Robert Bernhard Erbertseder

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Robert Bernhard Erbertseder

Robert Bernhard Erbertseder (* 29. August 1913 in Kößlarn; † 19. November 2001) war ein niederbayerischer Oberstudiendirektor, Dichter, Sänger und Schriftsteller. Er war auch als „Roddaler-Boggal-Dichter“ bekannt.

Leben und Wirken

Erbertseder war ein Kößlarner Kaufmannssohn. Nach dem Besuch der Volksschule kam er auf das Humanistische Gymnasium nach Passau, um dann von 1935 bis 1938 an der dortigen Hochschule Philosophie und Theologie zu studieren. Bereits in dieser frühen Zeit – Erbertseder war erst 23 Jahre alt – wurde er lyrisch recht produktiv.

1938 bis 1940 studierte der junge Dichter dann in München Germanistik, Geschichte und Geographie. Während des Zweiten Weltkriegs, den er als Panzerfunker in Frankreich und der Sowjetunion mitmachen musste, konnte Erbertseder jeweils in den Urlaubswochen seine Staatsexamensprüfungen erfolgreich ablegen, so dass er nach Ende des Kriegs und der Gefangenschaft ab 1946 als Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte und Erdkunde an der Oberrealschule für Knaben in Pfarrkirchen tätig sein konnte. Bis 1959 unterrichtete er hier.

In dieser Zeit entstanden viele weitere feinsinnige Gedichte, die 1952 in einem ersten Büchlein „Schimmernde Hügel“ herauskamen, erschienen im Verlag Joseph Habbel in Regensburg. Auf 74 Seiten waren 48 kleine sprachliche Kunstwerke versammelt; Alois Winklhofer, der Passauer Theologieprofessor und selbst ein Dichter von hohen Graden, schwärmte in der Zeitschrift Der Zwiebelturm: „[...] was für ein kostbarer niederbayerischer Lobgesang!“

In der Pfarrkirchener Zeit, seiner ersten zwischen 1946 bis 1959, entstanden daneben noch viele religiöse Texte, z. B. das berühmte und allseits bekannte „Gartlberger Wallfahrtslied“, aber auch seine kraftvollen Mundartgedichte, etwa die „Boggalbahn“ oder die „Bianbegga Bruck“. Erbertseder war in allen lyrischen Genres zu Hause, er traf stets den richtigen Ton, zur Freude und zu Erbauung seiner Leser- und Hörerschaft. Oft wurde er daher auch mit der Schaffung von Gelegenheitsgedichten betraut, etwa bei der Primizfeier für den Jungpriester Franz Xaver Eder, der auch noch als Bischof von Passau zu den engen Freunden des Dichters zählte.

Danach verließ Erbertseder seine niederbayerische Heimat für 20 Jahre, um auf der beruflichen Karriereleiter weiter nach oben zu steigen. Nach fünf Jahren als Studiendirektor 1959 bis 1964 am Gymnasium Mühldorf (heute: „Ruperti-Gymnasium“) war Erbertseder dann von 1964 bis 1976 Oberstudiendirektor und Schulleiter am Camerloher-Gymnasium Freising. Den Ruhestand verbrachte Erbertseder dann aber doch in Niederbayern: Ab 1979 war er wieder in Pfarrkirchen ansässig, aktiv tätig als Sänger, Musiker, Heimatkundler und Literaturvermittler. Am 19. November 2001 verstarb er.

Adolf Hochholzer urteilte 2002 über Erbertseder: „Robert Erbertseder ist kein Heimatdichter im engen Verständnis, er ist zum ‚Sänger Niederbayerns‘ geworden, dem Land und Leute innig empfundene, musikalisch hochempfindsame Verse verdanken, die nicht mehr nur lokalen oder regionalen Ansprüchen genügen, sie sind wahrlich ‚Dichtung‘ geworden.“

Literatur