Rinchnach

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Rinchnach
Das Wappen von Rinchnach


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 564 m
Fläche: 40,20 km²
Einwohner: 3.201 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94269
Vorwahl: 09921
Kfz-Kennzeichen: REG
Website: www.rinchnach.de
Erster Bürgermeister: Michael Schaller (SPD)

Rinchnach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen im Bayerischen Wald.

Lage

Rinchnach liegt in einem weiten Talkessel der Rinchnacher Ohe am Fuß von Gsengetstein (951 m), Wagensonnriegel (959 m) und dem Höhenzug des Pfahls nur 7 km südöstlich der Kreisstadt Regen sowie 9 km südlich von Zwiesel.

Blick auf Rinchnach

Ortsteile

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Breitmoos, Danzeröd, Ellerbach, Falkenstein, Gehmannsberg, Großloitzenried, Grub, Herrnmühle, Hönigsgrub, Kandlbach, Kapfham, Kasberg, Klessing, Kohlau, Oberasberg, Ried, Rinchnach, Schönanger, Sitzhof, Sölden, Stadl, Stadlmühle, Unterasberg, Voggenried, Widdersdorf, Zapfenried und Zimmerau.

Geschichte

Rinchnach

Der alte Klosterort ist die Kulturzelle und Ausgangspunkt der Besiedelung für den größten Teil des Altlandkreises Regen. Im Jahre 1011 ließ sich der hl. Gunther, ein Mönch aus dem Kloster Niederaltaich, im Tal der Rinchnacher Ohe nieder. Bald folgten ihm Ordensbrüder und ein kleines Kloster wurde errichtet. Im Jahr 1019 weihte Bischof Berengar von Passau das erste Gotteshaus in Rinchnach.

Im Jahr 1029 stellte Konrad II. die Schenkungsurkunde für den Raum Rinchnach aus mit Angabe der Gebietsgrenze in groben Umrissen. 1040 wurde das Kloster Rinchnach als Propstei nach Niederaltaich inkorporiert. Danach begann die intensive Besiedelung des südlichen Kreisgebietes. Auch um den Klosterkomplex entstand eine Ansiedlung, die 1301 als Markt zu Rinchnach bezeichnet wird. Im Nachbardorf Klessing war eine Mautstelle, die 1254 zehn Talente jährlich einbrachte, und um das Jahr 1300 offenbar nach Zwiesel verlegt wurde. Nach 1312 wird Rinchnach nicht mehr als Markt erwähnt.

Seit der Zeit um 1300 entwickelte sich die Propstei dank der Großzügigkeit der Wittelsbacher zu einem fast selbständigen Verwaltungsbereich. Der Grundrichter oder Grundamtmann in Rinchnach konnte, wie Hofmarksrichter, auch die Niedergerichtbarkeit ausüben, bis auf die drei Fälle, die an den Tod gehen. Nach 1644 durften nur noch Verbriefungen von Hofübergaben, Heiratsbriefen und anderem vorgenommen werden.

Zum Zeitpunkt der Säkularisation 1803 gab es im Ort Rinchnach neben dem Propsteigebäude ein Bräuhaus, eine Sägemühle, eine Getreidemühle, ein Armen- und Krankenhaus, dazu Schullehrer- und Mesnerhaus. Rund um diesen Klosterkomplex lagen 33 Anwesen, sogenannte Leerhäusl ohne nennenswerten Grundbesitz. Dreizehn der Hausinhaber übten ein Gewerbe aus, eines war das Haus des Grund-Amtmannes. Weitere neun Wohnhäuser waren kurz vor der Säkularisation entstanden. In Verbindung mit dem Übergang des Klostereigentums in Staatsbesitz konnten viele Rinchnacher und Auswärtige wohlfeil Haus- und Grundbesitz vom Staat kaufen.

Die Propsteikirche St. Johannes der Täufer wurde nach der Säkularisation Pfarrkirche der Pfarrei Rinchnach. Im Zuge der Gemeindebildung entstand 1811 der Steuerdistrikt und 1813 die Ruralgemeinde Rinchnach mit den Ortsteilen Rinchnach, Klessing, Unterasberg, Oberasberg und Gehmannsberg. 1821 wurde daraus die Gemeinde Rinchnach des Landgerichtes Regen.

Ellerbach

Im Süden von Rinchnach liegt die ehemalige Gemeinde Ellerbach. Durch Ellerbach und Stadl zieht sich ein Teilstück des Klosterweges von Niederaltaich-Lalling nach Rinchnach. Stadl wurde kurz vor dem Jahr 1254 von einem Kloster-Ministerialen mit Namen Friedrich von Chesperch (Kasberg) gegründet. Großloitzenried ist wahrscheinlich eine Gründung der Grafen von Bogen, der Vögte des Klosters Niederaltaich, durch deren Dienstmannengeschlecht der Loitzenrieder, die später treue Gefolgsleute der Wittelsbacher und des Klosters Niederaltaich wurden.

Kasberg

Die ehemalige Gemeinde Kasberg hatte als Grenze zu Rinchnach die Rinchnacher Ohe. Das erklärt, weshalb Sölden und die Herrenmühle zur Gemeinde Kasberg gehörten, obwohl sie scheinbar abstandslos an Rinchnach anschlossen. Alle Orte der Gemeinde Kasberg hatten früher das Kloster Rinchnach als Grundherren, mit Ausnahme des Sitzhof, der zum Katasteramt Weißenstein grundbar war. Dieses ehemalige Einzelgehöft zu Füßen der Burg Weißenstein ist sicher sehr viel älter als seine bisher erste Erwähnung im Jahre 1752. Wahrscheinlich wurde es bereits durch die Grafen von Bogen gegründet, die als Erbauer der Burg gelten.

Gemeindegebietsreform

Im Zuge der bayerischen Gemeindegebietsreform wurden mit Wirkung zum 1. Januar 1972 die Gemeinden Ellerbach (607 Einwohner, 1.281 ha Gemeindefläche) und Kasberg (593 Einwohner, 864 ha Gemeindefläche) nach Rinchnach eingemeindet.

Gemeindewappen

Die Gemeinde Rinchnach führt seit 1965 ein eigenes Wappen. Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat mit Ministerialentschließung vom 13. Dezember 1965 dem Gemeinderatsbeschluss zugestimmt. Das Gemeindewappen entspricht dem Wappen der Niederalteicher Propstei Rinchnach, die von den Anfängen der Besiedlung im 11. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 die Geschichte der Gemeinde prägte. Das alte Wappen der Benediktinerabtei Niederaltaich, in Gold ein grüner Dreiberg, wurde kombiniert mit den gekreuzten Reuthauen, die die vom klösterlichen Stützpunkt Rinchnach ausgehende große Rodungsleistung der Niederalteicher Kolonisten im Bayerischen Wald versinnbildlichen.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Michael Schaller (SPD). Er ist seit 1984 im Amt und wurde zuletzt 2014 mit 54,58 Prozent gegen Anton Dannerbauer (CSU) wiedergewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 8 Sitze (2008: 7)
  • SPD/Parteilos: 6 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 6)
  • FWG: 2 Sitze (2008: 2)

2008 war zudem ein Gemeinderatsmitglied fraktionslos.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Die ehemalige Propsteikirche beruht auf einem gotischen dreischiffigen Bau des 15. Jahrhunderts. 1727 bis 1729 gestaltete Johann Michael Fischer die Kirche neu. Der Nordturm entstand 1721. Die Deckenfresken von Wolfgang Heindl zeigen Episoden aus dem Leben des Kirchenpatrons Johannes der Täufer und des Klostergründers St. Gunther. Im Hochaltar von 1770 befindet sich das Altarblatt Taufe Jesu von Franz Anton Rauscher.
  • Ehemalige Klostergebäude. Die spätgotische Dreiflügelanlage mit Kreuzgang liegt im Süden, das 1709 erbaute Propsteigebäude im Osten der Kirche.
  • Östlich von Rinchnach bei Gehmannsberg steht mitten im Wald die 1766 erbaute Wallfahrtskirche Frauenbrünnl.

Brauchtum

Bildung und Erziehung

  • St. Gunther Volksschule Rinchnach (Grund- und Mittelschule)
  • Kindergarten St. Theresia

Kultur

Das Kammerorchester Da Silva hat in Rinchnach seinen Sitz und veranstaltet alljährlich ein Konzert in der Pfarrkirche.

Projekt "Tierisch Wild"

Am 1. Januar 2009 fiel der Startschuss für das über Interreg geförderte Projekt "Tierisch Wild", eine Kooperation von Naturschutz und Tourismus. 13 bayerische und neun böhmische Gemeinden, sowie die Nationalparke Bayerischer Wald und Sumava haben sich zusammengeschlossen, um die Stärken der Nationalparkregion optimal zu nutzen und miteinander zu kombinieren.
Patentier der Gemeinde ist die Fledermaus.

Vereine

  • Frauenbund Rinchnach
  • FC Rinchnach
  • Guntherbund Rinchnach
  • Bürgerverein Rinchnach
  • Fischereiverein Rinchnach
  • Frauenunion Rinchnach
  • Guntherverein Rinchnach
  • Guntherbühne Rinchnach
  • Tennisclub Rinchnach
  • Krieger- u. Reservistenverein Rinchnach
  • Gartenbauverein Rinchnach

Literatur


Städte und Gemeinden im Landkreis Regen
Wappen Landkreis Regen.png

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