Pfarrei Malching

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Die Pfarrkirche St. Ägidius

Die Pfarrei Malching ist eine katholische Pfarrgemeinde im Dekanat Pocking. Sie bildet mit der Pfarrei Kößlarn den Pfarrverband Kößlarn.

Geschichte

Malching war ursprünglich eine Filiale von Ering, wurde 1810 Expositur und 1891 Pfarrei.

Pfarrkirche

Die Pfarrkirche St. Ägidius (Baubeginn 1115) ist ein spätgotischer Tuffsteinbau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Im Kirchenschiff Netzrippengewölbe, die zweistöckige Westempore von 1773 ist mit Rokokomalereien versehen. Vorhanden sind zahlreiche Votivbilder der ehemaligen Wallfahrt zum "Wies-Heiland" und zur "Mutter von der Schönen "Liebe".

In der Friedhofskapelle (erbaut 1740) befindet sich das ehemalige Gnadenbild: eine der ältesten Nachbildungen des "Heiland in der Wies" bei Steingaden.

Altar

Während der Barockisierungswellen im 17. Jahrhundert wurden in den Kirchen eher heimische Künstler für die neuen Altar- und Kanzelbauten beauftragt. Der frühbarocke schwarze Hochaltar der Malchinger Ägidiuskirche war offenbar verhältnismäßig schlicht. So kam es, dass er um die Mitte des 18. Jahrhunderts als ein „schlechter und unansehnlicher Chor-Altar“ empfunden wurde. Nun war es an der Zeit, sich nach geeigneten Fachleuten für den neuen Hoch-(Chor-)Altar umzusehen. Das Choraltarprojekt datiert von 1756. Diese anspruchsvolle Arbeit wurde beim Kößlarner Stukkateur Joh. Baptist Modler in Auftrag gegeben. Die Vorlagen - eine in Farben ausgeführte Zeichnung und Kostenvoranschlag - fanden bei der Aufsichtsbehörde in Landshut Billigung.

Der Altar wird im Kircheninventar von 1825 folgendermaßen beschrieben: „Der Hochaltar zeigt das Bild des Kirchenpatronen, des hl. Ägidius. Am Altarblatt, auf der Evangelienseite, ist der hl. Sebastian, auf der Epistelseite der hl. Rochus von Stukkateur Arbeit. Oberhalb dem Altarblatt ist das Bild des hl. Benedictus. Der Tabernakel auf dem Altare ist erst neu angeschafft worden und mit zwei Cherubin umgeben.“ Dieser Tabernakel kam aus der abgebrochenen ehemaligen Pfarrkirche zu Asbach nach Malching. Der neue Altar aus Stuckmarmor hatte mit 34 Schuh Höhe und 24 Schuh Breite eine recht stattliche Größe. Der Altar hat demnach bis unmittelbar unter das Gewölbe der spätgotischen Kirche gereicht.

Aber auch eine große Renovation war ihm vorbehalten. Im Jahre 1848 war eine umfassende Restaurierung der Altarwand notwendig. Kunstmaler Leopold Wolfanger von Ering renovierte die Altarbilder. Der Maler und Vergolder Marian Strauss von Rotthalmünster übernahm 1848 die Renovierung des Stuckmarmoraltars.

Gut 50 Jahre nach dieser Renovierung erfolgte die Rückführung der Innenausstattung in den Zeitgeschmack der Neugotik. Man wollte zurück zur „Stilreinheit“ der gotischen Kirche. Rücksichtslos wurde damals aus vielen Gotteshäusern zwischen Rott und Inn alle barocke Einrichtung und Innenausstattung entfernt und vernichtet. Am 20. Juli 1900 ließ man in Malching einen Plan zu einem neuen Hochaltar entwerfen. Damit hatte ein prächtiges Werk der Modler’schen Altarbaukunst ausgedient. 1902 hatte dann Pfarrer Lindhuber das wertvolle, ja unersetzliche Kunstwerk aus dem Rokoko abbrechen lassen.

Kontakt

Pfarrei Malching
94094 Malching

Telefon: 08573/262
Fax: 08573/912 299

Siehe auch

Literatur