Melchior Modler

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Ein Werk von Melchior Modler - Heiligkreuzkirche in Regensburg

Melchior Georg Joseph Modler (* 5. Januar 1732 in Obernberg/Inn; † –beerdigt– 9. Oktober 1766 in St. Nikola, heute zu Passau) war ein Stuckateur und Bruder von Johann Kaspar Modler und Balthasar Modler.

Leben und Wirken

Seine Eltern waren der Stuckateur Johann Baptist Modler und dessen Frau Maria Therese, geborene Groll: Sie heirateten am 11. Januar 1729. Die erste Grundausbildung erhielt Melchior vermutlich in der Werkstatt seines Vaters. Man nimmt an, dass die Modlersöhne Schüler der Wessobrunner Stuckateure waren.

1751 wird er zum ersten Mal als Künstler greifbar. Der prächtige Raumstuck in der Klosterkirche Heiligkreuz in Regensburg stammt von Johann Baptist Modler und seinen drei Söhnen Kaspar, Melchior und Balthasar. Auf Melchior wird auch die schöne Stuckatur der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Frauenau zurückgeführt.

Im bayrischen Augustinerchorherrenstift St. Nikola, das unmittelbar vor den Toren der fürstbischöflichen Stadt Passau lag, begann der damalige Propst des Klosters, Prälat Severin Spießberger (1755 bis 1767) die Innenräume im Rokokostil baulich umzugestalten. Diese Situation mochte Melchior Modler veranlasst haben, dort sein Glück zu versuchen. Wann der Künstler nach St. Nikola verzogen ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Archivalisch gesichert ist dort sein Aufenthalt ab dem Jahr 1766. Jedenfalls wohnte der junge Melchior in einem dem Stift gehörigen Klosterschneider- und Mesnerhaus in der Innstraße Hausnummer 6. Im Stift der Chorherren des heiligen Augustin hatte er reichlich Gelegenheit, seine Fähigkeit als „kunstreicher Stuccadorer“ unter Beweis zu stellen und zwar bei der Ausschmückung des Refektoriums (heute Hauskapelle der Deutschordensschwestern) und weiterer Räume in der Sommer- und Winterprälatur.

Der Stuck im ehemaligen Refektorium des Klosters St. Nikola wurde von Max Heuwieser fälschlicherweise Johann Baptist Modler zugeschrieben. Auch mehrere Autoren haben sich seiner Auffassung angeschlossen. Ein glücklicher Fund von Archivmaterial ermöglicht nun, diese fragliche Zuschreibung an den alten Modler zu korrigieren und richtig zu stellen. Er wird als „Stuccadorer zu St. Nikola auf dem Mesner Haus“ bezeichnet. So blieb die Suche nach dem Schöpfer der prächtigen Stuckaturen bis heute in Fehldeutungen stecken.

Am 13. Januar 1766 verehelichte sich die Mesnerstochter Magdalena Piermayer mit dem kunstreichen Melchior Modler, der 300 Gulden Heiratsgut mitbrachte. In welchen Vermögensverhältnissen Melchior lebte, ist nicht bekannt. Er starb bereits im Herbst desselben Jahres, denn am 9. Oktober 1766 machte der St. Nikolaer Klosterpfarrer im Sterberegister den Eintrag: „Sepultus ad St. Elisabeth Melchior Joseph Modler im Alter von 34 Jahren…“ Seine letzte Ruhestätte, der Leprosenfriedhof bei der 1809 abgebrochenen Kirche St. Elisabeth, lag an der Badhausgasse in Bahnhofsnähe. Längst ist in dem später aufgelassenen Friedhof jede Spur von seinem Grabe verweht.

Am 18. Dezember 1766 wurde des Künstlers Tochter Genoveva Modler geboren. Die Witwe heiratete 1768 den Schneidermeister Egid Regen. Ab 1790 schenkte in der Klostertaverne St. Nikola Genoveva als neue Hofwirtin manch guten Tropfen aus. 1791 verehelichte sich der Hofrichterssohn Ignaz Schmerold mit Genoveva Modler. Die Wirtin Genoveva Schmerold, geb. Modler, ist am 7. Februar 1802 im Alter von erst 36 Jahren gestorben. Danach ging der verwitwete Wirt Ignaz Schmerold mit der Köchin eine zweite Ehe ein.

Literatur