Rosa Maria Bächer

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Rosa Maria Bächer, 2009

Rosa Maria Bächer (* 26. Februar 1950 in Thierhaupten) ist eine Pädagogin und Lyrikerin. Zwischenmenschliches und Reiseimpressionen prägen ihr lyrisches Werk.

Leben und Wirken

Rosa Maria Bächer hat an der Werkkunstschule und an der Universität Augsburg Pädagogik für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen studiert. Nach einigen Jahren Berufsausübung in Günzburg war sie Lehrerin an der Staatlichen Schule für Kranke im Regierungsbezirk Niederbayern in der Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Passau.

Seit 1979 lebt sie in Passau und ist hier seit 1986 Mitglied des Passauer Literaturkreises. 1989 wurde sie außerdem Mitglied der Regensburger Schriftstellergruppe International.

Werke

Überblick

Gedichte von Rosa Maria Bächer sind unter anderem erschienen in Anthologien der Edition L des Czernik-Verlags und des Passauer Literaturkreises, außerdem in der Zeitschrift Landstrich und in den Passauer Kunst Blättern. Sie bekennt sich zu Jan Skácel, Wisława Szymborska und Hilde Domin als Vorbildern.

Reisen führten sie in viele Länder: unter anderem 1986 eine Fahrt durch den Westen der USA, (Kalifornien, Utah, Nevada, Colorado, Arizona), 2000 eine Expeditionsreise durch Zentralasien (Pakistan, Westchina, Kirgisistan, Usbekistan), 2004 eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn (Peking bis Moskau). Ihre Reise nach Tibet (2006) schlug sich unter anderem im Gedicht „Tibetjunge“ (in: Landstrich, Heft 26, 2010), eine Fahrt in den hohen Norden in der „Grönlandballade“ (Passauer Kunst Blätter, Heft 67, 1-2021) nieder.

„Die Folge der Monate und der Jahreszeiten, Phänomene der Natur, Dinge des Alltags lässt RMB so leicht in ihren Versen daherkommen, sie bringen den Trost und sie bringen den Schmerz. Verstörung geschieht beiläufig. Ihre Verse treten so unbemüht, so leicht-fertig ein und sie gehen so schwer, aufgerissen und vergehenshaftig hinaus.“ (Johann Nep. Bachmeier, April 2003 auf dem Waschzettel des Bandes Zimt und Marihuana)

„Sie ist eine sensible, eine genaue Beobachterin der belebten wie der unbelebten Natur und eine bedächtig formulierende Dichterin.“ (Stefan Rammer im Feuilleton der Passauer Neuen Presse, 29. November 2003).

Rosa Maria Bächer pflegt Kontakte zu regionalen bildenden Künstlerinnen und Künstlern. Den Band „Jazzkonzert“ (1996) hat sie mit Werken von Margit und Dierk Sartor illustriert, „Zimt und Marihuana“ (2003) mit Zeichnungen von Karl Schleinkofer. In den Passauer Kunst Blättern (Heft 31, 1-2003) hat sie ein Gedicht zu einer Lithographie von Waltraud Danzig publiziert. Beim großformatigen Band „Wachgeküsst“ sind Bilder und Text von Konrad Schmid als Einheit in Holz geschnitten und von Hand in geringer Auflage gedruckt.

Werkbeispiel

Im Teller ist Sand

Das Zimmer ist wortlos
schweigsam der Tisch
im Topf
kocht das Wasser
verdampft wie ein Fisch

Im Flur
steht ein Schneemann
der Winter ist lang
wer zündet den Traum an
mit rotem Gesang

Das Holz ist im Keller
das Weiß an der wand
im Herd
brennt kein Feuer
im Teller ist Sand

Publikationen (Auswahl)

  • Flügelschläge. Passau (Verlag Passavia) 1987, ISBN 3-87616-127-4
  • Gegen den Wind. Gedichte, Passau (Lippmann-Mindl-Verlag) 1991, ISBN 3-923845-21-9
  • Jazzkonzert. Gedichte und Bilder, Tiefenbach (Edition Töpfl) 1996, 3-927108-37-5
  • Das Gerede der Vögel. Gedichte. Hockenheim (Czernik Verlag) 1998, ISBN 3-930045-66-4
  • Zimt und Marihuana. Gedichte. A-Stolzalpe (Wolfgang Hager Verlag) 2003, ISBN 3-902400-18-8
  • Wachgeküsst (Künstlerbuch mit Holzschnitten von Konrad Schmid), Hartkirchen 2013 (Auflage 18)

Auszeichnungen

  • 1. Preis für Prosa der Autorentage Weinstadt (1992)
  • Inge-Czernik-Förderpreis für Lyrik (1997)

Literatur

Weblinks