Rotthalmünster

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Rotthalmünster
Das Wappen von Rotthalmünster


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 340 - 485 m
Fläche: 44,51 km²
Einwohner: 4.980 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94094
Vorwahl: 08533
Kfz-Kennzeichen: PA
Website: www.rotthalmuenster.de
Erster Bürgermeister: Franz Schönmoser (CSU)
Der Marktplatz von Rotthalmünster

Rotthalmünster ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und bildet mit der Gemeinde Malching die Verwaltungsgemeinschaft Rotthalmünster.

Geografie

Lage

Rotthalmünster liegt im niederbayerischen Bäderdreieck genau zwischen den drei Kurorten Bad Birnbach, Bad Griesbach im Rottal und Bad Füssing sowie 35 km südlich von Vilshofen an der Donau, 35 km südwestlich von Passau, 22 km westlich vom oberösterreichischen Schärding, 24 km nordöstlich von Simbach am Inn und 25 km östlich von Pfarrkirchen.

In 16 km Entfernung besteht Anschluss zur Bundesautobahn 3, Ausfahrt Pocking. In dem ebenfalls zu Rotthalmünster gehörenden Ortsteil Karpfham/Bahnhof befindet sich eine Bahnstation, welche man sich mit der Stadt Bad Griesbach im Rottal teilt. Die Bahnlinie verbindet den Landkreis Passau mit dem Landkreis Mühldorf am Inn.

Gliederung

Zum Markt gehören die Gemarkungen Asbach, Pattenham, Rotthalmünster und Weihmörting. Weitere Ortsteile sind Aicha, Allertsöd, Altasbach, Altschörg, Andorf, Andriching, Asenbauer, Au, Auggenthal, Auretsdobl, Baderöd, Berating, Berg, Bründlleithen, Buch, Denk, Dobl, Ed, Eggenberg, Enichl, Enzenbach, Faltlleithen, Fetzenöd, Frauenmühle, Frauenöd, Gimpl auf der Stadlöd, Hellham, Hindling, Hirla, Hirting, Höchfelden, Höllöd, Holzhäuser, Holzhäuser, Huberlöw, Kaina, Karpfham, Kollnöd, Kopp, Kühbach, Lageln, Laina, Leherbauer, Leithen, Linding, Löwenau, Lug, Maierhof, Mailham, Manertsöd, Naglmühle, Neugertsham, Oedmann, Penning, Priel, Reith, Reitmaier, Reutern, Riedhof, Rottfelling, Rucking, Safferl, Sagermühle, Schalkham, Schmalhof, Schneepoint, Schöffau, Senftl, Steindorf, Teuflöd, Unterwesterbach, Urberbauer, Volkertsham, Wangham, Weg, Weger, Weiheröd, Weinberg, Wiesberg, Wopping und Wurmstorf.

Wappen

Die eintürmige Kirche, ein Münster, redet für den Ortsnamen.

Siehe Hauptartikel: Wappen (Rotthalmünster)

Geschichte

Der Markt Rotthalmünster verdankt seine Entstehung dem ältesten adeligen Eigenkloster, das uns in den Schriftquellen Bayerns überhaupt begegnet. Schon unter dem agilolfingischen Herzog Hugibert (725-737) gründete der weitversippte Edle Wilhelm ein Nonnenkloster, das aber den Ungarnstürmen zum Opfer fiel. Das Kloster stand im heutigen Kühbach, etwa drei Kilometer von Rotthalmünster Richtung Kößlarn entfernt.

Der Name „Münster“ (der Ortsname Rotthalmünster wird, erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts geführt) ist also auf das Kloster das „Monasterium“, zurückzuführen.

Der Ort gehörte um 1150 den Grafen von Vornbach und Neuburg und kam anschließend an die Wittelsbacher Herzöge. Er wurde bereits im 13. Jahrhundert als Markt (Forum) bezeichnet und im Jahr 1343 begabte Ludwig der Bayer den Ort erneut mit dem Marktrecht und legte so den Grundstein zu seinem späteren wirtschaftlichen Aufblühen.

Zäher Fleiß und Lebenswille hat die Bewohner des Marktes die Prüfungen, Belastungen und Schrecknisse durch den Landshuter Erbfolgekrieg, den 30-jährigen Krieg, den Spanischen Erbfolgekrieg und den Österreichischen Erbfolgekrieg überstehen lassen, und die heutige Zeit stellt Rotthalmünster in jeder Hinsicht ein vital positives Zeugnis aus.

Erhalten blieben nur der letztere, das sog. Portalstöckl aus dem 15. Jahrhundert und ein westlich anstoßendes Stück der Ringmauer sowie ein östlicher Fortsatz derselben. Beachtenswert an der Ostseite des Gasthofes Herndl, eines aus der Renaissancezeit stammenden stattlichen Gebäudes, ist eine hübsche lebensgroße Figur des hl. Florian in Rokokonische, zweifellos eine Arbeit des sehr bekannten Kößlarner Stukkators Johann Baptist Modler (1697-1774). Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die in ihrer heutigen Form auf das Jahr 1452 zurückgeht, ist ein spätgotischer Bau, in Mittelstellung zwischen Basilika und Hallenkirche. Ein Blick in die Wieskapelle (1737-1740 erbaut), einst Wallfahrtskirchlein, heute Kriegergedächtniskapelle, mit ihren schmiedeeisernen Chorabschlußgittern lohnt sich ebenfalls.

Nach dem Tod von Georg dem Reichen von Niederbayern am 1. Dezember 1503 brachen erbitterte Erbstreitigkeiten im Rottaler Land aus. Zwar wollte Georg der Reiche sein Amt an den Pfälzer Ruprecht weitergeben, dies wurde jedoch von Prälat, Adel, Städten und Märkten abgelehnt. Auslöser des zwei Jahre anhaltenden Erbkrieges waren der gewaltsame Überfall Ruprechts auf die Städte Landshut und Burghausen im Jahre 1504. In den folgenden Jahren tobte ein Krieg mit verheerenden Zerstörungen, Brandschatzungen, Plünderungen, Meuterei und Seuchen.

Noch im selben Jahr versuchte Herzog Albrecht IV. diese Gräueltaten zu unterbinden und sandte ein Heer mit 2.000 Reitern, 12.000 Fußknechten und 16.000 Kriegswägen Richtung Osten. Im Zuge der Streitigkeiten wurden zahlreiche Orte wie Triftern, Birnbach und Ortenburg zerstört. In der Nacht vom 13. zum 14. Juni 1504 gelangte Albrecht auch nach Malching. Ortschaften, die ihre Loyalität dem Pfälzer Rupprecht schenkten wurden von dem Münchner Herzog gnadenlos zerstört und geplündert. Einer dieser Orte war beispielsweise Münster im Rotthal. Bis das Rottal im Rahmen des Erbfolgekrieges an Herzog Albrecht von Bayern-München fiel, gingen noch zahlreiche Orte in Feuer auf.

1868 kamen die Rotthalmünsterer den Bürgern des benachbarten Kößlarn zu Hilfe, als ein Großbrand dort in der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober 15 Wohngebäude und 18 Stallungen zerstörte. Zusammen mit Helfern aus Bayerbach und Bad Birnbach gelang es ihnen schließlich dem Feuer Herr zu werden. Der Kößlarner Großbrand 1868 war die schwerste Brandkatastrophe in deren Marktgeschichte.

Rotthalmünster hat für die Umgebung als wirtschaftlicher Faktor große Bedeutung erlangt und wird dieser Rolle als Unterzentrum aus regionaler Sicht voll gerecht. Der Raum gehört wegen seiner Randlage im europäischen Wirtschaftraum, seiner schlechten Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz und wegen mangelnder Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe zu den strukturschwächsten der Bundesrepublik. Trotzdem hat der Markt durch seine Bemühungen zur Verbesserung der Infrastruktur wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die Ansiedlung von Betrieben zu ermöglichen.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung des Marktes erfolgte bis zum Jahr 1889 aus insgesamt 40 Privatbrunnen sowie aus 18 öffentlichen im Marktbereich verteilten Einzelbrunnen. Damals holten sich die Marktbewohner mit Gefäßen ihr Wasser und speicherten es dann in ihrem Haus. Da jedoch die Ergiebigkeit der Brunnen sowie deren Trinkwasserqualität immer mehr zu wünschen übrig ließen, wurden 1888 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Anton Dumm die einleitenden Schritte zur Herstellung einer gusseisernen Wasserleitung für den Markt unternommen.

So baute die Marktgemeinde 1889 für die damals 1.300 Einwohner mit einem Kostenaufwand von 93.000 Mark eine Wasserversorgungsanlage. Ein 150 Kubikmeter fassendes Hochreservoir zwischen Unterwesterbach und Rotthalmünster, das aus insgesamt fünf Quellen gespeist wurde, diente zur Speicherung des Wassers. Die Einweihung fand am 5. und 6. Oktober 1889 statt.

Aufgrund der steigenden Frequentierung konnte die Anlage schon bald ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, sodass 1906 eine Vergrößerung des Hochbehälters auf 314 Kubikmeter vorgenommen werden musste. Um der aufkommenden Wasserverschwendung Einhalt zu gebieten, wurden übrigens im gleichen Jahr die ersten Wasserzähler eingeführt. 1936 war eine Erweiterung der Anlage unumgänglich, wobei vier weitere Quellen erschlossen wurden.

Von 1996 bis 2000 musste die zwischenzeitlich veraltete Anlage umfassend überholt und den aktuellen Anforderungen angepasst werden, um die auftretenden geogenen Belastungen (naturbedingte erhöhte Schadstoffgehalte) zu reduzieren.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Franz Schönmoser (CSU). Er wurde 2008 mit 52,65 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Amtsinhaber Werner Mayer (BfR) gewählt und 2014 als alleiniger Kandidat mit 91,44 Prozent im Amt bestätigt.

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat (20 Sitze + 1. Bürgermeister) setzt sich wie folgt zusammen:

  • CSU: 8 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • Freie Wählergemeinschaft Weihmörting (FWGW): 3 Sitze (2008: 3)
  • Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG): 3 Sitze (2008: 3)
  • Bürger für Rotthalmünster (BfR): 4 Sitze (2008: 5)
  • Parteilose Wählergruppe Asbach (PLWG): 2 Sitze (2008: 2)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, spätgotisches dreischiffiges Bauwerk von Hans Wechselperger aus dem 15. Jahrhundert, mit Turmoberteil von 1733. Das Innere besitzt ein kompliziertes Rippengewölbe, einen Hochaltar um 1700 und mehrere Holzfiguren an den Seitenaltären von Wenzeslaus Jorhan aus dem 18. Jahrhundert.
  • Wieskapelle zum Seligen End (Wallfahrtskapelle Mater Dolorosa), erbaut 1737 bis 1740, seit 1920 Kriegergedächtnisstätte, mit Vespergruppe um 1430
  • Marktplatz, 160 Meter lang und 20 Meter breit, mit Häusern des 19. Jahrhunderts
  • Portalstöckl am Marktplatz, Torturm aus dem 15. Jahrhundert

Bildung und Erziehung

  • Mittelschule Rotthalmünster
  • Private Montessori Grundschule Rotthalmünster
  • Grundschule Rotthalmünster
  • Volkshochschule Rotthalmünster
  • Akademie für Gesundheitsberufe Rotthalmünster
  • Berufsfachschule für Krankenpflege
  • Staatl. Höhere Landbauschule
  • Kindergarten St. Ulrich
  • Caritas-Kindergarten

Kultur

  • Im 18. Jahrhundert gab es in Rotthalmünster viele Händler, die den sogenannten Schmai verkauften.
  • In Rotthalmünster war es üblich, in der Faschingszeit eine Faschingshochzeit abzuhalten. Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine echte Eheschließung, sondern um ein Schauspiel mit vertauschten Rollen.
  • Heute ist der Bartholomäus-Markt ein fester Bestandteil in Rotthalmünster.

Vereine

  • Gesangverein Rotthalmünster e. V. gegr. 1855
  • Alpenverein Rotthalmünster
  • Bauernverein Rotthalmünster
  • Bayer. Rotes Kreuz - Kolonne Rotthalmünster
  • BfR - Bürger für Rotthalmünster
  • Brieftaubenverein Rotthalmünster
  • CSU - Frauenunion Rotthalmünster
  • CSU - Ortsverband Rotthalmünster
  • Frauenbund/Frauenverein Rotthalmünster
  • Freiwillige Feuerwehr Rotthalmünster
  • Heimat- und Naturschutzverein
  • Heimattheater d` Kesselbachtaler
  • Historischer Verein Rotthalmünster und Umgebung
  • Imkerverein Rotthalmünster
  • Jagdgenossenschaft Rotthalmünster
  • Junge Union-Ortsverband Rotthalmünster
  • "Alle Neune" Rotthalmünster
  • Kinder- und Jugendtheater
  • Kolpingsfamilie Rotthalmünster
  • Krieger- und Soldatenkameradschaft Rotthalmünster
  • Kulturfreunde Rotthalmünster
  • Marktkapelle Rotthalmünster
  • Modellsportgruppe Rotthalmünster
  • Narrhalla Faschingsgesellschaft
  • Ortscaritasverband Rotthalmünster
  • Reservistenkameradschaft Rotthalmünster
  • Skiclub Rotthalmünster
  • SPD Ortsverband Rotthalmünster
  • Stopselclub Rotthalmünster
  • Tennisclub Rotthalmünster
  • Turn- und Sportverein 1891 Rotthalmünster
  • VdK Ortsverband Rotthalmünster
  • Verein für Freunde und Förderer des Krankenhauses Rotthalmünster
  • Verein für Gartenbau und Landschaftspflege Rotthalmünster

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur


Städte und Gemeinden im Landkreis Passau
Wappen Landkreis Passau.png

Aicha v.W.AidenbachAldersbachBad FüssingBad Griesbach i.R.BeutelsbachBreitenbergBüchlbergEging am SeeFürstensteinFürstenzellHaarbachHauzenbergHofkirchenHutthurmKirchhamKößlarnMalchingNeuburg a.I.Neuhaus a.I.Neukirchen v.W.ObernzellOrtenburgPockingRotthalmünsterRudertingRuhstorf an der RottSalzwegSonnenTettenweisThyrnauTiefenbachTittlingUntergriesbachVilshofen an der DonauWegscheidWindorfWitzmannsberg