Siegenburg

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Siegenburg
Das Wappen von Siegenburg


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 392 m
Fläche: 25,63 km²
Einwohner: 3.436 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 93354
Vorwahl: 09444
Kfz-Kennzeichen: KEH
Website: www.siegenburg.de
Erster Bürgermeister: Dr. Johann Bergermeier (UW)

Siegenburg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Siegenburg.

Lage

Siegenburg liegt in der Hallertau an der Mündung des Siegbaches in die Abens. Die Bundesstraße 299, die Bundesstraße 301 und die Bundesautobahn 93 berühren den Ort.

Ortsteile

Ortsteile sind Aicha, Beckenhof, Daßfeld, Grafenmühle, Holzleithen, Kipfelsberg, Langhaid, Morgenrothmühle, Niederumelsdorf, Oberumelsdorf, Siegenburg, Staudach, Straßhaus, Tollbach und Walch.

Der Marktplatz von Siegenburg mit der Mariensäule
Die Pfarrkirche St. Nikolaus

Geschichte

Im Jahre 895 wurde der Ort Siegenburg mit der Nennung eines Sigo zu Siegenburg erstmals urkundlich erwähnt. Das Grafengeschlecht der Siegenburger, das zur Klostervogtei Münchsmünster gehörte, soll 1140 ausgestorben sein.

Frühere Namen für Siegenburg sind nach Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein Sigenburgk, Sigenburch, Siginpurg, Sigenburc, Sienburch und Sigenburg. Seit 1813 ist die Schreibweise Siegenburg üblich.

Schloss Siegenburg

In Siegenburg herrschten unter anderem die Babonen, die Nachkommen des legendären Babo II aus Abensberg, darunter mehrere namens Altmann, die bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts regierten. Nach ihnen ist die Altmannstraße in Siegenburg benannt.

Danach fiel Siegenburg an die bayerischen Herzöge. Auch die Klöster Biburg und Münchsmünster hatten in Siegenburg Besitzungen. Aus alten Aufzeichnungen ist ersichtlich, daß Siegenburg als Markt bereits um 1359 erwähnt wurde. Genau nachgewiesen kann das Marktrecht 1379 werden. Die Herzöge Stephan, Friedrich und Johann gaben kraft eines Briefes, den sie vom Kaiser Ludwig dem Bayer erhalten hatten, das Marktrecht an Siegenburg.

Im Landshuter Erbfolgekrieg plünderten 1504 böhmische Soldaten den Ort. Das Schloss und alle Häuser wurden niedergebrannt. Nach dem Krieg entstand eine neue Kirche, die spätgotische Vorläuferin der heutigen Pfarrkirche.

Bereits 1550 gab es in Siegenburg eine Lateinschule. Vor der Plünderung im Dreißigjährigen Krieg 1632 hatte Siegenburg 140 Einwohner, darunter drei Bierbrauer, zwei Weinwirte, je drei Bäcker und Metzger und andere Handwerker. Als die plündernden Schweden abzogen, gab es in Siegenburg nur mehr zehn ganze Häuser, in denen einige Tagelöhner hausten. Allmählich wurde der Ort wieder aufgebaut, aber große Feuersbrünste vernichteten 1669 und 1675 wiederum große Teile der Ortschaft. 1678 gab es in Siegenburg 61 Wohnhäuser, 66 Familien und 47 Schulkinder.

Im Spanischen Erbfolgekrieg steckten 1704 österreichische Husaren die Ortschaft an vier Stellen gleichzeitig in Brand. Der Anlass war wohl die Ermordung eines Husaren, welcher anschließend in den heute noch so genannten Husarensee geworfen wurde. Auch die Husarenstraße erinnert an dieses Ereignis. 1716 vernichtete ein Großfeuer das Schloss und 115 Häuser, Scheunen und Anbauten. Im Österreichischen Erbfolgekrieg überfielen und plünderten 1745 Panduren den Ort. Auch von den Napoleonischen Kriegen mit der nahen Schlacht von Abensberg (1809) war Siegenburg unmittelbar betroffen.

Der Markt Siegenburg wurde 1846 Zentrum eines Hopfensiegelbezirks. 1858 wurde ein neues Schulhaus gebaut. 1885 betrug die Einwohnerzahl etwa 1300. Der Siegenburger Qualitätshopfen erhielt im Jahre 1900 auf der Weltausstellung in Paris die große goldene Medaille und im Jahre 1911 auf der internationalen Gersten- und Hopfenausstellung in Chicago im Wettbewerb mit allen Hopfenanbauländern der Welt den höchsten internationalen Preis.

1934 wurde die Schule auf sechs Räume erweitert. Die Zerstörung in den letzten Kriegstagen im April 1945 war nicht allzu groß und es gab auch keine Opfer in der Zivilbevölkerung. Zählte der Markt 1939 2176 Einwohner, so waren es 1950 bereits 2872. Der Zuwachs war auch bedingt durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene.

1946 wurde aus der aufgelösten Gemeinde Staudach der Ortsteil Staudach nach Siegenburg eingemeindet. Die Ortsteile Neukirchen, St. Johann und Malmersdorf kamen zur Gemeinde Train. Im selben Jahr wurde auch die Gemeinde Tollbach mit den Ortsteilen Tollbach, Aicha, Langhaid, Kipfelsberg und Morgenroth nach Siegenburg eingemeindet.

1970 wurde die neue Schule an der Antoniusstraße bezogen. Dieser Bau wurde 1978 und 1994 jeweils erweitert. 1975 lebten in der Gemeinde Siegenburg 1856 Einwohner. Nach der Eingemeindung von Niederumelsdorf mit den Ortsteilen Oberumelsdorf, Holzleiten, Grafenmühle und Straßhaus 1976 waren es 2237 Einwohner.

In der ehemaligen Hopfenwaage war lange Zeit ein kleines Museum untergebracht. Leider ist dies durch die Nässe des Gebäudes nicht mehr möglich. Noch heute wird alljährlich am Bürgerfest die Deutsche Hopfenzupfermeisterschaft ausgetragen

Gemeindewappen

Das seit dem 15. Jahrhundert geführte Wappen zeigt in Blau auf grünem Boden eine silberne Burg. Beiderseits des quadratischen Torturms mit breitem rotem Dach befinden sich je zwei mit ihm durch rot gedeckte silberne Mauern verbundene silberne Rundtürme mit roten Spitzdächern.

Das vermutlich bald nach der Bestätigung der Marktrechte von 1379 angefertigte, seit 1429 in Abdruck belegte und somit älteste Siegel zeigt frei im Feld die für den Ortsnamen redende Burg. Ihre Details waren wohl der im Jahre 1504 zerstörten Herzogsburg nachgebildet wurden. Ab dem 17. Jahrhundert gab es mehrmals einige Veränderungen in der Gestaltung wie schräg gestellte Doppelleitern zwischen den Türmen. Die jetzige Fassung hält sich an die älteste Wappenform.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Dr. Johann Bergermeier (UW). Er gewann am 30. März 2014 die Stichwahl mit 50,90 Prozent der Stimmen gegen Helmut Meichelböck (CSU/Forum/ABBS/JL, 49,10 Prozent). Damit wurde er Nachfolger von Franz Kiermaier (CSU), der nach fünf Amtsperioden nicht mehr kandidierte.

Marktrat

Der Marktrat von Siegenburg besteht aus 16 Mitgliedern (+ 1. Bürgermeister) und hat aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Zusammensetzung:

  • CSU: 4 Sitze (2008: 6)
  • SPD: 1 Sitz (2008: 1)
  • Unabhängige Wähler Siegenburg: 3 Sitze (2008: Unabhängige Wähler/Freie Wähler: 3)
  • Freie Wählergemeinschaft Siegenburg: 2 Sitze (2008: Unabhängige Wähler/Freie Wähler: 3)
  • Junge Liste Siegenburg: 1 Sitz (2008: 2)
  • Freie Bürgerliste Siegenburg: 1 Sitz (2008: 2)
  • Freie Wählergruppe Niederumelsdorf: 2 Sitze (2008: 2)
  • Aktive Bürgerinnen und Bürger Siegenburg: 1 Sitz (neu)
  • Forum Siegenburg e. V.: 1 Sitz (neu)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Nikolaus, genannt „Dom der Hallertau“. Die Grundsteinlegung für das neubarocke Bauwerk fand am 21. August 1892 statt. Der 1816 errichtete Südturm der Vorgängerkirche wurde als Nordturm beibehalten. Bereits an Weihnachten 1893 konnte die erste heilige Messe im Neubau gefeiert werden.
  • Mariensäule auf dem Marktplatz. Sie wurde am 8. Dezember 1878 eingeweiht.
  • Siegenburger Schloss. Das kleine, in Privatbesitz befindliche Renaissanceschloss mit Brückenzugang und Burggraben steht am gleichen Ort, wo einst die Siegenburger Burg stand. Erbauer des Schlosses war der Siegenburger Bürger und Ratsherr Leonhard Pilbis, gestorben 1586.
  • Deutschmeisterdenkmal bei Niederumelsdorf. Es wurde zur Einnerung an die in der Schlacht von Abensberg (1809) gefallenen Offiziere und Mannschaften des K. u. K. Infanterieregimentes Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 errichtet und 1911 von Prinzregent Luitpold eingeweiht.

Feste

  • Bürgerfest am Wochenende nach dem 15. August. Im Bürgerfest wird alljährlich die Deutsche Hopfenzupfermeisterschaft ausgetragen.
  • Michaelimarkt am letzten Wochenende im September
  • Christkindlmarkt am zweiten Adventswochenende

Bildung und Erziehung

  • Herzog-Albrecht-Schule (Volksschule) Siegenburg (Grund- und Mittelschule)
  • Katholischer Kindergarten St. Nikolaus
  • Gemeindebücherei Siegenburg

Einrichtungen

  • Haus Magdalenum Seniorenheim
  • Wittmannsaal. Er wurde 1928 von den Guts- und Brauereibesitzern Karl und Eduard Wittmann erbaut und 1976 vom Hallertauer Volkstrachtenverein erworben.

Vereine

  • Altenclub Siegenburg
  • Bayer. Bauernverband Siegenburg
  • Bürgerinitiative gegen Fluglärm e. V.
  • Bund Naturschutz - Ortsgruppe Siegenburg
  • CB – Funkerrunde Siegenburg/Wildenberg
  • DLRG Siegenburg
  • Donauschwäbische Landsmannschaft Siegenburg
  • FC-Bayern Fan-Club
  • Faschingsgesellschaft "Siegonia"
  • Förderverein der Volksschule Siegenburg
  • Freie Wähler Siegenburg e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Siegenburg
  • Hallertauer Volkstrachtenverein e.V. Siegenburg
  • Jagdgenossenschaft Siegenburg
  • Junge Liste Siegenburg
  • Junge Union Siegenburg
  • Katholischer Frauenbund Siegenburg
  • Kirchenchor St. Nikolaus
  • Kolpingsfamilie Siegenburg
  • Krieger- und Soldatenkameradschaft Siegenburg
  • Liederkranz „Frohsinn“Siegenburg
  • Motorradclub Siegenburg
  • Motorsportfreunde Siegenburg
  • Obst- und Gartenbauverein Siegenburg
  • Oldtimer- und Veteranen-Club Siegenburg e.V.
  • Turn- und Sportverein e.V. Siegenburg
  • VdK Siegenburg
  • Verein für Deutsche Schäferhunde Siegenburg
  • Vereinigte Feuer- und Zimmerschützengesellschaft Siegenburg
  • Wirtschaftsförderkreis Siegenburg

Literatur

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3 406 55206 4

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kelheim
Wappen Landkreis Kelheim.png

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