Schwarzach (Landkreis Straubing-Bogen)

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Schwarzach
Das Wappen von Schwarzach


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 361 m
Fläche: 33,22 km²
Einwohner: 2.760 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94374
Vorwahl: 09962
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.schwarzach.de
Erster Bürgermeister: Georg Edbauer (CSU)

Schwarzach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzach. Zudem ist Schwarzach ein staatlich anerkannter Erholungsort und als Kleinzentrum ausgewiesen.

Der Marktplatz von Schwarzach
Das ehemalige Herrschaftsgebäude der Degenberger
Das ehemalige Kurfürstliche Bräuhaus

Geographie

Bei Schwarzach steigt eine dem Vorderen Bayerischen Waldes vorgelagerte Hügelgruppe aus dem Gäuboden auf. Südlich und südöstlich der Ortschaft liegen tertiäre, lößbedeckte Ablagerungen, während Schwarzach selbst auf kristallinem Gestein gründet. Zahlreiche Quellaustritte bilden kleine Bäche, die sich in der Nähe der Ortschaft zur Schwarzach vereinen. Diese mündet in die Donau.

Nur zwei Kilometer entfernt liegt die Ausfahrt der A 3.

Ortsteile

Ortsteile sind Absetz, Aimühl, Albertsried, Allersdorf, Amosried, Arnetstein, Ay, Baumgarten, Bucha, Bühel bei Schwarzach, Bühel bei Weißach, Burghausen, Damersbach, Degenberg, Dreiwies, Eben, Ed, Edbühel, Edersdorf, Etting, Forst, Gaimersbühel, Gaißing, Grandsberg, Grünbühel, Grünstein, Gumpersberg, Hanselberg, Harpfen, Harpfenmühl, Haslach, Hinterdegenberg, Hinterhof, Hof, Höhenberg, Holz, Hölzl, Irlbruck, Irlmühl, Kammühl, Kumpfmühl, Lindforst, Mühlberg, Niederhofen, Oberhofen, Penzkofen, Pitzenfeld, Pitzenloh, Ponholz, Prettbach, Reisachmühl, Reißen, Riedhof, Riedloh, Rohrmühl, Schönbühl, Schwarzach, Staudach, Stockach, Strahberg, Thal, Tiefendorf, Velling, Vorderhof, Weißach, Weißenberg und Wimpassing.

Geschichte

Schwarzach ist eine Gründung des Klosters Niederaltaich. Urkundlich erwähnt wird Suuarza erstmals 1129. Die Martinskapelle wurde 1148 zur Pfarrkirche erhoben. Geschichtlich bekannt wurde Schwarzach durch die Degenberger, die ihre Stammburg auf dem Degenberg im Nordosten Schwarzachs hatten. Nach Suarza, Swarza, Sworzach, Swartzach und Swarzach erscheint 1477 erstmals die heutige Schreibweise Schwarzach.

Nach der völligen Zerstörung ihrer Stammburg auf dem Degenberg im Böcklerkrieg mussten die Degenberger sich 1473 verpflichten, keine Burg auf diesem Berg mehr zu erbauen. Mindestens seit 1520 betrieben die Degenberger, die 1545 das Privileg des alleinigen Weißbierbraus links der Donau erhielten, ein Bräuhaus in Schwarzach.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bauten sie Schwarzach zu ihrem Herrensitz aus. Der heutige Marktplatz geht auf diese umfangreiche Anlage zurück. An der Südseite stand das Herrschaftsgebäude mit der 1601 errichteten Schlosskapelle, die Verwaltungs- und Gerichtsgebäude waren im Ostflügel untergebracht.

Nach dem Aussterben der Degenberger 1602 war Schwarzach ein kurfürstliches Pflegegericht, das bis 1806 bestand. Der Pfleger wohnte im Nordtrakt, wo sich heute ein Kaufhaus befindet. Die zentralörtliche Funktion schlug sich auch in den Besitzverhältnissen nieder: 1752 gab es in Schwarzach einen ganzen Hof, einen Viertelhof (Sölde) und nicht weniger als 38 sogenannte Leerhäusel, Anwesen ohne nennenswerten Grundbesitz.

1806 wurde das Pfleggericht nach Mitterfels verlegt, die Hofmarkgebäude 1807 versteigert. Die Schlossanlage und die ausgedehnten Waldungen erwarben einheimische Privatleute parzellenweise.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Schwarzach wieder wesentliche Veränderungen. 1946 bis 1949 entstand auf Initiative von Pfarrer Michael Graf das Krankenhaus mit Altenheim, wo 1950 die bis heute bestehende orthopädische Klinik eingerichtet wurde. Am 7. Oktober 1951 erhielt Schwarzach den Titel „Markt“ verliehen.

Seit 1970 ist Schwarzach anerkannter Erholungsort. Im Mai 1978 wurde Schwarzach Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzach, es folgte die Einstufung Schwarzachs als Kleinzentrum. Dieses hat eine zentralörtliche Struktur mit kleinen, mittleren und größeren Handwerks- bzw. Gewerbebetrieben.

Wappen

Der schwarze Wellenbalken im Schildhaupt redet für den Ortsnamen, der von der "Schwarzen Ache" abgeleitet ist. Der bärtige Männerrumpf, ein sog. Heiden- oder Türkenkopf (wohl in Erinnerung an die Teilnahme an Kreuzzügen), stammt aus dem alten Wappen der 1602 ausgestorbenen Freiherren von Degenberg, die erst von ihrer nahe Schwarzach gelegenen Burg Degenberg (1469 zerstört) und danach von ihrem Schloss in Schwarzach ihre ausgedehnten, zeitweise sogar reichsfreien Besitzungen verwalteten. Die grüne Ähre erinnert daran, dass in Schwarzach seit 1545 die älteste und lange Zeit einzige Weißbierbrauerei Altbayerns bestand, die über Jahrhunderte den Münchner Hof versorgte. Schwarzach führt das Wappen seit 1954.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Georg Edbauer (CSU). Er setzte sich 2014 mit 64,64 Prozent der Stimmen gegen den seit 2002 amtierenden Johann Wenninger (FDP/FW, 35,36 Prozent) durch.

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 6 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 5)
  • FW: 3 Sitze (2008: 2)
  • FDP/FWG: 3 Sitze (2008: 3)
  • CW: 2 Sitze (2008; 2)

2008 war zudem die Liste SPD u. Unabh. mit 2 Sitzen in den Marktgemeinderat gewählt worden.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche St. Martin
  • Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist im Chor und Langhaus im Kern spätgotisch. Um 1730 erfolgte eine umfassende Barockisierung. Der Turmunterbau stammt aus der Zeit um 1300, das Obergeschoß ist barock. Im nördlichen Seitenaltar befindet sich eine Madonna um 1450, in der südlichen Seitenkapelle ein Epitaph des Rittergeschlechtes der Degenberger von 1602. Der Hochaltar entstand um 1735, die Kanzel mit versilberten Reliefs um 1790.
  • Um den Marktplatz gruppieren sich an der Nordost-, Ost- und Südseite die Bauten der Herren von Degenberg. Der erste Bau wurde 1469 errichtet, die vorhandenen Gebäude stammen aus der Zeit um 1600. An der Südseite stand das Herrschaftsgebäude mit der 1601 errichteten Schlosskapelle. An der Westseite steht das 1687 bis 1689 erbaute ehemalige Kurfürstliche Bräuhaus (Sudhaus), welches das Monopol des Weißbierbraus im Bayerischen Wald besaß. Im Nordwesten befindet sich das 1640 erbaute Hofwirtshaus, eine dreigeschossige, quadratische Anlage.
  • Der Schwarzacher Schäfflertanz wird seit 1896 aufgeführt. Aufführungen finden im siebenjährigen Turnus statt, nächste Termine sind 2012 und 2019.
  • Das Kraftfahrzeugmuseum Schwarzach zeigt etwa 30 Kraftfahrzeuge der Baujahre 1928 bis 1984 auf einer Fläche von 150 m².

Sport und Freizeit

  • Freibad, erbaut 1970, saniert 1994 bis 1996
  • Max-Löw-Sportanlage, Rasensportplatz mit Sportheim (erbaut 1963 bis 1965), ausgebaut zur Schulsportanlage (1969 bis 1974) und zur Freizeitsportanlage (1980/1981)
  • Tennisanlage, erbaut 1976 bis 1977 mit 2 Spielplätzen, erweitert 1979 bis 1980 auf vier Spielplätze
  • Gemeindepark, Parkanlage mit Weiher, errichtet 1984 bis 1986, Erweiterung 1999

Bildung und Erziehung

  • Grund- u. Mittelschule (mit M-Klasse). Das Grundschulgebäude wurde 1961 bis 1963 erbaut, das Hauptschulgebäude 1970 bis 1973.
  • Kindergarten Sankt Martin (4 Gruppen), erbaut 1976/1977, Anbau 1997
  • Gemeindebücherei

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Schwarzach. Das Feuerwehrhaus wurde 1980/81 erbaut, 2003 erfolgte ein Anbau.
  • Sportverein Schwarzach e.V
  • Tennisclub 1957 e.V. Schwarzach
  • Schützenverein 1720
  • DJK Schwarzach
  • Skiclub Schwarzach

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Donatus Moosauer: Der Bayerische Wald − im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 1985, ISBN 3-87553-228-7


Städte und Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen
Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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