Saal an der Donau

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Saal an der Donau
Das Wappen von Saal an der Donau


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 346 m
Fläche: 44,11 km²
Einwohner: 5.335 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 93342
Vorwahl: 09441
Kfz-Kennzeichen: KEH
Website: www.saal-donau.de
Erster Bürgermeister: Christian Nerb (FW))

Saal an der Donau (amtlich: Saal a.d.Donau) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Saal an der Donau.

Lage

Saal liegt an der Bundesstraße 16 am rechten Ufer der Donau gegenüber der Stadt Kelheim an der Einmündung des Feckinger Baches in die Donau.

Die Pfarrkirche Christkönig in Saal a.d.Donau

Ortsteile

Ortsteile sind Buchhofen, Einmuß, Felsenhäusl, Gstreifet, Haunersdorf, Kleinberghofen, Kleingiersdorf, Mitterfecking, Oberfecking, Obersaal, Oberschambach, Oberteuerting, Peterfecking, Reißing, Seilbach, Untersaal, Unterschambach und Unterteuerting.

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Das Donautal bei Saal ist uraltes Siedlungsgebiet. Der älteste Fund ist ein Faustkeil zwischen Mitterfecking und Seilbach aus der Würm-Eiszeit. Bei Oberfecking wurden jungsteinzeitliche Siedlungen nachgewiesen. In Untersaal finden sich Siedlungsreste aus der Hallstattzeit (Ende des 9. Jahrhunderts vor Christus) und Flachgräber aus der Latenezeit (zwischen 550 und 420 vor Christus).

Reste keltischer Siedlungen und Wehrbauten wurden auf dem Ringberg bei Untersaal festgestellt, wo heute noch ein Ringwall mit Spuren von drei Toren und einem Brunnen zu sehen ist. Rechteckige Keltenschanzen befinden sich bei Kleingiersdorf und Unterschambach. Von der Römerzeit zeugen heute noch die Grundmauern eines römischen Wachturmes am Donauufer bei Untersaal um 370 nach Christus. 450 bis 500 besiedelten Bajuwaren die Gegend. Friedhöfe dieser Zeit wurden in Saal und Seilbach gefunden.

Saal unter dem Kloster Niedermünster

Am 20. November 1002 wird Saal erstmalig urkundlich erwähnt. Herzog Heinrich IV. (der spätere Kaiser Heinrich II.) bestätigte in einer Urkunde der Äbtissin Ouda von Kloster Niedermünster bei Regensburg den Besitz der Hofmark Saal. Die Siedlung wurde Salla genannt. Meist wird angenommen, dass sich Salla von indogermanisch salo (wogend) herleitet und auf das seit dem Mittelalter den Namen Feckinger Bach führende Bächlein bezieht. Albrecht Greule leitete dagegen 1999 den Ortsnamen aus germanisch sal-az (Einraumhaus) unter Bezug auf den römischen Burgus von Untersaal her.

Die Ortsteile wurden unterschiedlich differenziert in Obersaal, Untersaal und Herrnsaal, wo sich der Sitz des vom Landesherrn beauftragten Amtmanns befand. Die Pfarrei Obersaal wird 1326 erstmals urkundlich erwähnt. Jahrhundertelang waren die Saaler Bauern zum Reichsstift Niedermünster zehentpflichtig. In dieser Zeit war Saal auch Sitz eines Schrannengerichts.

1530 wurde Saal Unterlegestation der Österreichischen Hofpost, und seit 1630 sind Posthalter in Saal nachweisbar. An diese Zeit erinnert bis heute das Posthorn im Wappen von Saal.

Während des Dreißigjährigen Krieges litt Saal 1630 unter den von General Horn angeführten Schweden. An die Pestjahre von 1660/1661 erinnert die Pestkapelle am Kirchplatz. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) war Saal von österreichischen Truppen besetzt. 1705 wurde Mesner Joseph Johann Heid erster Schullehrer in Obersaal mit dem Mesnerhaus als erstem Saaler Schulhaus.

Das 19. und 20. Jahhundert

Mit der Säkularisation ging 1803 die Grundherrlichkeit von Kloster Niedermünster in Saal zu Ende. Von 1803 bis 1810 gehörte Saal zum Fürstentum Regensburg. Erst 1810 fiel Saal an das Königreich Bayern. 1848 wurden die Saaler Bauern von ihren grundherrlichen Lasten befreit.

Am 1. Juni 1874 wurde die Donautalbahn zwischen Ingolstadt und Regensburg eröffnet. Mit der Zusammenlegung von Post- und Bahnexpedition kam die Bahn- und Poststation nach Obersaal, die Posthalterei in Untersaal wurde aufgelöst. 1875 erhielt Saal einen Bahnhof. Im Jahr 1876 liegen die Anfänge der Saaler Kalköfen bei Haunersdorf.

Im Ersten Weltkrieg fielen 29 Saaler Bürger. 1938 wurde das Rathaus erbaut und im Frühjahr 1939 bezogen. Im Waldtal, an der Straße Saal-Teugn, existierte 1943 bis 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Gleichzeitig sollte eine unterirdische Rüstungsfabrik im Inneren des Ringberges für den Düsenjäger M 262 entstehen.

Am 28. April 1945 besetzen US- Kampftruppen nach Artilleriebeschuss und Tieffliegerangriffen Saal. Die Kampfhandlungen verursachten nur Gebäudeschäden. Insgesamt verlor Saal im Zweiten Weltkrieg 142 Kriegstote.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Reißing und Teuerting, am 1. Juli 1972 die Gemeinde Einmuß und am 1. Januar 1978 die Gemeinde Mitterfecking in die Gemeinde Saal an der Donau eingegliedert. Mit Wirkung vom 1. Mai 1978 erfolgte die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Saal an der Donau mit der Nachbargemeinde Teugn.

Im Zuge der Errichtung des Rhein-Main-Donau-Kanals entstand der 1978 eröffnete Hafen Kelheim-Saal, der an das Industriegebiet von Saal angrenzt. 1998 wurde mit dem Elektronenbeschleuniger-Typ der Logistik-Firma M. Fichtl und Ristron ein 20 Millionen Mark Hochtechnologie-Projekt in Saal realisiert.

Gemeindewappen

Das seit 1960 geführte Wappen zeigt in Blau einen gesenkten silbernen Drillingsschrägbalken und im linken Obereck ein goldenes Posthorn mit goldener Verschnürung.

Der dreifache Schrägbalken ist von der ortsadligen Familie der Saller (Salla) hergeleitet, die schon um 1400 ausgestorben sein dürfte. Ihr Wappen ist im Siegel des Ludweich Saller an einer Reichsstadt-Regensburger Urkunde von 1398 überliefert. Das goldene Posthorn erinnert an die schon um 1530 eingerichtete Taxissche Poststation in Saal, für die seit 1630 Posthalter nachweisbar sind. 1808 folgte eine bayerische Postexpedition.

Liste der Bürgermeister von Saal an der Donau

  • 1846 bis 1847 ? Zepf
  • 1848 bis 1851 Peter Plank
  • 1851 bis 1860 Joseph Pradl
  • 1860 bis 1866 Sebastian Gaßner
  • 1866 bis 1875 Joseph Pradl
  • 1875 bis 1880 ? Rummel
  • 1881 bis 1887 Joseph Plank
  • 1888 bis 1893 Georg Steindl
  • 1894 bis 1905 Sebastian Alkofer
  • 1906 bis 1921 Anton Pauli
  • 1922 bis 1924 Andreas Perzl
  • 1925 bis 1926 Peter Konrad
  • 1926 bis 1933 Joseph Hacker
  • 1933 bis 1937 Joseph Schindler
  • 1937 bis 1945 Johann Engel
  • 1945 bis 1966 Joseph Hacker
  • 1966 bis 1990 Johann Schlachtmeier
  • 1990 bis 2014 Peter Buberger

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Christian Nerb (Freie Wähler Saal). Er wurde 2014 mit 56,97 Prozent der Stimmen gegen vier Mitbewerber gewählt. Sein Vorgänger Peter Buberger (Unabhängige Wähler) war seit 1990 im Amt und kandidierte nicht mehr.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Saal an der Donau hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Zusammensetzung:

  • CSU: 5 Sitze (2008: 5)
  • FW: 6 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 4)
  • SPD: 3 Sitze (2008: 4)
  • UW (Unabhängige Wähler): 4 Sitze (2008: 7)
  • Wähler für Wähler: 2 Sitze (neu)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Christkönig. Sie wurde 1958 bis 1959 im Stil der Moderne erbaut und am 1. Oktober 1959 eingeweiht.
  • Kirche der Schmerzhaften Muttergottes in Obersaal. Das spätgotische Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert wurde 1628 vergrößert und Anfang des 20. Jahrhunderts neugotisch umgestaltet. Der Hochaltar enthält eine Pieta von ca. 1480 bis 1490. In der barocken Seitenkapelle befindet sich ein Kalksteinepitaph für die Familie Froschhammer aus dem Jahr 1628.
  • Kirche St. Andreas in Untersaal. Sie wurde 1726 bis 1736 in Anlehnung an die Kirche von Kloster Weltenburg erbaut.
  • Passionsprozessionen in Saal an der Donau. Die Saaler Passionsspieler zeigen das Passionsgeschehen in Form einer 1986, 1992 und regelmäßig seit 1996 aufgeführten Prozession auf.
  • Evangelische Lutherkirche. Sie wurde 1953/1954 erbaut und am 31. Oktober 1954 eingeweiht.
  • Sippenauer Moor

Bildung und Erziehung

  • Musikschule Saal a.d. Donau
  • Volksschule Saal
  • Förderschule Prälat-Michael-Thaller-Schule Außenstelle Mitterfecking
  • Kindergarten Saal an der Donau, Inbetriebnahme 1997
  • Kindergarten Mitterfecking

Einrichtungen

  • Erlebnis- und Sportbad (Freibad), erbaut 1988
  • Hallenbad
  • Alten- und Pflegeheim Saal

Vereine

  • Bienenzuchtverein Saal
  • CSU-Ortsverband Saal
  • Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) Christ König Saal/Do.
  • Freiwillige Feuerwehr Saal a. d. Donau, gegründet 1873
  • Historischer Fanfarenzug „Saaler Landsknechte“ DPSG Saal/Donau
  • KAB Saal an der Donau
  • Katholischer Deutscher Frauenbund Zweigverein Saal
  • Keltenlöwen Saal
  • KJG Saal a. d. Donau
  • Kleingärtnerverein Saal a. d. Donau
  • Motorsport-Club Saal
  • Nachbarschaftshilfe Saal a. d. Donau
  • Obst- und Gartenbauverein Saal
  • Opel-Freunde Saal Do e. V.
  • Passionsspielkreis Saal a. d. Donau
  • Schäferhundeverein Saal
  • Schützengesellschaft "1882 Saal/Donau e.V."
  • SKC Bahnfrei Saal
  • VdK Ortsverband Saal
  • SPD Ortsverein Saal
  • Sportverein Saal a. d. Donau
  • Theaterspielkreis Saal an der Donau e.V.
  • Werbekreis Saal a. d. Donau

Literatur

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3 406 55206 4

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kelheim
Wappen Landkreis Kelheim.png

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