Reliquie der Heiligen Theodora vom Gartlberg

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Die kostbar verzierte Reliquie der Hl. Theodora Ende Januar 2009 nach dreiwöchiger Reinigung vor dem Bruder-Konrad-Schrein. (Foto: Pollety)
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Die Reliquie der Hl. Theodora mit Restaurator Reinhard Zehentner (links) und dem Vorsitzenden des Fördervereins Rudolf Oettl. (Foto: Gruber)

Die Reliquie der Heiligen Theodora vom Gartlberg befindet sich am linken Seitenaltar in der Wallfahrtskirche Gartlberg in Pfarrkirchen.

Geschichte

Leben und Tod der Märtyrerin

Die Märtyrerin Theodora (Gottesgeschenk) war eine junge Römerin, die um das Jahr 300 während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian um ihres Glaubens willen das Martyrium erlitt. Theodora wurde in der Priszillakatakombe an der Via Salaria bestattet.

1678, im zweiten Jahr der Regierung des Papstes Innozens XI., ließ der päpstliche Generalvikar Caspar de Carpineo die Gebeine der Märtyrerin aus der Priszilla-Katakombe erheben. Er versiegelte den Schrein eigenhändig und schenkte die Reliquien der Heiligen dem Provinzial der bayerischen Franziskaner, P. Fortunatus Hueber, der diese seinen damaligen Mitbrüdern auf dem Gartlberg weitergab.

Langer Weg zum Gartlberg

Nach dem Aufblühen der Wallfahrt durch das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes hatten Franziskaner aus Eggenfelden die Wallfahrtsseelsorge in Gartlberg oberhalb Pfarrkirchen übernommen. Für den Neubau der Kirche sollten die Reliquien aus Rom ein kostbares Geschenk sein. Doch die neu gefasste Theodora-Reliquie kam am 8. Oktober 1737 nicht nach Gartlberg, sondern auf den Kredenzaltar der Pfarrkirche von Pfarrkirchen. 1934 wurde die Reliquie neu eingekleidet und am 4. Oktober in einem Schrein auf dem Marienaltar im rechten Seitenschiff der Pfarrkirche aufgestellt und 1970 bis 1973 während des Umbaus der Pfarrkirche in die Filialkirche Untergrasensee übertragen. Der Superior der Salvatorianer auf dem Gartlberg, Barnabas Buck, setzte sich 1984 für eine Übertragung der Theodora-Reliquie auf den Gartlberg ein. Von den Zisterzienserinnen des Klosters Thyrnau wurde sie dann neu gefasst und in einer Nische der Presbyteriums-Südwand der barocken Gartlbergkirche aufgestellt.

Restauration

Im Dezember 2008 wurde der heilige Leib der Theodora vorübergehend nach Altötting geschickt. Die Reliquie wurde im Sankt-Konrad-Kloster von Restaurator Reinhard Zehentner vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege begutachtet, gereinigt und die Schäden wurden behoben und eine Überhüllung des Gesichts mit weißer Seide vorgenommen. Alle Maßnahmen der Reinigung wurden in einer versiegelten Urkunde dokumentiert. Zehentner begutachtete den Zustand der Theodora-Reliquie und stellte dabei fest, dass die barocken Muschelborten, die 1934 schon gereinigt wurden, von hoher Qualität mit großem Gold-Anteil sind, weil sie keine Oxydationsspuren aufweisen und nach der neuerlichen Reinigung mit Alkohol großen Glanz zeigen. Die 1934 erfolgte Neufassung konnte eindeutig der Reliquienfasserei des Instituts der Englischen Fräulein in Altötting unter Sr. Hermana Gruber zugeordnet werden, weil die Reliquienfassungen von Sr. Hermana aus derselben Zeit zur Heiligsprechung von Bruder Konrad ähnliche Goldornamente und „Seelenwickeleien“ zeigen. Von Sr. Hermana bzw. den Schwestern des Instituts stammen das rote Kleid der Heiligen und auch die kunstvoll gearbeiteten Schuhe.

Literatur