Passauer Maidult 2010

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Mit Regenschirm auf der Dult. (Foto: Jäger)

Die Passauer Maidult 2010 fand vom 30. April bis 9. Mai 2010 im Messepark in Passau-Kohlbruck statt und verzeichnete rund 300.000 Besucher. Veranstalter war die Passau Event GmbH. Eine Mass Bier kostete 6,80 Euro.

Verlauf

Anstich durch OB Jürgen Dupper. (Foto: Jäger)

Eröffnung

Die diesjährige Passauer Maidult fand zum siebten Mal auf dem Gelände in Kohlbruck statt. Mit einem Standkonzert und ohrenbetäubendem Krachen der Böllerschützen aus Otterskirchen wurden am 30. April bei herrlichem Frühsommerwetter die Ehrengäste begrüßt, die sich hinter dem Passauer Dultstadl zum Festzug formierten: Schausteller, Trachtler, die Brauerei-Chefs mit Festwirten und Bedienungen trafen sich schon einmal zum „Vorglühen“. Auch Landrat Franz Meyer sowie die Abgeordneten Bernhard Roos und Eike Hallitzky ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Zwischendrin stolzierten die „Acht Haxn“ aus Pocking herum, urkomische Trachtler auf Stelzen. Mit Musik der Blaskapellen Neukirchen am Inn und Straßkirchen ging’s dann durch die Budenstraße ins Festzelt.

Den Anstich nahm traditioneller Weise der Passauer Oberbürgermeister vor. Dabei sind drei Schläge wohl inzwischen Standard für Jürgen Dupper, wobei die letzten beiden nicht mehr nötig waren: Fast schon lässig trieb er den Zapfhahn ins Spundloch. Innstadt-Brauereichef Friedhelm Feldmeier hieß auch im Namen seines Hacklberger Kollegen Stephan Marold die Festbesucher willkommen und wünschte allen eine friedliche Dult. Dupper bewährte sich noch vor dem Anstich bei der Familienzusammenführung: Ein zweijähriger Felix war verschollen, fand nach der OB-Durchsage aber gleich zum Papa. Eine Abordnung des Minenjagdboot Passau war ebenso beim Feiern wie die Freunde aus der Partnerstadt Cagnes-sur-Mer, die wie immer mit einer vielköpfigen Delegation vertreten waren.

Beim großen Trachten- und Schützenumzug. (Foto: Jäger)

Trachten- und Schützenumzug

Die Tradition des Goaßlschnalzelns dürfte in Japan wohl wenigen bekannt sein. Mit dem gebotenen Abstand und mit den Fingern in den Ohren verfolgte die vierköpfige Touristenfamilie aus dem Land des Lächelns am Steinweg deshalb die Kunst der Männer in den Lederhosen, als diese die Schnüre knallen ließen. Als das Schnalzen für alle Beteiligten unversehrt über die Bühne gegangen war, gab es bei den Japanern erleichterte Gesichter und anerkennenden Applaus für die Original Passauer Goaßlschnalzer. Die gingen an der Spitze des großen Passauer Dultumzuges. Hinter ihnen zogen rund 3.000 Teilnehmer aus Bayern, Österreich und Tschechien sowie Abordnungen der Partnerstädte Cagnes-sur-mer (Frankreich) und Veszprem (Ungarn) vom Dom durch die Altstadtgassen zum Römerplatz und von dort über die Fußgängerzone hinauf zum ZOB. Dort brachten Busse die Schützen und Trachtler nach Kohlbruck zur Dult.

Etwa 200 der Teilnehmer – neben den Ehrengästen um OB Jürgen Dupper, der Blaskapelle Dommelstadl, den Goldhauben und dem Schützenverein Passau – zogen gestern erstmals auch über das Dultgelände in die Dreiländerhalle ein. „Wir wollen damit ein bisschen Flair aus der Altstadt hier rauf nach Kohlbruck bringen“, erklärte Christa Tausch, die Hauptorganisatorin des Maidult-Umzugs im Rathaus, diese Premiere. Den Umzug hatten wieder viele begeisterte Zuschauer mitverfolgt.

Das große Musik-Feuerwerk. (Foto: Jäger)

Musik-Feuerwerk

Der optische Höhepunkt auf der Maidult ist Jahr für Jahr das große Feuerwerk – das hat in Passau Tradition. Das diesjährige Musik-Feuerwerk fand am Abend des 5. Mai statt. Feuerwerker Florian Schneider aus Nürnberg erhellte mit rund 800 Feuerwerkskörpern mit einem Gesamtgewicht von über 500 Kilo die kühle Passauer Nacht. Etwa zehn Minuten dauerte das Spektakel, das mit Musik aus den jüngsten James-Bond-Filmen stimmungsvoll unterlegt war. Bis zu 200 Meter hoch flogen die Raketen in den Passauer Nachthimmel. Die beste Sicht auf dieses beeindruckende Zusammenspiel von Licht und Musik gab es vom Festgelände selbst. Das Feuerwerk wurde schließlich ganz in der Nähe, von einer kleinen Fläche hinter dem peb, abgeschossen. Aber auch in der Stadt selbst war das Spektakel an vielen Stellen gut zu sehen. Besonders eindrucksvoll waren in diesem Jahr die italienischen Zylinderraketen. „Die werden in einigen italienischen Fabriken noch in Handarbeit und nach alter Tradition hergestellt. Das Besondere bei den Zylinderraketen ist, dass sich die Bombe in der Luft aufsplittet und aus ihr acht verschiedene Bomben werden“, erklärt Florian Schneider sichtlich begeistert.

Gegen Mittag war Feuerwerker Schneider mit seinem dreiköpfigen Team von der Nürnberger Firma Pyrodrom in Passau angekommen. Rund fünf Stunden dauerte der Aufbau. „Das Dult-Feuerwerk ist für ein Volksfest oberer Durchschnitt“, weiß Schneider, der bis zu 60 Feuerwerke im Jahr begleitet. Vor zwei Jahren leitete er bei der Passauer Herbstdult schon einmal ein spektakuläres Feuerwerk in Passau. Laut Max Lindinger von der Passau Event GmbH lagen die Kosten für das farbenfrohe Spektakel im hohen vierstelligen Bereich.

Weiterer Verlauf und Bilanz

Am ersten Wochenende kamen – trotz schlechten Wetters – schätzungsweise 100.000 Gäste auf das Traditionsvolksfest nach Kohlbruck. Abgesehen von einem 15-jährigen Mädchen, dass gleich am ersten Abend mit 1,2 Promille in die Kinderklinik gebracht werden musste, gab es ldabei auch keine größeren Alkohol-bedingten Zwischenfälle. Dieser Vorfall bestärkte die Veranstalter jedoch darin, auch die nächsten Tage strikt zu kontrollieren, um zu verhindern, dass Alkohol auf das Dultgelände mitgebracht wird, sagte Lindinger. Dies sei nämlich bei der 15-Jährigen der Fall gewesen.

„Es war eine Maidult mit einem guten Start, einem schwierigen Mittelteil und einem bombastischen Ende“, resümierte Event-Manager Max Lindinger gegenüber der Passauer Neuen Presse. Das Wochenende war rekordverdächtig. Rund 300.000 Besucher zählten die Veranstalter. Die Zahl ergebe sich aus den Beförderungen der Busse, aus den Ein- und Ausfahrten der Parkhäuser und durch Zählgeräte an den Eingängen des Festplatzes. Es war also keine Rekorddult – das Maximum lag bei 330.000 Besuchern. Das liegt laut Lindinger an zwei Dingen, zum einen das „bescheidene Wetter während der Woche“, zum anderen am 1. Mai, der auf einen Samstag fiel und damit als Feiertag unter der Woche fehlte.

Auch die Festwirte zeigten sich zufrieden. Es war insgesamt eine sehr gute Dult, auch wenn unter der Woche der Biergarten nicht genutzt wurde. An den Wochenenden war es drinnen wie draußen gut gefüllt. Aufgefallen sind auf der Maidult auch ausgesprochen viele Österreicher. Dass es sich in Passau sehr gut feiern lässt, scheint sich jenseits der Grenze immer mehr herumzusprechen.

Fahrgeschäfte und Schankbetriebe

Neben dem Passauer Dultstadl gab es mit der Stockbauer Hütt’n, der Wein- und Weißbierhütte Karlstetter, der Bauer Hütt’n, der Dultschänke und dem Faun-Truck noch fünf weitere Schankbetriebe. Für gute Laune sorgten diesmal rund zehn Fahrgeschäfte, drei davon neu: der „Family Star“ (eine familienfreundliche Achterbahn), das „Amazonas“ (ein Laufgeschäft mit lebenden Tieren wie Piranhas etc.) und der „Star Flyer“ (eine 40 Meter hohe Weltneuheit, die nach ihrer Premiere in Frankfurt nun zum zweiten Mal aufgebaut wird). Auf eine Riesen-Achterbahn wie am Oktoberfest mussten die Passauer wieder einmal verzichten – wie vermutlich auch die nächsten Jahre. Dultmanager Max Lindinger von der Passau Event GmbH erklärte den Grund: „Die nächstgelegene steht in Moskau. Um sie herzubringen, wären 60 Transporte nötig – und das bei den Spritpreisen heute...“ Unmöglich also und erst recht für ein Fest wie die Maidult: „Da wäre sogar das Gäubodenfest zu klein dafür.“ Weitere Fahrgeschäfte waren der Autoscooter Speedway, Das Geisterschloss, Eclipse, Frisbee, ein Kinder-Sport-Karussell, Omni, Orientreise, der Pemperlprater, die Pirateninsel, der Playball, Psychodelic, das Riesenrad, Roll Over und der Silberturm.

Galerie

Siehe auch

Literatur

Weblinks


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Maidult:
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