch nicht beabsichtigte, dies nachzuholen, kirchlich getraut, und sich dadurch eine Menge Ärger eingehandelt. Der Fall sorgte für Schlagzeilen in der Boulevardpresse.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Adi Fürstberger (CSU) seit dem Jahr 2002. Er wurde zuletzt 2014 mit 68,44 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Martin Büttner (WfT) wiedergewählt.
  • 2. Bürgermeister ist Helmut Damböck (CSU).
  • 3. Bürgermeister ist Josef Ebenhofer (CWG).

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 6 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 6)
  • WfT: 4 Sitze (2008: 4)
  • FWWL: 3 Sitze (2008: 3)
  • CWG Zimmern-Eiberg: 3 Sitze (2008: 3)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Peter und Paul. Das spätbarock-klassizistische Bauwerk entstand 1798 bis 1801 nach Plänen von Martin Dersch aus Pfarrkirchen. Der "Herrgott von Tann", ein Kreuz mit Naturhaar aus dem 17. Jahrhundert, befindet sich in einem Gehäuse auf dem Tabernakel des 1805 von G. Doppler geschaffenen Marmorhochaltares. Das Altarblatt, darstellend die Trennung der heiligen Petrus und Paulus, malte Joseph Hauber. Die klassizistische Kanzel entstand 1809, im Altarraum befinden sich zahlreiche Votivtafeln.
  • Marktplatz. Die typisch südostbayerische Anlage mit einer Länge von 250 Metern und 20 bis 30 Metern Breite erhielt ihren bis heute erhaltenen klassizistischen Charakter nach dem Brand von 1785.
  • Evangelische Dreieinigkeitskirche. Sie wurde 1958 bis 1959 erbaut.

Bildung und Erziehung

  • Volksschule Tann (Mittelschule)
  • Grundschule Walburgskirchen
  • Kindergarten Tann
  • Kindergarten Walburgskirchen

Kultur

Persönlichkeiten

Phil Herold ist ein international anerkannter Künstler und lebt in Thann.

Vereine

  • Bauernverein Tann
  • Feuerschützen Tann
  • Freiwillige Feuerwehr Tann
  • Geflügelzuchtverein Tann
  • Kath. Frauenbund Tann
  • Obst- und Gartenbauverein Tann
  • Reservisten-, Krieger- u. Soldatenkameradschaft Tann
  • TSV Tann 1891
  • VdK-Ortsverband Tann
  • Volkstanzfreunde Tann

Literatur

  • Donatus Moosauer, Günther Michler, Ulrich Pietrusky: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Morsak Verlag, Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3


Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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