Mainburg

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Mainburg
Das Wappen von Mainburg


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 422 m
Fläche: 61,65 km²
Einwohner: 14.046 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84042–84048
Vorwahl: 08751
Kfz-Kennzeichen: KEH
Website: www.mainburg.de
Erster Bürgermeister: Josef Reiser
(Stadt-Land-Union)

Mainburg ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Das Rathaus von Mainburg
Die Stadtpfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau
Die alte Pfarrkirche St. Laurentius

Lage

Mainburg liegt in der Hallertau an der Abens. Durch die Stadt führt die Bundesstraße 301.

Ortsteile

Ortsteile sind Aignerhof, Aufhausen, Auhof, Axenhofen, Bachmühle, Beslmühle, Brandmühle, Dirschengrub, Ebrantshausen, Frauenberg, Götzenberg, Grabmühle, Gschwellberg, Gschwellhof, Gumpertshofen, Haid, Holzmannshausen, Kleingundertshausen, Köglmühle, Leitenbach, Leuchtenburg, Lindkirchen, Mainburg, Marzill, Massenhausen, Meilenhausen, Meilenhofen, Mittermühle, Neumühle, Oberempfenbach, Obermühle, Öchslhof, Petermühle, Pettenhof, Plankmühle, Puttenhausen, Ried, Rohnstorf, Rothmühle, Sandelzhausen, Seemühle, Steinbach, Straßhof, Streichmühle, Unterempfenbach, Unterwangenbach, Wambach, Weihmühle und Wolfertshausen.

Geschichte

Die Herren von Slegilespach beherrschten das Gebiet um Mainburg vom 7. bis ins 9.  Jahrhundert. Die Traditionen des Hochstifts Freising berichten, dass am 25. April 825 Uualdprant und seine Gattin Ata ihren ganzen Besitz in Slegilespach in Gegenwart von 46 Zeugen und im Beisein von Bischof Hitto mit allen Sklaven, sowie ihr väterliches und mütterliches Erbe der St. Marienkirche von Freising als Schenkung übergaben. Im Jahre 828 entrichtete der Schmied Engilmar an Bischof Hitto einen jährlichen Zins von einem Silberschilling für ein Lehen in Slegilespach.

Während der Ungarnstürme wurde um 955 die Burganlage zerstört. Bald danach wurde hier eine kleine romanische Kapelle errichtet, deren Fundamente in der Laurentiuskirche erhalten blieben.

Der Name Slegilesbpach geht auf den Personennamen oder Beinamen Slegil (althochdeutsch: Klotz, Schlegel) zurück. Nach Slegilpach und Slegelespach erscheint zwischen 1220 und 1230 Sleipach und schließlich zwischen 1279 und 1284 Sleispach.

Dabei wird auch die Burg Meinberch genannt. Deren Name, der schließlich zum Ortsnamen wurde, geht vermutlich auf den Grafen Mainhart von Rottenegg zurück, der um das Jahr 1220 die Burg auf dem Hofberg erbaute. Der letzte Herr von Rotteneck, Bischof Heinrich II. von Rotteneck zu Regensburg veräußerte am 21. August 1279 die Burg Rotteneck mit allen Besitzungen, darunter auch die Feste Mainburg an Herzog Ludwig II. den Strengen zu Gunsten seiner Domkirche. Der Herzog errichtete hier ein Land-, später ein Pflegegericht. Die Burg diente fortan als Amtsgebäude für die Beauftragten des Herzogs.

Am Fuße des Burgbergs entstand eine Siedlung, und bereits im Jahre 1300 wird Mainburg als “Markt” bezeichnet. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Höckerigen von Ingolstadt und Heinrich dem Reichen von Landshut wurde am 1. Mai 1436 fast ganz Mainburg und die Laurentiuskirche zerstört.

Der herzogliche Pfleger residierte zunächst in der Burg auf dem Hofberg und nachdem diese nicht mehr bewohnbar war in einem neu errichteten Pflegegebäude. Zu den meist adeligen Pflegern, die bis zur Auflösung des Landgerichtes 1803 in Mainburg ihre Wohnung und Amtstätte hatten, gehörten Georg Ulrich von Elsenhaim und Ernst von Guggenmos.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mainburg 1632 und 1634 von schwedischen Truppen niedergebrannt. Auf seiner Reise nach Augsburg kam 1690 Kaiser Leopold I. nach Mainburg und übernachtete im Pflegerhaus.

Während des Österreichischen Erbfolgekrieges fand am 16. Februar 1742 bei der Laurentiuskirche ein Gefecht zwischen bayerischen Kürassieren und österreichischen Husaren statt. Die Österreicher setzten schließlich die umliegenden Häuser in Brand, der auch auf die Kirche übergriff.

Der Markt Mainburg kaufte 1809 das Pflegerhaus vom Staat. Es diente fortan als Schule, Lehrerwohnung, Feuerhaus (1901) und Heimatmuseum (1920). Mitte 1970 wurde es abgebrochen.

Am 29. Mai 1863 verwüstete ein in der Malzdörre ausgebrochener Großbrand Mainburg, dem am 4. Juni ein neuer Brand folgte. 1892 wurde auf Initiative des Kaufmanns und späteren Bürgermeisters Josef Hällmayr der Bauverein St. Salvator gegründet, das Salvatorkloster gebaut und mit beschuhten Karmelitern besetzt, die bis 1917 hier wohnten. Von 1918 bis 1978 waren hier Kapuziner anwesend, 1981 zogen Pauliner aus Tschenstochau im Klostergebäude ein..

Ende 1946 bemühte sich der Markt Mainburg erstmals um die Stadterhebung, doch der Antrag wurde zurückgestellt. Ein neuer Antrag vom März 1954 beim Bayerischen Innenministerium hatte Erfolg. Vom 18. September bis 22. September 1954 feierte Mainburg die Erhebung zur Stadt, wobei am 20. September, dem Tag der Jugend, auch das neue Volksschulgebäude eingeweiht werden konnte.

Heute hat das Mittelzentrum Mainburg eine überörtliche Funktion im Hopfenland Hallertau.

Stadtwappen

Das seit dem 14. Jahrhundert geführte Wappen von Mainburg zeigt in Rot auf grünem Dreiberg eine stilisierte grüne Birke mit einem goldenen Zaun um den Stamm.

Die Birke (Maie) auf dem Dreiberg ist redendes Bild für den ursprünglichen Namen "Mainberg". Im 19. Jahrhundert wurde die Birke auch als Apfelbaum mit Früchten oder als Linde gedeutet. Die heutige Darstellung der Baums mit dem Zaun ist seit dem kleinen Marktsiegel aus dem 18. Jahrhundert überliefert. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv empfahl am 29. Juli 1954, den Zaun im Wappen wegzulassen, doch die Stadt blieb bei der Darstellung mit dem Zaun.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Josef Reiser (SLU). Er wurde 2014 mit 55,34 Prozent der Stimmen gegen drei Mitbewerber im Amt bestätigt.

Stadtrat

Der Stadtrat hat 24 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister). Die Sitze verteilen sich aufgrund der Kommunalwahl 2014 wie folgt:

  • CSU: 7 Sitze (2008: 8)
  • SPD: 3 Sitze (2008: 3)
  • FWM (Freie Wähler Mainburg) : 4 Sitze (2008: 5)
  • Junge Liste: 3 Sitze (2008: 3)
  • SLU (Stadt Land Union): 4 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 4)
  • ÖDP: 2 Sitze (2008: 1)
  • FDP: 1 Sitz (neu)

Sehenswürdigkeiten

Die Klosterkirche St. Salvator
  • Die Klosterkirche St. Salvator wurde im Jahre 1723 auf dem Salvatorberg erbaut. Der Dachreiter wurde beim Brand am 29. Mai 1863 durch Flugfeuer zerstört. An Stelle der Kuppelbedachung wurde der neugotische Spitzhelm aufgesetzt. Der Hochaltar aus der Zeit um 1725 birgt eine sitzende Salvatorfigur (ca. 1520 bis 1530) mit den Seitenfiguren hl. Petrus und hl. Paulus. Der südliche Seitenaltar enthält eine Sandsteinhalbfigur des Jesus Salvator.
  • Stadtpfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau. Die Liebfrauenkirche wurde nach dem Abbruch der alten Frauenkirche 1957 bis 1958 von Hans Beckers neu erbaut.
  • Laurentiuskirche. Die vom ummauerten Friedhof umgebene alte Pfarrkirche (bis 1958) im Stadtteil Schleißbach wurde 1650 bis 1660 erbaut, nachdem die Vorgängerkirche im Dreißigjährigen Krieg 1632 beim Schwedeneinfall vollständig zerstört worden war. An den spätgotischen Chor wurde ein Schiff mit flachem Stichkappengewölbe sowie der Westturm angebaut. Der Hochaltar um 1730 bis 1735 zeigt die figürliche Darstellung der Verklärung des hl. Laurentius und eine Dreifaltigkeitsgruppe im Auszug. In den Seitenwänden befinden sich Grabmäler des 16. Jahrhunderts.
  • Das Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum befindet sich im ersten und zweiten Stock der Alten Knabenschule. Im Rahmen der 1995 abgeschlossenen Neugestaltung wurde das 1979 entstandene Hopfenmuseum in das 1912 gegründete städtische Museum integriert.
  • Rathaus, früher Schrannenhalle, 1756 nach dem Stadtbrand neu erbaut
  • Marktbrunnen mit Mariensäule von 1766, 1952 erneuert.

Sport und Freizeit

  • Freibad der Stadt Mainburg
  • Hallenbad Mainburg
  • Hopfenfest
  • Gallimarkt, genannt „Hallertauer Oktoberfest“, einer der ältesten Jahrmärkte in Bayern. Er ist nach dem hl. Gallus benannt, dessen Tag am 16. Oktober gefeiert wird.

Bildung und Erziehung

Das Gabelsberger Gymnasium

Schulen

  • Grundschule Mainburg
  • Grundschule Sandelzhausen
  • Mittelschule Mainburg
  • Gabelsberger Gymnasium
  • Berufsschule Mainburg
  • Gesundheitsakademie
  • Städtische Sing- u. Musikschule

Kindertageseinrichtungen

  • Städtischer Kindergarten Mainburg "Schneckenheim" im Altenheim St. Michael
  • Städtischer Kindergarten Mainburg
  • Städtischer Kindergarten Sandelzhausen
  • Mainburger Waldkindergarten e. V.
  • Katholischer Kindergarten des Frauenvereins Kinderhort e. V.
  • Kinderkrippe "Spatzennest"
  • Kinderkrippe "Schatzinsel"
  • Kinderhort "Spiel- und Lernburg"

Bücherei

Gesundheitswesen

  • Krankenhaus Mainburg

Vereine

  • BRK - Bayerisches Rotes Kreuz
  • Billard Club
  • Briefmarkengilde
  • Brieftaubenclub
  • Deutscher Alpenverein Sektion Mainburg
  • Deutscher Schäferhundverein - OG Mainburg
  • Eisenbahnersportverein
  • FC Mainburg
  • Fischereiverein
  • Förderverein Caritas Sozialstation
  • Frauenverein Kinderhort
  • Freiw. Feuerwehr Mainburg
  • Gartenbauverein
  • Gebietsverkehrswacht
  • Geflügelzuchtverein
  • Heimat und Museum e.V.
  • Holledauer Jumpers Mainburg e.V.
  • Imkerverein
  • Int. Kulturverein e.V.
  • Islamische Gemeinde e.V.
  • Jugend- und Stadtkapelle Mainburg e.V.
  • Junge Union - Ortsverband Mainburg
  • Kath. Arbeiterbewegung (Werkvolk)
  • Kath. Frauenbund Mainburg
  • Kath. Landjugend
  • König Ludwig Freunde Mainburg
  • Kolpingsfamilie Mainburg e.V.
  • Krieger- und Soldatenverein Mainburg
  • Landsmannschaft Schlesien
  • Liedertafel Mainburg
  • Lions Club Mainburg - Hallertau
  • LSK Theater Mainburg
  • 1. Motorradclub Mainburg e.V. im ADAC
  • Narrhalla
  • Partnerschaftsverein Liancourt
  • PSV Mainburg
  • Reit- und Fahrverein
  • Rotary - Club Mainburg
  • SC 1860 Mainburg
  • Schnupfclub Mainburg
  • Schützengemeinschaft Concordia
  • Stopselclub
  • Sudetendeutsche Landsmannschaft
  • Trachtenverein
  • TSC Türkspor
  • TSV 1861 Mainburg
  • Unicef Team Mainburg
  • VdK Ortsverband Mainburg
  • Verkehrsverein
  • Wasserwacht Mainburg
  • Werbegemeinschaft
  • Wurftaubenclub

Literatur

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3 406 55206 4

Weblinks

Städte und Gemeinden im Landkreis Kelheim
Wappen Landkreis Kelheim.png

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