Straßkirchen (Landkreis Straubing-Bogen)

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Straßkirchen
Das Wappen von Straßkirchen


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 324 m
Fläche: 38,39 km²
Einwohner: 3.278 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94342
Vorwahl: 09424
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.strasskirchen.de
Erster Bürgermeister: Dr. Christian Hirtreiter (CSU)

Straßkirchen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Straßkirchen.

Straßkirchen aus der Luft, links Irlbach, unten Schambach
Der an die erste urkundliche Erwähnung erinnernde Gedenkstein vor dem Rathaus
Die Pfarrkirche St. Stephanus
Die Allerseelenkirche St. Michael

Lage

Straßkirchen liegt an der Bundesstraße 8 und der Bahnstrecke Passau-Regensburg in der Region Donau-Wald im Gäuboden zwischen den Städten Straubing und Plattling. Die Donau fließt in einer Entfernung von etwa zwei Kilometern an Straßkirchen vorbei.

Ortsteile

Ortsteile sind Ackerhof, Gänsdorf, Haberkofen, Haidhof, Makofen, Niederast, Oedhof, Paitzkofen, Putzenhofen, Schambach, Seehof, Stetten, Straßkirchen, Thal und Tiefenbrunn.

Geschichte

Ältere Geschichte

Erste urkundliche Hinweise auf Straßkirchen liefert das 12. Jahrhundert im Traditionsbuch des Klosters Prüfening. Um etwa 1130 wird Strazchirchen erstmals erwähnt, seit dem 16. Jahrhundert lautet der Ortsname Straßkirchen. Der Ort ist nach einer Kirche benannt, die an der alten Völkerstraße nach dem Osten lag.

Der Urpfarrei Straßkirchen mit ihrer Hauptkirche St. Stephan gehörten die Orte Paitzkofen, Stetten, Putzenhofen, Makofen, Haberkofen und Oedhof und Ilrlbach an. Beim Gericht Natternberg erhielt sich eine Einteilung aus dem Jahre 1464, die zwölf Hauptmannschaften ausweist, darunter auch Straßkirchen. Zur Hauptmannschaft, später Obmannschaft von Straßkirchen gehörten bei ihrer Gründung die Orte Haberkofen, Putzenhofen, Makofen und Gänsdorf.

Um 1570 wütete die Pest in Straßkirchen. Sie trat auch noch 1599, 1628 und 1634 auf. 1599 gehörten zur Hauptmannschaft Straßkirchen die Orte Straßkirchen, Häberskhofen, Ödthof, Niderastn, Niederharthausen, Purckhstal und Lindhof.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden beim Schwedeneinfall 1633 durch den Brand des Pfarrhofes alle Pfarrbücher und Urkunden aus früheren Jahrhunderten vernichtet. Schon 1636 bauten die Besitzer der Taferne das Wirtshaus wieder auf. Der bis heute unveränderte Steinbau wurde 1978 unter Denkmalsschutz gestellt.

Die Schul- und Mesnersölde war ursprünglich das Schulhaus des St. Stephans-Pfarrgotteshauses. Nach einem Brand im Jahre 1715 wurde es 1726 vom Pfarrherrn mit Mitteln der Kirchenstiftung wieder neu erbaut.

Die Gemeindeedikte von 1808 und 1818 schufen die heutige Gemeinde Straßkirchen. Die Schulräume wurden in den Jahren von 1823 bis 1827 unter Pfarrer Max Joseph Engelhardt erweitert. 1863/64 erfolgte dann ein neuer Schulbau (jetzt Kindergarten), der 1892 an der Südseite erweitert wurde.

Im Jahr 1921 führte Bürgermeister Joseph Schlecht trotz der Probleme, welche die Nachkriegs- und Inflationszeit mit sich brachte, die Elektrifizierung in Straßkirchen durch

Erste Eingemeindungen

Auf Ersuchen des Landratsamtes Straubing verfügte die amerikanische Militärregierung mit Wirkung vom 1. Januar 1946 die Eingemeindung der Orte Haberkofen, Oedhof und Niederast aus der Gemeinde Niederharthausen in die Gemeinde Straßkirchen. Auf Einspruch der Gemeinde Niederharthausen wurde aber nach einigen Monaten die Rückgemeindung nach Niederharthausen verfügt. Die Ortssprecher von Haberkofen, Oedhof und Niederast wandten sich daraufhin mit Eingaben und Beschwerden an das Bayerische Staatsministerium des Innern und wiesen auf die schlechte Verbindung und das geographische Mißverhältnis zur Gemeinde Niederharthausen hin. Auf Weisung des Innenministers erließ die Regierung von Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg am 9. Februar 1949 eine Entschließung, wodurch die Orte Haberkofen, Oedhof und Niederast ab 1. April 1949 endgültig in die politische Gemeinde Straßkirchen eingemeindet wurden.

Wachstum

Unmittelbar nach der Währungsreform von 1948 setzte ein staatlich geförderter umfangreicher privater Wonungsbau in Straßkirchen ein. Erzbischof Dr. Michael Buchberger weihte am 20. September 1953 das neue Schulhaus gemeinsam mit dem verlegten Friedhof ein. Das freigewordene alte Schulhaus nahm ab 2. Mai 1954 den neueröffneten Kindergarten auf. Der tausend Jahre alte Friedhof bei der Pfarrkirche und das Kriegerdenkmal mussten dem Verkehr weichen.

1961 wurde ein neues Rathaus errichtet, 1967 entstand ein Badebecken im Ausmaß von 8 x 20 Metern. Die Schul-und Mesnersölde, einst das Bildungszentrum des Dorfes, verfiel 1970 dem Abbruch. Am 12. November 1977 erhielt das neue Sportzentrum mit der Mehrzweckhalle die kirchliche Weihe durch Pfarrer Alois Schöberl.

Mit Zustimmung der Regierung von Niederbayern in Landshut genehmigte die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns am 9. Juni 1976 der Gemeinde Straßkirchen die Führung eines eigenen Gemeindewappens. Die beantragte Erhebung zum Markt wurde jedoch abgelehnt.

Die Gemeindegebietsreform

Am 1. Januar 1976 schloss sich die Gemeinde Paitzkofen freiwillig Straßkirchen an. Dagegen gab es in den Gemeinden Irlbach, Schambach, Grafling und Amselfing heftigen Widerstand gegen die Zusammenlegung mit Straßkirchen. Am 1. Mai 1978 trat die zwangsweise Eingemeindung von Irlbach und Schambach sowie von Teilen der ehemaligen Gemeinden Grafling und Amselfing in Kraft.

Neue Baumaßnahmen

Im Januar 1980 erfolgte der erste Spatenstich für das angestrebte Klärwerk durch Bürgermeister Xaver Weinzierl. Nach fast zweijähriger Bauzeit konnte das Werk im Oktober 1981 seiner Bestimmung übergeben werden.

Am 21. Dezember 1981 begannen die Bauarbeiten für das Doppelprojekt Rathaus/Feuerhaus. Am 14. Oktober 1983 fand mit dem Segen von Pfarrer Erwin Feil die feierliche Einweihung und Übergabe statt. Der Sitzungssaal für den Gemeinderat befindet sich im Übergeschoß dieses Traktes.

Irlbach wieder selbstständig

Am 3. November 1983 stellte aufgrund einer Popularklage der Bayerische Verfassungsgerichtshof in München die Verfassungswidrigkeit der Eingemeindung von Irlbach nach Straßkirchen fest. Straßkirchen legte dagegen vergeblich Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein. Dessen Entscheidung vom 15. Januar 1985 besagte, dass in dieser Angelegenheit nicht das Bundesverfassungsgericht zuständig sei, sondern der Verfassungsgerichtshof in München, der sein Urteil bereits gefällt habe. So wurde die Gemeinde Irlbach wieder selbstständig und am 1. Januar 1986 die Verwaltungsgemeinschaft für Straßkirchen und Irlbach mit dem Sitz im Rathaus Straßkirchen geschaffen.

Am 12. Februar 1986 wurde der Unterricht in der neuen Mittelschule aufgenommen.

Wappen

Das Wappen, das seit 1977 geführt wird, zeigt ein vollständig für den Ortsnamen redendes Bild. Der silberne Schrägbalken steht für "Straß-" und verweist auf die Lage der Gemeinde am alten, dem südlichen Donauufer folgenden Fernhandelsweg Regensburg-Straubing-Passau. Der Straße ist eine heraldisch stilisierte Kirche mit Spitzturm aufgelegt, die für den Namensbestandteil "-kirchen" redet und deutlich erkennbar der örtlichen Pfarrkirche nachempfunden ist.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Dr. Christian Hirtreiter (CSU). Er gewann 2014 die Stichwahl mit 56,64 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Amtsinhaber Eduard Grotz (SPD, 43,36 Prozent).

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 7 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 8)
  • SPD: 5 Sitze (2008: 5)
  • Freie Wählervereinigung (FWV): 2 Sitze (2008: 1)
  • Aktive Bürger Straßkirchen (ABS): 2 Sitze (neu)

2008 hatte außerdem die Frauenliste/ÖDP 2 Sitze im Gemeinderat erreicht.

Ehrenbürger

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Stephanus, erbaut im 15. Jahrhundert, mit Turm aus dem 14. Jahrhundert. Über der Verbindungstüre der Sakristei zur Pfarrkirche befindet sich die Jahrzahl 1513. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie im Jahr 1633 von schwedischen Truppen bis auf die Grundmauern niedergebrannt. 1679 bis 1685 neu erbaut, erhielt sie nun ein barockes Inneres mit reichen Stukkaturen des Altarraumes von ca. 1690. Die marmorierten Seitenaltäre stammen wie der marmorne Hochaltar aus dem Jahre 1730, die Kanzel wurde erst 1840 angeschafft. 1888 erfolgte eine Verlängerung der Kirche um acht Meter in Richtung Westen.
  • Allerseelenkirche St. Michael, ursprünglich wohl die Hauptkirche, im frühen 18. Jahrhundert einschließlich des Turmes barockisiert. Auch die Innenausstattung stammt im wesentlichen aus dieser Zeit, mit Altar um 1740.
  • Photovoltaik-Freiflächenanlage Plattling/Straßkirchen

Bildung und Erziehung

  • Volksschule Straßkirchen (Grund- und Mittelschule)
  • Kindergarten St. Elisabeth
  • Kindergarten St. Martin

Vereine

Örtliche Vereine sind der Bauernhilfsverein von 1862, die Krieger- und Soldatenkameradschaft von 1873, die Freiwillige Feuerwehr von 1875, der Obst- und Gartenbauverein von 1902, die Schützengesellschaft Almenrausch von 1918, der Fußball-Club (FC) von 1928, Der Tennis-Club (TC) von 1965, die Wanderfreunde Straßkirchen von 1969, der Geflügelzuchtverein Straßkirchen und Umgebung von 1970, der Eisstock-Club e. V. von 1972, der Schach-Club (SC) von 1972 und der Kegelverein Alle Neune Straßkirchen von 1983.


Städte und Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen
Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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