Michael Adam

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Michael Adam. (Foto: Mitterbauer)
Michael Adam im Oktober 2011. (Foto: Fuchs)
Befreiter Jubel bei Michael Adam am 27. November 2011, nachdem er die Landratswahl in Regen gewonnen hatte. Links Florian Pronold, rechts Rita Röhrl. (Foto: Fuchs)

Michael Adam (* 9. Dezember 1984 in Zwiesel) ist ein niederbayerischer Politiker (SPD) und seit 2011 Landrat des Landkreises Regen. Seit 1. September 2012 ist Adam in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit seinem langjährigen Freund.[1]

Leben und Wirken

Ausbildung, Zivildienst, Studium

Adam, Sohn eines Schweißers und einer Zahnarzthelferin, besuchte ab September 1990 die Grundschule Bodenmais und trat 1994 auf das Gymnasium Zwiesel über. Adam beendete seine schulische Ausbildung im Jahr 2004 mit dem Abitur. Von Juli 2004 bis März 2005 leistete Adam den zivilen Wehrersatzdienst in der Silberbergklinik Bodenmais ab. Dabei betreute er unter anderem alleinreisende Kinder und Jugendliche, die einen mehrwöchigen Kuraufenthalt in Bodenmais verbringen.

Im Jahr 2003 tritt er dem Förderverein für offene Jugendarbeit Bodenmais bei und engagiert sich für die Einrichtung eines offenen Jugendtreffs. Zu seinen Aufgaben gehörte anfangs die Organisation von Jugendvollversammlungen und Thekendienstschulungen. Seit 2006 vertritt Michael Adam die offene Jugendarbeit auch als Vorstandsmitglied im Kreisjugendring Regen.

Zum Wintersemester 2005 begann Adam sein Studium der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Regensburg. Neben seinem Studium arbeitete Michael Adam als studentischer Mitarbeiter für die Bundestagsabgeordnete Bruni Irber (Deggendorf).

Jüngster Bürgermeister Deutschlands

Bei den Kommunalwahlen 2008 wählten 56,28 Prozent der Bodenmaiser Wähler Michael Adam zu ihrem neuen Gemeindeoberhaupt. Zum Zeitpunkt seines Amtsantritts am 1. Mai 2008 war er mit 23 Jahren der jüngste amtierende Bürgermeister Deutschlands und der jüngste bayerische Bürgermeister überhaupt. Als Bürgermeister erwartete Adam ein schweres Erbe: Gut 18 Millionen Euro Schulden hatten sich über die letzten Jahre angehäuft und bis zu seinem Amtsantritt existierte nicht einmal ein Haushalt für das laufende Jahr. Der Ort war bei seiner Amtsübernahme faktisch pleite. Auch galt es für Adam, eine lange Liste an Mängeln und Prüfungsfeststellungen der kommunalen Rechtsaufsicht aus den Vorjahren abzuarbeiten. Die Verwaltung musste personell neu aufgestellt und zum Teil aus- und fortgebildet werden. Praktisch kein gemeindlicher Aufgaben- und Tätigkeitsbereich funktionierte im Mai 2008 zur Zufriedenheit der Prüfer der Rechtsaufsicht. Durch die Einführung zeitgemäßer Tourismus- und Vertriebsstrukturen im Rahmen einer gemeindlichen Tourismus-GmbH konnten der Rückgang der Übernachtungszahlen im Vorjahr nicht nur gestoppt, sondern sogar umgekehrt werden. Bei seinem Amtsantritt fehlte im Haushalt jährlich rund eine Million Euro, um die laufenden Kosten zu bestreiten. In einem schmerzlichen Prozess der Haushaltskonsolidierung hat Adam in Marktgemeinderat und Öffentlichkeit dafür gekämpft, den Haushalt wieder ins Lot zu bringen: Unnötige Ausgaben wurden rigoros gekürzt, Einnahmepotenziale ausgeschöpft.

Bei der Bundestagswahl 2009 kandidierte er im Wahlkreis Straubing gegen den zweifachen bundesweiten „Stimmenkönig“ Ernst Hinsken (CSU) und erzielte mit 22,4 Prozent einen Achtungserfolg, während Hinsken den Wahlkreis mit 55,4 Prozent gewann.

Jüngster Landrat Deutschlands

Im August 2011 kündigte Adam nach dem Tod des Regener Landrats Heinz Wölfl an, sich als SPD-Kandidat für das Amt aufstellen zu lassen.[2] Bei der Wahl am 13. November erreichte er gegen vier andere Kandidaten mit 42,66 Prozent das beste Ergebnis, trotzdem musste Adam in einer Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten Helmut Plenk antreten. Plenk erreichte ein Ergebnis von 34,88 Prozent. Für Adam war es ein Erfolg fast auf ganzer Linie, nur in zwei der 24 Gemeinden des Landkreises (Bischofsmais und Kirchberg im Wald) holte Plenk mehr Stimmen als Adam. Der bayerische SPD-Vorsitzende Florian Pronold nannte den Wahlerfolg in Regen gar ein Signal für den ganzen Freistaat.

In der Stichwahl am 27. November 2011 konnte sich Adam mit 57,3 Prozent der Stimmen letztlich klar gegen Helmut Plenk durchsetzen, der 42,7 Prozent der Wähler von sich überzeugen konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,3 Prozent. Mit der Wahl zum Regener Landrat musste Adam als Bodenmaiser Bürgermeister zurücktreten. Adam war zu diesem Zeitpunkt der jüngste Landrat in ganz Bayern.

Am 15. September 2013 wurde Adam in den niederbayerischen Bezirkstag gewählt, obwohl er auf dem letzten Platz der SPD-Liste angetreten war. Mit 20.314 Wälerstimmen war er auf Platz 2 vorgewählt worden.

Am 17. März 2017 gab Adam in einer Pressemitteilung bekannt, bei der Landratswahl am 24. September 2017 nicht anzutreten. Dies geschehe, damit er sein nicht abgeschlossenes Studium wieder aufnehmen könne.

Bundestagswahl 2013

Nach der Bundestagswahl am 22. September 2013 bekannte Adam, obwohl SPD-Kreisvorsitzender, mit seiner Zweitstimme die CSU gewählt zu haben. In einer Presseerklärung führte er aus, er halte die SPD-Landesliste, insbesondere die führenden Köpfe dieser Liste, „für nicht wählbar“. Dabei kritisierte er auch das traditionell angestrebte Rot-Grün, da er in seiner täglichen Arbeit als Landrat vor allem die grüne Politik als Verhinderungspolitik erlebe. Stattdessen sei er von Seiten der überregionalen CSU-Politiker immer bei der Umsetzung von Projekten unterstützt worden. Dies könne er so bei den meisten SPD-Abgeordneten leider nicht immer erkennen.

Diese negative Botschaft an seine Partei führte zu Irritationen, Unverständnis und viel Kritik aus den eigenen Reihen. Mehrere SPD-Kreisverbandsmitglieder warfen ihm in einem Treffen vor sowohl seine Kollegen als auch einige Wähler „vor den Kopf gestoßen“ zu haben. Nachdem ihm sein falsches Agieren deutlich gemacht wurde, hat Adam sein Fehlverhalten zwar eingesehen, aber an seiner inhaltlichen Kritik hält er weiterhin fest, denn seine Aktion soll als Protest gegen die bayerische SPD-Führung verstanden werden. Dies habe nichts mit Parteitreue zu tun. Nach Klärung seiner Äußerungen sind auch die Gerüchte, er könne zur CSU wechseln, wieder verflogen.

Affären

Für überregionales Medieninteresse sorgte im Herbst 2013 das Bekanntwerden mehrerer Affären von Michael Adam. So habe er sich seit 2008 mit insgesamt sechs Männern im Büro zum Sex getroffen, sowohl in seiner Zeit als Bodenmaiser Bürgermeister im Rathaus, als auch später als Landrat im Landratsamt. Adam betonte selbst, dass dies moralische Verfehlungen waren, die aber rechtlich nicht zu beanstanden sind. Einen Rücktritt schloss Adam aus. Er wolle sich auch nicht einer vorgezogenen Landratswahl im März 2014 stellen, sagte er in einer eigens einberufenen Pressekonferenz am 28. November 2013 in Regen.

Politische Ämter

  • Stellvertretender Vorsitzender des Juso-Bezirksverbands Niederbayern (von 2008 bis 2009 Vorsitzender)
  • Kommissarischer Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Regen (seit August 2008)
  • Mitglied des bayerischen SPD-Landesvorstands (seit Juli 2009)
  • Kreisrat des Landkreises Regen seit März 2008
  • stellv. Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bodenmais
  • stellv. Vorsitzender des SPD-Bezirks Niederbayern

Einzelnachweise

  1. Artikel auf pnp.de: „Regens Landrat Michael Adam heiratet seinen Freund“
  2. Artikel auf pnp.de: „Michael Adam will Landrat werden“

Literatur

Weitere Berichterstattung der PNP

Weblinks


Bezirkstag von Niederbayern

Heinrich (Präsident), Adam, Auerbeck, Brandl, Deller, Hammerl, Heisl, Langwieser, Maller, Mangold, Pröckl, Röhrl, Schedlbauer, Scheuermann, Schmidt, Tuchen, Wasner-Sommer, Weinzierl