Marklkofen

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Marklkofen
Das Wappen von Marklkofen


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 408 m
Fläche: 40,72 km²
Einwohner: 3.659 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84163
Vorwahl: 08732
Kfz-Kennzeichen: DGF
Website: www.marklkofen.de
Erster Bürgermeister: Peter Eisgruber-Rauscher
(CSU)

Marklkofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Lage

Marklkofen liegt am süd-westlichen Rand der Landkreisgrenze des Landkreises Dingolfing-Landau und grenzt an die Landkreise Rottal-Inn sowie Landshut. Zusammen mit den Gemeinden Reisbach und Frontenhausen bildet die Gemeinde das "Mittlere Vilstal".

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind Aichberg, Aigen, Aiglkofen, Aunkofen, Berngern, Birnthal, Bogen, Eckschneid, Einaugmühle, Ernsthof, Feldmühle, Fellerhof, Freinberg, Gindlkofen, Göttersberg, Grietzen, Grub, Gruberhof, Gschaid, Hackl, Hansöd, Heimlichschönau, Holzhäusl, Hub, Johannisschwimmbach, Kay, Klosbach, Lauterbach, Leiten, Liebertsöd, Mülleröd, Petzenbrunn, Pflanzenöd, Poxau, Reithen, Rosenmühl, Roßhof, Rußhäusl, Schwingham, Senetsberg, Siglhof, Steinberg, Stockhof, Straßwimm, Ulrichschwimmbach, Warth, Weiher, Weinberg, Wildenschönau, Wunder und Ziegelstadl.

Geschichte

Das Vilstal ist uralter Kulturboden. Erste Spuren menschlichen Lebens gehen in diesem Flusstal auf die Eiszeit zurück. Die Besiedlung unserer Gegend erfolgte sicher schon in der jüngeren Steinzeit, welche um 2000 v. Chr. endete und allmählich in die Bronzezeit, den ersten Abschnitt der Metallzeit nach der prähistorischen Geschichtseinteilung, überging. Nach den Kelten, die dieses Gebiet längere Zeit besiedelten und dem Flusse Filusa (Vils) seinen Namen gaben, und den darauffolgenden Römern machte sich um 500 n. Chr. der germanische Stamm der Bajuwaren hier sesshaft.

Das Gebiet der Vils im Raum Frontenhausen-Vilshofen kam unter den Machtbereich der Frozze, einer Dynastienfamilie neben den Agilolfingern, die sich in der Gegend von Regensburg ansässig gemacht hatte.

Die Endsilbe des Ortsnamens ...kofen verrät, dass die Gründungszeit Marklkofens zwischen 600 bis 800 n. Chr. fällt. Zum erstenmal treffen wir den Namen "Marchiluhoven" in der Chronik des Klosters Baumburg (Chiemgau) aus dem Jahre 1150.

Der erste Ministeriale hieß wohl Marchilo. Er gab der Sitte gemäß seinen Namen der Siedlung. In der Folgezeit wechselte Marklkofen oft seinen Herrn - mal war es bischöflich (Regensburg), mal herzoglich. Im 13. Jahrhundert erreichten in Marklkofen die Herren von Poxau großen Einfluss, die reiche Beziehungen zum herzoglichen Hof in Landshut hatten. In etwa dieser Zeit entwickelte sich der Ort zu einer Hofmark, d. h. ein mit der niederen Gerichtsbarkeit ausgestattetes Besitztum. Die ausübenden Richter erhielten das Recht zum Bau eines eigenen Sitzes am Ort. Einer dieser Sitze war das Wasserschloss (später Imslandschloss) an der Vils, im Bereich des heutigen Gasthauses „Fischerwirt“ sowie des Anwesens Horn und des Kindergartens. Es handelte sich um den niederen Sitz. Dazu kam der obere Sitz, das sog. Thurmschloss (im Bereich der heutigen Anwesen Durmaier, vorm. Ernst, Haslbeck, Appinger und Stegmühle). Es gehörte einem Heinrich dem Poxauer.

Die Poxauer saßen somit auf beiden Schlössern und leiteten gegen 200 Jahre, von 1293 bis 1488 das Geschick der Bewohner Marklkofens. Das Stammschloss der Poxauer befand sich seit uralter Zeit im Nachbarort Poxau.

Nach den Poxauern kamen die Geschlechter der Frauenberger, Kluegheimer und Eckher. Als ein Hans Eckher 1539 starb, vermachte er sein Besitztum in Marklkofen seinem Schwager Veit Zachreis. Veit Zachreis war vorher Kastner in Teispach (Teisbach) gewesen und verwaltete die Ämter in Reisbach. Wie die Poxauer Linie, so baute sich auch die reiche Veit-Linie in Marklkofen einen Edelsitz. Die Herren aus dem Geschlecht der Zachreis von der Lieb bauten ihr Schloss an der Straße nach Reisbach, etwa im Gebiet des heutigen Pfarrhofs. Die Zachreisen als Hofmarksherren waren stets um das Wohl der Einwohner und vor allem der Kirche bemüht, lebten mit der Kirche und teilten ihre Sorgen und Nöte, als es in der Reformationszeit und im 30jährigen Krieg galt, Glaube und Heimat zu verteidigen. Viele dieser Adligen liegen in der Marklkofener Pfarrkirche begraben. Zahlreiche prachtvolle Grabdenkmäler zeugen von ihrem Reichtum.

Ein weiteres Schloss stand in Warth. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird es im Jahr 961 durch den Ritter Leonhart Wartter von der Wartt. Das Stammschloss der Wartter dürfte jedoch schon früher gebaut worden sein, vermutlich bereits im 8. Jahrhundert. Eine genaue Jahreszahl ist nicht feststellbar. Im Jahre 1200 ging sogar der Markt Reisbach in den Besitz der Wartter zu Wartt über. Die Wartter waren ein reiches Adelsgeschlecht. Sie nannten u. a. auch 250 Jahre (1336 - 1583) das Schloss Steinach mit verschiedenen Gütern ihr Eigen. In dieser Zeit gehörte auch ein großes Stadthaus in der Burggasse der Stadt Straubing zu ihrem Eigentum. Dieses Haus ging später in den Besitz des Ursulinenklosters Straubing über.

Der 30jährige Krieg hatte Bayern und das hiesige Gebiet schwer heimgesucht. Hungersnot, Seuchen, Plünderungen und Totschlag hinterließen deutliche Spuren. Aber das Aufblühen der Gemeinde nach Beendigung dieses Krieges verdankt man in erster Linie der Arbeitsamkeit und dem Fleiß der Bauern und Gewerbetreibenden, also der kleinen, nichtadligen Leute. In dieser Zeit erwarben zwei neue Geschlechter die Hofmarksgerechtigkeit, die Mächtlinger und die Fraunhofer. Unter ihnen, teils aus reichen Bürgerfamilien abstammend, hatte Marklkofen eine ruhige Entwicklung. Zeit zum Aufbau von Wohlstand und Reichtum.

Die Aufhebung der Leibeigenschaft, der Einfluss der französischen Revolution ließen die Macht, den Reichtum und Glanz des Landadels verschwinden. Das 19. Jahrhundert hat mit dem Landadel aufgeräumt und auch im mittleren Vilstal sämtliche Edelsitze zum Abbruch gebracht. Die Liegenschaften wurden an bürgerliche Interessenten verkauft.

Die Bürger, Bauern, Handel und Gewerbe bestimmten nun den Aufschwung des Ortes. Im 18. und 19. Jahrhundert kommen im Ort nachweislich folgende Gewerbe vor: Müller, Fischer, Hufschmidt, Pader, Binder, Bäcker, Cramhandler, Würth, Zimmermann, Jäger, Weber, Metzger, Hafner. Einige der genannten Gewerbe sind infolge der Industrialisierung und Technisierung seit Anfang des 20. Jahrhunderts verschwunden, andere haben sich den neuzeitlichen Erfordernissen angepasst.

Bedingt durch seine Lage an der Staatsstraße 2083 und durch den Bau einer Bahnstation 1873 bis 1875 machte sich Anfang des Jahrhunderts auch die Industrie im Ort ansässig. Ein Dach- und Tonziegelwerk, Teigwaren- und Nudelfabrik und seit Anfang der 60er Jahre das Filterwerk Mann + Hummel sowie vorübergehend die Filiale eines namhaften Lederbetriebes zeugten vom wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde.

Nach einer erfolgten Bürgerabstimmung, die anlässlich der Landtagswahlen am 22. November 1970 durchgeführt worden war, entschieden sich die Bevölkerungen der Gemeinden Marklkofen, Poxau und Steinberg für einen freiwilligen Zusammenschluss.

Damit war im Rahmen der Gemeindegebietsreform die erste Großgemeinde im Vilstal entstanden. Verwaltungssitz wurde der Hauptort Marklkofen. Einen Wermutstropfen in der jahrelangen kontinuierlichen Entwicklung der neuen Gemeinde gab es dann zum 1. Mai 1978 mit der Eingliederung in eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Markt Frontenhausen, wenngleich die wesentliche Selbständigkeit Marklkofens damit nicht aufgehoben war. Glücklicherweise gewann dann die Gemeinde Marklkofen zum 1. Januar 1980 durch eine Entscheidung der Landesregierung die beantragte Eigenständigkeit wieder zurück.

Gemeindewappen

Die Gemeinde nahm 1954 das Wappen des in der Ortsgeschichte im 15. und 16. Jahrhundert bedeutenden Adelsgeschlechts der Zachreisen an. Diese Familie besaß seit mindestens 1410 das mittlere Schloss und später auch das untere Schloss in Marklkofen. Das Zachreis-Wappen ist seit etwa 1400 auf vielen Siegeln, auf Grabdenkmälern in der Pfarrkirche Marklkofen und in Wappensammlungen überliefert. Der 1423 in Marklkofen verstorbene Wilhelm Zachreis führte zum ersten Mal das Wort "lieb" im Wappen. Es ist sehr selten, dass ein Wappen Worte trägt. Stadler deutet "lieb" als alten Wahlspruch, der zur Unterscheidung von ähnlichen Familienwappen eingefügt wurde. In diesem Fall handelt es sich aber wohl um einen Namensbestandteil, der auf die Herkunft der "Zachreis von der Lieb" verweist; "Lieb" bezieht sich auf Liebertsöd und dies auf den Stammnamen Liebhart. Die Schildform des Gemeindewappens von 1954 entspricht dem Familienwappen auf dem Renaissance-Grabmal in der Kirche. Die bis 1971 selbstständige Gemeinde Poxau führte seit 1962 den springenden Bock des Ortsadelsgeschlechts der Poxauer im Gemeindewappen. Die Poxauer waren im Mittelalter auch in Marklkofen reich begütert. Der springende Bock erinnert als Brunnenfigur auf dem Trinkbrunnen vor dem Rathaus in Marklkofen an diese historischen Komponenten.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Peter Eisgruber-Rauscher (CSU). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 als alleiniger Kandidat mit 86,50 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Nachfolger von Martin Geltinger (CSU) gewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) gemäß folgender Sitzverteilung:

  • CSU: 7 Sitze (+ 1. Bürgermeister) (2008: 9)
  • CWG: 3 Sitze (2008: 3)
  • SPD: 2 Sitze (2008: 4)
  • FL: 2 Sitze (2008: 0)
  • JBL: 2 Sitze (2008: 0)

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist eine stattliche dreischiffige Pseudobasilika romanischen Ursprungs. Sie wurde im 15. Jahrhundert unter Einbeziehung der St.-Anna-Kapelle vergrößert. In ihrem Inneren befinden sich Schnitzfiguren aus dem 16. Jahrhundert und ein Sandsteinrelief Beweinung Christi von 1520. Bemerkenswert sind ferner mehrere Grabmale aus dem 15. und 16. Jahrhundert, darunter das Denkmal für Wilhelm Zachreis († 1423) und eine Rotmarmorplatte für die Brüder von Fraunberg (15551560) sowie ein Epitaph für Johann von Fraunberg († 1597).

Tourismus und Freizeit

Bildung und Erziehung

  • Volksschule Marklkofen (Grundschule)
  • Haus für Kinder Marklkofen (Kindergarten)
  • Haus für Kinder Steinberg (Kindergarten)

Wirtschaft

Marklkofen ist einer der größten Wirtschaftsstandorte im Landkreis Dingolfing-Landau. Am Ort befindet sich der zweitgrößte Arbeitgeber des Landkreises Dingolfing-Landau, der Automobilzulieferer Mann+Hummel GmbH. Er ist ein deutscher Hersteller für Flüssigkeits- und Luftfiltersysteme, Ansaugsysteme und Innenraumfilter.

Vereine

  • SV Steinberg
  • FFW Marklkofen
  • Gewerbeverein Marklkofen
  • TSV Marklkofen
  • Verein der Garten- und Naturfreunde Marklkofen
  • Bayern-Fan-Club
  • CSU Ortsverband Marklkofen
  • ESC Marklkofen
  • Förderverein Kindergartenfreunde Marklkofen e.V.
  • Kath. Frauenbund Marklkofen
  • Kolpingfamilie Marklkofen
  • KSK Marklkofen
  • Landfrauen Marklkofen
  • Liedertafel Marklkofen
  • SPD Ortsverein Marklkofen
  • Spielmannszug der FFW Marklkofen
  • TSV-1860-Fan-Club
  • VdK Ortsverband Marklkofen
  • Vilstaler Schützengesellschaft


Städte und Gemeinden im Landkreis Dingolfing-Landau
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