Maierhofspital

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Das ehemalige Altenheim Maierhof

Das ehemalige Maierhofspital (bis 2009 Altenheim St. Josef) ist ein Gebäude in Passau, Innstraße 74a. Das Gebäude, der Maierhof oder Ökonomiehof Senftling hat eine Geschichte, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht.

Geschichte des Gebäudes

Der Maierhof war zunächst als Ökonomiehof „Senftling“ bekannt und wurde 1073/1074 von Bischof Altmann dem frisch gegründeten Kloster St. Nikola zum Geschenk gemacht. Er wurde vom Kloster gegen Zinsleistungen in Naturalien zur Bewirtschaftung vergeben. Im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 und im Österreichischen Erbfolgekrieg 1742 wurde der Maierhof schwer beschädigt. Der Grundriss der Wiederaufrichtung von 1754 bis 1765 durch Severin II. Spießberger, den damaligen Probst des Klosters, ist bis heute erhalten geblieben. Den Kernbau errichtete der Passauer Baumeister Johann Michael Schneitmann.

1803 fiel der Besitz des Maierhofs zusammen mit dem Kloster St. Nikola an das Land Bayern. Das etwas verkleinerte Gut wurde von zwei Hofwirten, Schmerold und Kurz übernommen, ab 1824 war Ignaz Schmerold alleiniger Besitzer. Auf dem Maierhofgelände um den stattlichen barocken Vierflügelbau standen nicht nur landwirtschaftliche Bauten, sondern auch Ziegelei und Sägewerk des Baumeisters Josef Weiß.

1904 wurde der verbleibende Maierhof für 100 000 Mark an die St.-Johannis-Stiftung, 1905 von dieser an die Stadt Passau weiterverkauft. 1907 wurde das innerstädtische Heilig-Geist-Spital hierher verlegt und bis 1985 von den Barmherzigen Schwestern betreut. Sein jetziges neubarockes Erscheinungsbild erhielt das Haus bei einem Umbau von 1905 bis 1909. Damals wurden 52 Pflegezimmer und eine Wohnung für den Hausgeistlichen eingerichtet. Im Südwestflügel entstand unter Baumeister Josef Weiß die Hauskapelle St. Josef, während Baumeister Josef Schwarzenberger die Straßenfassade gestaltete. 1985 bis 1988 fand eine große Innenrenovierung statt. Der Nordflügel der Vierflügelanlage wurde 1987 abgebrochen, seither ist der Maierhof eine Dreiflügelanlage.

Schließung

Nach einem Beschluss des Stadtrates vom 26. Januar 2009 wurde das Altenheim Maierhofspital zum Jahresende 2009 geschlossen. Ende Juni 2009 zog der letzte der 44 Bewohner aus.

Alle Heimbewohner haben ein neues Domizil gefunden. In insgesamt neun verschiedenen Passauer Heimen kamen die meisten der Bewohner unter. Einige erhielten ein neues privates Domizil im jahrzehntelang gewohnten Umfeld des früheren Heims. Die 34 Mitarbeiter wurden bei der Stadt oder im Klinikum übernommen, abgefunden oder erhielten Ausbildungsmaßnahmen. Alle Auszubildenden wurden vom städtischen Seniorenstift übernommen.

Weiternutzung

Bis Mitte 2010 gab es in dem leerstehenden Heim Zwischennutzungen, unter anderem durch das benachbarte Adalbert-Stifter-Gymnasium und durch die Passauer Lebenshilfe. Ein Teil des Gebäudes wurde von der benachbarten Kinderklinik Dritter Orden Passau erworben und in Verbindung mit einem Teilneubau unter Beachtung des Denkmalschutzes 2011 bis 2015 umgebaut.

Siehe auch

Literatur

  • Christian Karl: Soziale Abwicklung voll aufgegangen – Maierhofspital ist leer. In: Passauer Neue Presse vom 01.09.2009 (S. 19)
  • Christian Karl: Maierhof-Spital wohl erst 2012 wieder dauerhaft belebt. In: Passauer Neue Presse vom 04.09.2010 (S. 27)
  • Peter Morsbach, Irmhild Heckmann, Christian Later, Jörg-Peter Niemeier: Denkmäler in Bayern, Band II.25 Kreisfreie Stadt Passau. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2552-9