Saldenburg

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Saldenburg
Das Wappen von Saldenburg


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 450 - 570 m
Fläche: 28,04 km²
Einwohner: 1.911 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94163
Vorwahl: 08504
Kfz-Kennzeichen: FRG
Website: www.saldenburg.de
Erster Bürgermeister: Max König (SPD)

Saldenburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau.

Lage

Die Gemeinde im Unteren Bayerischen Wald liegt im Dreiburgenland im Tal der Ilz. Die Saldenburg ist eine der
Das Rathaus in Saldenburg
drei Burgen, die dem Landstrich den Beinamen gegeben haben.

Ortsteile

Es existieren die Gemarkungen Forstöd, Lembach und Saldenburg. Ortsteile sind Altreuth, Auggenthal, Bruckwiesreuth, Dießenstein, Ebersdorf, Entschenreuth, Furthsäge, Goben, Haberlmühle, Hals, Haufang, Haunleiten, Hirschreuth, Hundsruck, Lanzenreuth, Lembach, Matzersdorf, Oberöd, Ohmühle, Platten, Preying, Rettenbach, Saldenburg, Senging, Söldenreuth, Spitzingerreuth, Stadl, Sumpering, Trautmannsdorf und Unteröd.

Geschichte

Obwohl Werkzeugfunde aus dem Mesopaläolithikum (vor 35.000 - 100.000 Jahren) schon von menschlichem Leben im Gebiet um Saldenburg zeugen, beginnt die eigentliche Geschichte der Gemeinde erst mit der Errichtung der mächtigen Saldenburg im Jahre 1368.

Die Burg selbst wechselte in den folgenden Jahrhunderten immer wieder ihre Besitzer. Geblieben ist jedoch die Abhängigkeit der Bevölkerung vom jeweiligen Adelsgeschlecht auf der Saldenburg. Die Bürger zahlten Steuern und leisteten Frondienste und die jeweilige Herrschaft - ausgestattet mit der niederen Gerichtsbarkeit - bot Schutz und sorgte für Recht und Ordnung.

Die Bayerischen Herzöge Stefan, Johann und Friedrich übergeben 1388 die inzwischen an sie gefallene Saldenburg an das Geschlecht der Fraunberger, welche in den folgenden Jahren diesen ihren Besitz an die Eckher von Eckh abgaben.

1442 gelangt Saldenburg an die Ortenburger und später durch Heirat an die Degenberger. Die Degenberger waren führend im Böcklerkrieg gegen den Herzog Albrecht IV.

In Amtshilfe für Herzog Albrecht IV. zerstört Herzog Ludwig von Landshut 1468 große Teile der Saldenburg. Nur der heute noch erhaltene mächtige Wohnturm überlebt diesen Angriff. Die Saldenburg fällt an den Herzog zurück.

1479 fällt die Saldenburg wieder an die Ortenburger zurück und verbleibt die nächsten 200 Jahre bei diesem Geschlecht.

1677 kommt Saldenburg dann an das angesehene Geschlecht der von Preysing. Unter den Grafen von Preysing erwächst die Saldenburg noch einmal zu voller Blüte. Die durch Blitzschlag zerstörten Teile des Wohnturmes werden in reinstem Barock wieder hergestellt, der Rest bleibt unverändert in Gotik.

1742 übersteht die Saldenburg fast unbeschadet die bayerwaldweiten Zerstörungen durch Franz von der Trenck den Panduren im Österreichischen Erbfolgekrieg.

Die großen Umbildungen im Gerichts- und Verwaltungswesen in Bayern im Jahr 1803 lassen vorerst jedoch - so auch bei Saldenburg - die neu gegründeten Gemeinden und die althergebrachten Hofmarken noch nebeneinander existieren.

1841 befindet sich die Gemeinde Saldenburg erstmals in voller Selbstverwaltung. Gemeinde und Burgbesitzer gehen ab jetzt eigene Wege. Die Burg wechselt nach und nach an bürgerliche Besitzer und wird 1926 vom Bayerischen Staat übernommen.

1928 wird die Saldenburg zu einer den schönsten und meistbesuchten Jugendherbergen des Bayerischen Waldes ausgebaut.

Kirchlich gehört Saldenburg zur Pfarrei Preying.

Wappen

Ein Wappen führt die Gemeinde seit 1968. Es vereint Bestandteile aus Wappen von Adelsgeschlechtern, die als Inhaber der Saldenburg nachweisbar sind. Der goldene Balken in Schwarz stammt aus dem Wappen der Tuschel von Söldenau; Heinrich der Tuschel ließ die Burg um 1368 erbauen. Die Zinnen sind dem Wappen der Grafen von Preysing entnommen, die die Hofmark Saldenburg 1679 erwarben und den Besitz bis ins 19. Jahrhundert hielten. Die Krone symbolisiert das Dreikönigspatrozinium der Schlosskapelle.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Max König (SPD). 2008 erreichte er bei zwei Herausforderern 54,13 Prozent. 2014 wurde er als Alleinkandidat mit 96,75 Prozent wiedergewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat, 2008 noch mit 14 Mitgliedern, hat seit der Kommunalwahl 2014 wegen der geringeren Einwohnerzahl 12 Sitze (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • SPD: 4 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 5)
  • CSU: 4 Sitze (2008: 5)
  • Freie Wählergruppe: 4 Sitze (2008: 4)

Sehenswürdigkeiten

Luftaufnahme von Saldenburg. Foto: PNP.

Naturdenkmal „Wackelstein“

Auf einer breiten Kuppe befinden sich hier einige kleine Felsen, wovon einer besonders auffallend ist, der Wackelstein von Loh. Ein großer Block mit etwa 3 bis 4 m Kantenlänge, flacher Ober- und gewölbter Unterseite ruht auf einer fast ebenen Felsplatte. Trotz seines großen Gewichtes, er dürfte mindestens 50 Tonnen wiegen, kann ihn ein einziger kräftiger Mensch leicht zum Schaukeln bringen.

Wackelsteine stellen eine Laune der Natur dar; wobei sie in dieser Größe allerdings sehr selten vorkommen. Arthur Semmler aus New York entdeckte im Jahre 1915 dieses Naturdenkmal.

Siehe Hauptartikel: Wackelstein

Spätmittelalterlicher Glasofen

Nahe der Bundesstraße 85 in Nähe des Ortsteils Auggenthal entdeckte Forstamtmann a.D. und Hobbyarchäologe Norbert Schrüfer diese geheimnisvolle Schmelzofenanlage, die den Wissenschaftlern bis heute noch ein Rätsel aufgibt. In den Jahren 1980 bis 1985 wurde die Ofenanlage ausgegraben und frei zugänglich gemacht. Der genaue Verwendungszweck ist bis heute nicht geklärt. Die Industrieanlage könnte zur Glaserzeugung oder für Alchemie gedient haben. Durch eine sogenannte C-14 Analyse konnte die Betriebszeit des Ofens zwischen 1280 und 1460 bestimmt werden.

Siehe Hauptartikel: Mittelalterliche Ofenanlage (Saldenburg)

Weitere Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft

  • Die Firma "Scheukü Küchen Land GmbH" im Ortsteil Trautmannsdorf wurde im Jahr 1975 als Einzelfirma gegründet und 1978 in eine GmbH gewandelt. Seit dieser Zeit ist sie erfolgreich auf dem Küchensektor tätig.

Bildung und Erziehung

  • Kindergarten Saldenburg

Gesellschaft

Saldenburg ist neben den Gemeinden Schönberg, Thurmansbang, Grafenau, Perlesreut, Ringelai, Fürsteneck, Röhrnbach und Hutthurm Mitglied im Seniorennetzwerk Ilzer Land, das sind in erster Linie die Intensivierung des Gemeinde-, Vereins- und Verbandsübergreifenden Informationsaustausches mit Sicherung seniorenfreundlicher Strukturen und Dienstleistungen zu Ziel gesetzt hat. Für 2010 liegt ein umfangreiches Programm vor.

Vereine

Der Sozialverband VdK- mit seinem Ortsverband Preying ist seit Juli 2011 mit eigenen Internetseiten für alle Hilfesuchenden im sozialen Wirrwarr vor Ort tätig. Hinter dem kleinen Ortsverband Preying steht ein großer Verband mit über 1,5 Millionen Mitgliedern bundesweit, davon stellt alleine Bayern den größten Anteil mit knapp 600.000 Mitgliedern.

Siehe auch

Literatur

Städte und Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau
Wappen Landkreis Freyung-Grafenau.png

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