Roßbach

Aus RegioWiki Niederbayern
Wechseln zu: Navigation, Suche
Roßbach
Das Wappen von Roßbach


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 331-451 m
Fläche: 48,08 km²
Einwohner: 2.850 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94439
Vorwahl: 08547
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.gemeinde-rossbach.de
Erster Bürgermeister: Ludwig Eder
(CSU/WG Münchsdorf/Untergratendorf-Laimbach/Obergrafendorf-Dellendorf/PWG Thanndorf)

Roßbach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Die Gemeinde liegt im nördlichen Teil des Landkreises Rottal-Inn nahe der Mündung des Kollbachs in die Vils. Der Ort befindet sich etwa 21 km westlich von Vilshofen, 15 km südlich von Osterhofen, 25 km südöstlich von Landau an der Isar sowie 24 km nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen.

Gliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die Gemarkungen Münchsdorf, Roßbach, Schmiedorf, Thanndorf und Untergrafendorf mit den Ortsteilen Albanöd, Asbach, Berg, Bruckhäuser, Dambach, Dellendorf, Ed, Ehrnstorf, Esterndorf, Fögelsberg, Gmain, Grub, Gschaid, Haida, Haselbach, Heidersberg, Höglsberg, Hölldobl, Holz, Hub, Kauschöd, Keföd, Kennersberg, Klessing, Kölblöd, Kronwittberg, Kuffing, Kumpfmühl, Leberfing, Luderbach, Mainberg, Mais, Minihof, Moserholz, Oberbubach, Obergrafendorf, Oberlaimbach, Oberpfaffing, Oberradlsbach, Öd, Osterndorf, Pötzing, Poppenwimm, Reisawimm, Rembach, Roisenberg, Rudlfing, Schillöd, Schlüpfing, Schlüßlöd, Siegelsdorf, Steinerskirchen, Strommeröd, Tabeckendorf, Untergrafendorf, Unterlaimbach, Unterpfaffing, Unterradlsbach, Viehgassen, Viehhausen, Vogelbichl.

Die Pfarrkirche Maria Verkündigung

Geschichte

Die Gegend um Roßbach dürfte wohl schon in der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein. So sind bei Berg, nördlich von Roßbach Hügelgräber zu sehen. Derartige Grabanlagen gehen meist auf die Bronzezeit (2000 bis 1200 v. Chr.) zurück. Südlich von Roßbach ist eine Wallanlage aus der Hallstadtzeit (700 bis ca. 500 v. Chr.) zu erkennen.

Der Name Roßbach kann auf zweierlei Art erklärt werden. Einmal, dass die Pferde zum kleinen Bächlein, heute Luderbach, früher Roßbach genannt, zur Tränke geführt wurden und von daher der Name kommt. Eine zweite Erklärung des Namens ist, dass früher in der Gegend viel Flachs angebaut wurde, aus dem Leinen hergestellt wurde. Im Mittelhochdeutschen finden wir den Ausdruck "roeze, roezzen", was bedeutet: faul werden, faul machen. Das ist die Lache, worin Flachs "geröstet" – mürbe gemacht wurde. Dies geschah meistens in Flussnähe. Die flachen Ufer und Tümpel der Kollbach wären zu diesem Rösten gut geeignet gewesen. So könnte aus dem Namen Roezzepah ein Rossopah – Roßbach entstanden sein.

Roßbach taucht zum ersten Mal im Pago Quinzingove 760 und zwar in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Mondsee auf und zwar als "Rosspach". Von dieser Ortschaft kamen im 8. Jahrhundert mehrere Güter durch Schenkung des Herzog Tassilo II. (?) an das Kloster Mondsee.

In der Beschreibung des Filusgave oder Vilsgau später bekannter unter Chunzengowe oder Quinzingau erscheinen zum Jahre 814 Meginharteshusir oder Mingershausen oder Münchshausen (Münchsdorf) am Radlsbach unter Tassilo II., Rossopah oder Rosspach (Roßbach) am rechten Kollbachufer. Im Jahre 814 gab Abt Landbert diese Güter an den Edelmann Vuoluarno (Wolfer) für seine Ansprüche auf Neussling.

Von den Gütern, welche Adelige in dieser Ortschaft besaßen, gab die Edelfrau (Matrona) Hazicha um 1120 ein Gut zum Kloster St. Nikola. Auch das Kloster Osterhofen erlangte um diese Zeit ein Gut zu Roßbach und vertauschte es im Jahre 1143 gegen die Kirche Chassen an das Hochstift Passau. Ein Purkhart und seine Schwester Diemont gaben um 1136 ihr Gut zum Kloster St. Nikola. Im 13. Jahrhundert besaß "Dietricus de Baumgarten" (Dietrich von Baumgarten) zwei ganze Höfe daselbst, und zwar einen in Ober- und einen in Unterroßbach und eine Mühle an der "Chalba" (Kollbach), die er im Jahre 1248 sämtlich an das Kloster Aldersbach gab.

1321 soll Roßbach im Besitze der Brüder Fridericus und Reichker Siegenheimer gewesen sein. 1350 sind Fridericus und Liebhard Siegenheimer, 1379 Hans Siegenheimer, des Fridericus Sohn belegt. 1393 bis 1413 hatte Reinhard Siegenheimer zu Baumgarten Roßbach inne. 1426 wird Magdalena Siegenheimer (Reinhards Tochter) als Besitzerin von Pienzenau zu Hartmannsberg, dem sie nach dem Tode ihres Vaters (1453) alle ihre Forderungen, die sie zum Schlosse Baumgarten und seinen Zugehörungen gegen Herzog Ludwig von Bayern hatte, übergab, genannt.

Am 24. August 1456 gab Herzog Ludwig von Bayern an Friedrich Pienzenau zu Hartmannsberg und an seine Erben mit der Hofmark Baumgarten auch Hofmark und Tafern zu Roßbach samt Fischwasser und Holzmark zu Lehen.

Ein Einschnitt ereignete sich am 16. Oktober 1504. An diesem Tag ließ Kaiser Maximilian I. Hans von Pienzenau im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg in Kufstein enthaupten. Noch 1510 war Roßbach ein Pertinenz von Baumgarten. Als Inhaber wird wieder die Familie Pienzenau zu Baumgarten und Asenham genannt. 1551 wurde Roßbach an Hans Christoph von Pienzenau für sich und als Lehenträger seiner Mutter und seiner Geschwister verlehnt. Die Pienzenauer sind seitdem in lückenloser Besitzerfolge bis 1627 auf Roßbach festzustellen. Nach dem Tod des Friedrich Christoph von Pienzenau 1629 wurde der gesamte Besitz der Familie der Pienzenauer zwischen seiner Schwester, einer verehelichten von Perlaching und seinen drei Töchtern geteilt. In der Folge wechselten die Besitzverhältnisse mehrmals.

Spätestens 1800 war die Hofmark in den Händen von August Joseph Gaudenz Graf von Törring-Jettenbach vereinigt, da er den anderen Teil gekauft hatte. Eine Beurkundung lässt sich allerdings nicht auffinden. Der Generallandesdirektion in Bayern wurde vom Landgericht Pfarrkirchen unterm 5. Dezember 1805 mitgeteilt, dass – gemäß einer Anzeige des Hofmarksgerichtes Roßbach – die Hofmark durch Kauf von den Grafen von Töring an Anton Popp, Bürgermeister zu Landshut, übergegangen sei. Die Hofmark Roßbach bestand in der Form eines Patrimonialgerichts II. Klasse bis zum Jahre 1829 weiter.

Das heutige Gemeindegebiet ist aus fünf ehemaligen Gemeinden erwachsen: Roßbach, Schmiedorf, Untergrafendorf, Münchsdorf und Thanndorf.

Gemeindewappen

Das Gemeindewappen, das seit 1977 geführt wird, kombiniert zwei für die Geschichte der früheren Gemeinde Roßbach wichtige Herrschaftsträger. Der mit drei goldenen Kugeln belegte Schrägbalken erinnert an die Herren von Pienzenau, die von 1456 bis 1627 als Inhaber der Hofmark Roßbach nachweisbar sind. Die rote gestürzte und eingeschweifte Spitze auf rotem Dreiberg ist das Wappensymbol der Zisterzienserabtei Aldersbach, die im 17. und 18. Jahrhundert die Hofmark Schmiedorf besaß. Damit ist auch die bis 1971 selbstständige Gemeinde Schmiedorf im Gemeindewappen vertreten.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Ludwig Eder (CSU/WG Münchsdorf/Untergrafendorf-Laimbach/Obergrafendorf-Dellendorf/PWG Thanndorf). Er wurde 2014 mit 69,20 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Jochen Haringer (Unterstützergruppe Bürgermeister Haringer) gewählt. Sein Vorgänger war Josef Grübl (CSU und alle WG).

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 5 Sitze (+ 1. Bürgermeister) (2008: 5)
  • WG Münchsdorf: 3 Sitze (2008: 4)
  • Parteifreie WG Thanndorf: 3 Sitze (2008: 2)
  • WG Untergrafendorf-Laimbach: 2 Sitze (2008: 2)
  • WG Oberfrafendorf-Dellendorf: 1 Sitz (2008:1)

Tourismus

Roßbach hat sich mit weiteren 14 Nachbargemeinden (Stand 2009) zu XperBike zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss hat das Ziel die Radel-Region auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die wichtigste Veranstaltung ist hierbei die jährlich stattfindende XperBike Sternfahrt.

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Roßbach
  • Kindergarten St. Michael in Münchsdorf

Vereine

  • FFW Roßbach
  • Katholischer Frauenkreis der Pfarrei Roßbach
  • Marianische Männerkongregation
  • Pfarr-Caritas der Gemeinde Roßbach
  • Soldatenkameradschaft Roßbach
  • FC Roßbach
  • Pienzenauer Burgschützen Roßbach
  • Faschingsgilde Roßbach
  • Förderverein der Grundschule Roßbach
  • Obst- und Gartenbauverein der Gemeinde Roßbach
  • VdK Ortsverband Thanndorf-Roßbach
  • Junge Union Roßbach
  • CSU-Ortsverband Roßbach-Münchsdorf


Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

ArnstorfBad BirnbachBayerbachDietersburgEggenfeldenEgglhamEringFalkenbergGangkofenGeratskirchenHebertsfeldenJohanniskirchenJulbachKirchdorf am InnMalgersdorfMassingMitterskirchenPfarrkirchenPostmünsterReutRimbachRoßbachSchönauSimbach am InnStubenbergTannTrifternUnterdietfurtWittibreutWurmannsquickZeilarn