Neuschönau

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Neuschönau
Das Wappen von Neuschönau


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 650-1.350 m
Fläche: 27,54 km²
Einwohner: 2.340 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94556
Vorwahl: 08558, 08552
Kfz-Kennzeichen: FRG
Website: www.neuschoenau.de
Erster Bürgermeister: Alfons Schinabeck (CSU)

Neuschönau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau im Bayerischen Wald.

Blick auf Neuschönau vom Baumturm des Baumwipfelpfades aus

Lage

Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt direkt am Nationalpark Bayerischer Wald. Er grenzt im Osten an die Gemeinde Hohenau, im Westen an die Gemeinde Sankt Oswald-Riedlhütte, im Süden an die Stadt Grafenau und im Norden an den Nationalpark Bayerischer Wald, sowie an die tschechische Gemeinde Modrava (Mader).

Ortsteile

Ortsteile sind Neuschönau, Schönanger, Altschönau, Waldhäuser, Grünbach, Forstwald und Katzberg. Das Künstlerdorf Waldhäuser ist mit 1000 m ü. NN das höchste Dorf des Bayerischen Waldes. Der Lusen ist mit 1375 m ü. NN die höchste Erhebung der Gemeinde.

Das Rathaus von Neuschönau
Die Pfarrkirche St. Anna

Geschichte

Im Jahr 1395 war die erstmalige Erwähnung der Gemeinde Neuschönau unter dem Namen Schönau. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts siedelte sich eine Glashütte an. Sie wurde im Juni 1600 von Thomas Kaiser übernommen. Nach ihm wurden die beiden Ortschaften Altkaiserhütte und Neukaiserhütte benannt. Im Volksmund entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte aus der Ortschaft Schönau Altschönau und aus der Ortschaft Neukaiserhütte Neuschönau.

Durch Einwanderung und Zuzug, insbesondere aus Böhmen, vermehrte sich die Bevölkerung so schnell, dass im Jahre 1889 bereits 1000 Einwohner mt 200 schulpflichtigen Kindern gezählt wurden. Im Zuge dieser Entwicklung wurde im Jahr 1895 durch Domkapitularvikar Johann Baptist Stinglhammer aus Passau mit dem Bau der St. Anna Pfarrkirche begonnen. Sie konnte im Jahre 1903 fertiggestellt werden. Ebenfalls 1903 komponierte der junge Lehrer Erhard Kutschenreuter in Neuschönau den weitum bekannten Waldlermarsch. Den Text verfasste der Revierförster Max Mang. 1908 kam der Künstler Reinhold Koeppel in das Künstlerdorf Waldhäuser in Neuschönau und machte es bekannt.

Am 22. August 1917 erfolgte die Gründung der Pfarrei, erster Pfarrer war Expositus Georg Kaiser. 1926 wüteten zwei große Brände in Neuschönau. 1929 wurden durch einen großen Sturm Kirchturm und Kirchendach schwer beschädigt.

1978 brachte die Gemeindegebietsreform die Zusammenlegung von St. Oswald und Schönanger zu einer Verwaltungsgemeinschaft. 1980 wurde die Gemeinde Schönanger wieder selbstständig, ihr Name am 1. Juni 1981 von „Gemeinde Schönanger“ in „Gemeinde Neuschönau“ geändert.

Gemeindewappen

1983 bekam die Gemeinde Neuschönau ein Wappen verliehen. Die Tingierung in Grün verweist auf die Lage der Gemeinde inmitten von ausgedehnten Waldungen im Bayerischen Wald. Das Weinglas im Wappen erinnert an die früher für die Gemeinde sehr wichtige Glasindustrie. In dem waldreichen Gemeindegebiet sind seit dem 15. Jahrhundert Glashütten nachweisbar. Die Kaiserhütte, die im 19. Jahrhundert stillgelegt wurde, stellte Spiegelglas her, das im 18. Jahrhundert auch in der Münchner Oper Verwendung fand. Der Schrägbalken steht für einen vor allem für den Salzhandel nach Böhmen wichtigen Handelsweg, den sog. Sammersteig. Der Zinnenschildfuß verweist auf die Burg Schönanger, auf der im 13. Jahrhundert der wegen Raubes 1247 zum Tode verurteilte Halser Ministeriale Wilhelm von Schönanger saß; die Burg wurde danach wohl zerstört, das Dorf blieb bestehen.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Alfons Schinabeck (CSU). Er wurde am 16. März 2014 zum Nachfolger von Heinz Wolf (FWG) gewählt, der nicht mehr antrat. Schinabeck erhielt 68,27 Prozent der abgegebenen Stimmen, seine Gegenkandidaten Armin Heyn (FWG) 22,38 Prozent und Barbara Griebl (SPD) 9,36 Prozent.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 7 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • SPD: 3 Sitze (2008: 3)
  • FWG: 4 Sitze (2008: 4)

Sehenswürdigkeiten

Tourismus

  • Am 1. Januar 2009 fiel der Startschuss für das über Interreg geförderte Projekt Tierisch Wild, eine Kooperation von Naturschutz und Tourismus. 13 bayerische und neun böhmische Gemeinden, sowie die Nationalparke Bayerischer Wald und Sumava haben sich zusammengeschlossen, um die Stärken der Nationalparkregion optimal zu nutzen und miteinander zu kombinieren.
    Patentier der Gemeinde ist der Bär.
  • Anziehungspunkt für Wanderer ist der Lusengipfel (1373 m) mit seiner gewaltigen Kuppe aus Granitfelsblöcken, die eine geologische Besonderheit darstellen. Tradition und Brauchtum werden noch gepflegt, wie auch die heimische Küche in den Gastronomiebetrieben.

Verkehr

  • Neuschönau beteiligt sich neben sieben weiteren Gemeinden seit dem 1. Mai 2010 an dem GUTi - Gästeservice Umwelt-Ticket, das seinen Gästen kostenlosen Beförderung auf allen Bahn- und Busverbindungen im Bayerwald-Ticket-Tarifgebiet anbietet.

Bildung und Erziehung

  • Heinz-Theuerjahr-Schule Neuschönau (Grundschule)
  • Pfarrkindergarten Neuschönau

Vereine

  • FFW Neuschönau
  • Sportverein Neuschönau
  • Motorrad-Club Neuschönau
  • Gartenbauverein Neuschönau
  • Lusentheater Neuschönau
  • Waldschützen Neuschönau
  • Pferdefreunde Neuschönau
  • Neuschönau a.k.t.i.v. (Werbegemeinschaft)
  • Männergesangsverein Neuschönau
  • Fischereiverein Neuschönau
  • Frauenbund Neuschönau
  • Tennis Club „Waldeck“

Literatur

Weblinks

Städte und Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau
Wappen Landkreis Freyung-Grafenau.png

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