Stallwang

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Stallwang
Das Wappen von Stallwang


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 360 m
Fläche: 20,59 km²
Einwohner: 1.392 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94375
Vorwahl: 09964
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.Stallwang.de
Erster Bürgermeister: Max Dietl (CSU)

Stallwang ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Stallwang.

Die Pfarrkirche St. Michael in Stallwang

Geographie

Stallwang liegt an der Kinsach im Falkensteiner Vorwald am Bojerweg zwischen Straubing und Cham.

Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind Altenhofen, Auersdorf, Buchet, Eggersberg, Großfeld, Grub, Grünleiten, Hagmühl, Haidhof, Haselmühle, Hof, Höhenstein, Irlmühl, Kammersdorf, Königseck, Kuglmühl,Landorf, Niederkinsach, Oberkinsach, Ödling, Piehlhof, Piehlmühl, Reichersdorf, Reisach, Ried, Rißmühl, Roßberg, Sägmühl, Schleißersgrub, Schönstein, Stallwang, Steinberg, Steinbühl, Steinernkreuz, Stubenhof, Stützenbrunn, Tiefengraben, Treffendorf, Untermannbach, Utzmannsdorf, Weihermühl und Wetzelsberg.

Geschichte

Die Besiedelung erfolgte etwa um das 8. und 9. Jahrhundert durch das Kloster Münster (Pfaffmünster) bei Steinach, das hier entlang der alten Gebirgsquerung tiefer in den Wald eindrang und zahlreiche Rodungssiedlungen anlegte. Später unterstand der Ort den Grafen von Bogen.

Erstmals urkundlich belegt ist Stalbaub 1284, vermutlich von mittelhochdeutsch stalboum (starker Baum). Über Stalbavm, Stalbang, Stolwang, Stalwanng und Stollwang wurde daraus nach 1618 Stallwang.

Stallwang war Sitz einer Hofmark. 1551 erwarb Augustin von Nußberg von Albrecht Nothaft zu Altrandsberg die Hofmark Stallwang. Mit seinem Ableben 1569 erlosch das Geschlecht der Nußberger im Mannesstamm. Ihre Nachfolger waren die Herren von Murach.

Die Matrikelbücher der Pfarrei Stallwang gehen bis auf das Jahr 1624 zurück. Sie dokumentieren die wiederholten, sich über Jahre hinziehenden Plünderungen Stallwangs im Dreißigjährigen Krieg durch schwedische Soldatesken, wobei ganze Familien ausgerottet wurden. Auch der berüchtigte Schwedentrunk kam zur Anwendung.[1]

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte der Besitz mit Haunkenzell, Stallwang und Mauerstetten den Herren von Keck. Von 1756 bis 1830 übten die Freiherren von Poißl zu Loifling die Hofmarksherrschaft bzw. Patrimonialgerichtsbarkeit in Stallwang aus. Schon Anfang des 18. Jahrhunderts verkehrten auf der Strecke Stallwang-Cham Postreiter, in Stallwang wurde bereits 1756 eine Poststation errichtet, noch heute deutet das Posthorn in der unteren Hälfte des Stallwanger Gemeindewappens auf diesen historischen Bezug hin.

Am 22. Juni 1869 sprach sich Ostbahn-Direktor Badhauser für eine über Stallwang führende Trasse einer Bahnstrecke von Straubing nach Cham aus. Dazu wäre ein Tunnel von 1800 Fuß Länge erforderlich gewesen. 1873 fiel jedoch die Entscheidung für den Bau der Waldbahn von Plattling nach Bayerisch Eisenstein. Als 1884 das Projekt einer Stichbahn von Straubing aus aufgenommen wurde, entschied man sich gegen Stallwang für das kleinere Konzell als Endstation. Später wurde die Strecke von Konzell aus nach Miltach weitergebaut, während Stallwang ohne Eisenbahnanschluss blieb. Stattdessen wurde 1907 die erste Postautolinie Niederbayerns zwischen Straubing und Stallwang eröffnet.

Die Gebietsreform brachte 1972 die Eingliederung der Gemeinde Schönstein, damals 357 Einwohner, und 1977 von Landorf, damals 371 Einwohner in die zu dieser Zeit 623 Einwohner zählende Gemeinde Stallwang.

Wappen

Ein Wappen wird seit 1958 geführt. Die obere Schildhälfte mit dem Hirschgeweih zeigt das Familienwappen der Freiherren von Poißl zu Loifling, die von 1756 bis 1830 die Hofmarksherrschaft bzw. Patrimonialgerichtsbarkeit in Stallwang ausübte. Die Hofmark Stallwang war seit 1550 besitzrechtlich mit der Hofmark Haunkenzell in Personalunion verbunden. Das Posthorn erinnert an die frühere Station der Thurn und Taxisschen Reichsposten in Stallwang, dann auch an die Einrichtung der Postautolinie Straubing-Stallwang, der ersten Verbindung dieser Art in Niederbayern. In Stallwang befand sich schon im Spätmittelalter eine große Stallung für Vorspannpferde, die im Salzfrachtverkehr unentbehrlich waren.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Max Dietl (CSU). Er wurde 2014 mit 58,52 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Mitbewerber Friedrich Hollmer (GBL) zum Nachfolger von Alfons Wolf (CSU) gewählt. Wolf war seit 1990 im Amt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 7 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • Christlicher Wählerblock: 3 Sitze (2008: 3)
  • Christliche Wählergemeinschaft: 1 Sitz (2008: 2)
  • Gemeinsame Bürgerliste: 1 Sitz (neu)

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche St. Michael stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der spätmittelalterliche Turm wurde beim Neubau erhöht. An dem 1786 bis 1789 angefertigten Hochaltar waren die Straubinger Künstler Mathias Obermayr (Schnitzereien), Andreas Massinger (Schreinerarbeiten) und J. B. Scheck (Fassmalerei) beteiligt. Die Hauptfigur stellt die Sieben Schmerzen Mariens dar. Die Kanzel aus dem Jahr 1803 mit Evangelistenreliefs wurde von Fidelis Itelsperger geschaffen.

Bildung und Erziehung

  • Volksschule Stallwang (Grund- und Mittelschule)
  • Kindergarten Stallwang
  • VHS Außenstelle Stallwang
  • Gemeindebücherei in der Volksschule Stallwang

Vereine

  • FFW Stallwang
  • TSV Stallwang-Rattiszell
  • Theaterfreunde Stallwang

Literatur

  • Walther Zeitler: Bayerwald-Porträts. Verlag Attenkofer, Straubing, 2. Auflage 2010, ISBN 3-936511-26-8

Einzelnachweise

  1. Walther Zeitler: Bayerwald-Porträts, S. 8-11
Städte und Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen
Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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