Paradiesgarten Schloss Neuburg

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Grotte und Callotfiguren sind die Schmuckstücke des Neuburger Paradiesgartens. Die barocke Anlage vor den Toren der Neuburg entstand um 1660. (Foto: Blachnik)

Der Paradiesgarten Schloss Neuburg ist eine Parkanlage bei Schloss Neuburg im niederbayerischen Landkreis Passau.

Beschreibung

Der Garten entstand im Jahr 1660 und befindet sich am nördlichen Rand der Burg. Ein kleiner offener Pavillon mit barockem Giebel steht am anderen Ende der Anlage, seine Rückseite dem Inntal zugewendet. Im Park befindet sich eine Grotte, welche von Georg Ludwig Graf von Sinzendorf Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Der Baumeister dieser aufwendig verzierten Gartengrotte war jedoch der damalige Passauer Domstuckateur Giovanni Battista Carlone. Fassade und Innenraum sind mit Kieseln, Tuff, Kalksteinen und Muscheln verkleidet. Im Zentrum der Anlage findet man einen Brunnen, der von acht steinernen Gestalten umgeben ist. Die „Callot-Figuren“ stellen kleinwüchsige, oft bucklige und dickbäuchige Komödianten dar, die einst für Aufmunterung im höfischen Leben dienten. Ihren Namen bekamen sie von Jacques Callot, der 1616 erstmals eine Reihe dieser Zwergengesellen zeichnete.

Restauration

Der Landkreiskulturrefernt Wilfried Hartleb und der Förderkreis Neuburg renovierten Ende der 1990er die Grotte des Paradiesgartens mit Verwendung von nur orginalgetreuen Materialien. Für die Muscheln, die ursprünglich aus heimischen Flüssen stammten, griff man auf brasilianische Exemplare von einer Muschelbörse zurück. Mit einer Bauzeit von zwei Jahren und Kosten von rund 340.000 DM wurden die Renovierungsarbeiten 2002 abgeschlossen.

Literatur