Marlene Reidel

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Marlene Reidel (Foto: Peter Litvai)

Marlene Reidel, geb. Maria Magdalena Hartl, (* 20. Dezember 1923 in Landshut; † 21. Juli 2014 in Obergangkofen) war eine deutsche Malerin, Illustratorin und Kinderbuchautorin. Sie war verheiratet mit Karl Reidel und hatte sechs Kinder, von denen die älteste Tochter Beate Rose ebenfalls als Malerin tätig ist.

Leben und Wirken

Die 1923 geborene Kinderbuchautorin wuchs als eines von sieben Kindern eines Tagelöhnerpaares in Landshut auf. Nach den Anfängen einer Lehre in einer Keramikwerkstatt, wurde die begabte Zeichnerin mit 18 Jahren zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Da die Führerin der Kaserne auch an Kunst interessiert war, hatte die junge Künstlerin Glück und durfte jeden Sonntag weiter malen. Durch diese Zeichnungen entstand eine Mappe an Werken, mit der sie sich an der Akademie für Bildende Kunst in München bewarb und nach bestandener Aufnahmeprüfung 1943 auch angenommen wurde. Allerdings konnte sie sich nur drei Wochen als Studentin bezeichnen, dann wurde München zerbombt. So kehrte sie nach Landshut zurück und leistete Kriegshilfsdienst in Granatenfabriken und Flüchtlingslager.

Nach Ende des Krieges 1945 wurde der Betrieb der Kunstakademie wieder aufgenommen und Marlene Reidel konnte weiter studieren. Doch auch dieses Glück wehrte ihr nicht lang, denn im dritten Semester lernte sie den vier Jahre jüngeren Steinmetzlehrling Karl Reidel kennen und wurde schwanger, weshalb sie 1947 die Akademie verlassen musste. Nachdem sie den jungen Karl 1948 heiratete und dieser nach sechs Jahren die Akademie mit Diplom abgeschlossen hat, ließ sich die junge Familie nahe ihres Geburtsortes in Obergangkofen bei Kumhausen nieder und baute ein Haus, in dem Marlene Reidel bis zu ihrem Tod am 21. Juli 2014 im Alter von 90 Jahren lebte.

Literarisches Wirken

Weit über 100 Bücher hat Marlene Reidel geschrieben und illustriert. In dreißig Sprachen wurden ihre Werke übersetzt. 1960 wurde „Kasimirs Weltreise“ zum Weltbestseller und von der New York Times zu den „10 besten Büchern“ gezählt. 1964 wird „Der Gabriel mit dem Zauberstab“ vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit zu den „Schönsten Büchern des Jahres“ gewählt. 1977 kommt „Anna und die Weiherhex’“ auf der Internationalen Kinderbuchausstellung in Tokio unter die zehn besten Bücher. Weitere Werke sind unter anderem „Abenteuer wunderbar“, „Der schwarze Rab“ oder „Der Erich war ein schönes Kind“.

Auszeichnungen

  • Deutscher Jugendbuchpreis für „Kasimirs Weltreise“ (1958)
  • Afrikaans Jugendbuchpreis für „Kasimirs Weltreise“ (1961)
  • Kulturpreis Ostbayern (1965)
  • Sonderpreis der deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur (1977)
  • Pro meritis scientiae et litterarum des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst (1991)
  • Bayerischer Verdienstorden (1997)
  • Kulturpreis Bayern (2009)

Literatur

Weblinks