Pfarrei Wollaberg

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Die Pfarrkirche St. Ägidius.

Die Pfarrei Wollaberg ist eine katholische Pfarrgemeinde im Dekanat Freyung-Grafenau. Sie bildet gemeinsam mit den Pfarreien Hintereben und Jandelsbrunn seit 2009 den Pfarrverband Jandelsbrunn, welcher aber mit der neuen Diözesan-Reform wieder aufgelöst werden wird.

Wollaberg ist die Mutterpfarrei von Hintereben und Jandelsbrunn.

Geschichte

In kirchlicher Hinsicht war Wollaberg ursprünglich eine Filiale von Waldkirchen, es gibt aber Hinweise, dass Wollaberg vor der Pestepidemie bereits eine Pfarrei war, denn Kajetan Wild, Pfarrvikar zu Wollaberg von 1762 bis 1780, berichtete, dass es in alten Schriften noch heißt, „in der Pfarrei Wollaberg gelegen“. Leider sind die von ihm zitierten Dokumente nicht mehr auffindbar. Es existiert aber eine Urkunde von 1530, dass einem Pfarrer von Wollaberg der dritte Teil des Zehents zu bezahlen war.

Wollaberg wurde 1751 Expositur, erhielt einen eigenen Seelsorger und wurde 1767 Pfarrvikariat. 1895 wurde Wollaberg zur Pfarrei erhoben. Pfarrlich hatten die Seelsorger ein großes Einzugsgebiet, so waren neben dem Hauptpriester auch zum Teil viele Hilfspriester und Koopartoren zuständig. Sie mussten weite Wege, meist zu Fuß, zu ihren Pfarrkindern 'reisen', um sie seelsorgerisch und schulisch zu betreuen; unter anderem bis nach Sonnen, Neureichenau, Altreichenau. Diese große Pfarrei wurde später immer weiter verkleinert. Unter anderem Sonnen bekam einen Teil der Pfarrei, auch Breitenberg. Neureichenau und Altreichenau wurden zu eigenen Pfarreien erhoben. Noch später trennte sich 1921 Hintereben von der Pfarrei Wollaberg und zuletzt wurde Jandelsbrunn 1968 von Wollaberg ausgegliedert.

Pfarrkirche

Die heutige Kirche wurde mehrmals erweitert und umgebaut. 1641 war die damalige Kirche schon sehr baufällig, die um 1500 schon auf einer anderen Kirche errichtet wurde. Aber erst 1650, als das nahestehende Richterhaus (der Richtersitz befand sich bis 1650 in Wollaberg und wurde dann vorläufig nach Jandelsbrunn verlegt, wo er aber danach docch verblieb) durch Brandstiftung niederbrannte und auch die Kirche einäscherte, wurde mit Hilfe der stehengebliebenen Grundmauern die Kirche wieder errichtet.

Hans Adam Göschl (*ca. 1613, +1671), der die alte Glashütte in Altreichenau inne hatte und diese später nach Neureichenau verlegte, mühte sich um den Wiederaufbau der Kirche und bedachte sie mit Stiftungen. Er, seine Frau Rosina und ihre Nachkommen wurden in der Pfarrkirche Wollaberg bestattet. Auch die Ägidius-Glöcke, 1671 gegossen, wurde von ihm in Auftrag gegeben und hat die vielen Wirren der letzten Jahrhunderte bis heute überstanden.

1807 wurde ein Neubau angestrebt, da diese Kirche für 2.000 Seelen zu klein war, wurde jedoch abgelehnt, da die Säkularisation noch im Gange war. 1844 erst konnte mit dem Bau nach Plänen von Leonhard Schmidtner begonnen werden. Es gab einige Pläne: Einerseits Anbau, kompletter Abriss oder, wie dann ausgeführt, Turm und Langhaus stehen zu lassen (Langhaus wurde dann als Presbyterium genutzt) und die Kirche zu westen und Mittelschiff mit den Seitenschiffen nach Osten zu erweitern. Leider wurden zur Finanzierung dieses Baues wertvolle, alte Votivbilder verkauft. Am 25. August 1845 weihte Bischof Heinrich von Hofstätter das neue Gotteshaus. Diese Kirche erfuhr in der Inneneinrichtung mehrmalige Veränderungen. 1895 wurde sie im neugotischen Stil ausgemalt, die wiederum 1935 übermalt wurde und einige Einrichtungen entfernt wurden. 1971 erfolgte dann eine gänzliche Modernisierung, wobei vieles der alten Einrichtung vernichtet wurde und die letzten Reste der Malereien übertüncht wurden. Ab 1999 begann die Außenrenovierung und von 2001 bis 2002 wurde die Innenaustattung zum Teil wieder neugotisch rekonstruiert.

Nebenkirche

Kontakt

Pfarrei Wollaberg
Hauptstr. 37a
94118 Jandelsbrunn

Telefon: 08583/1213
Fax: 08583/1204

E-Mail: Pfarramt Wollaberg
Internet: www.wollaberg.de

Siehe auch