Lindner AG

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Unternehmensleitung.

Die Lindner AG ist eine der führenden Bauunternehmer weltweit. Sie gehört zur Lindner Holding KGaA und hat ihren Hauptsitz in Arnstorf. Neben Planung und Umsetzung von Bauprojekten jeglicher Größe, produziert das Unternehmen verschiedene Werkstoffe für den Innen- und Außenbau in eigenen, auf der ganzen Welt verstreuten, Produktionsstätten selbst. Das Deutsche-Bank-Hochhaus, die neue EZB-Zentrale in Frankfurt, die al-Haram-Moschee in Mekka, der Hauptstadtflughafen BER in Berlin und die neue Philharmonie in Paris, gemeinsam mit zahlreichen weiteren prominenten Bauwerken weltweit stehen auf der Referenzliste des niederbayerischen Unternehmens, das sich auf alle Formen des Innenausbaus spezialisiert hat. Neben Hauptaktionär Hans Lindner ist Rolf Schäfer, der den Vorsitz im Aufsichtsrat hat, wohl eine der wichtigsten Personen in dem Unternehmen.

Geschichte

Das Unternhemen wurde 1965 gegründet und erhielt 1968 die ersten Großaufträge. 1991 hat das Bayerische Staatsministerium mildtätige Hans Lindner Stiftung als öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts genehmigt. 2008 stieg die Lindner AG in den Ausbau von Kreufahrtschiffen ein.

Produktion

Produktionsprogramm

Die Lindner AG produziert für den Gebäudebau sowohl Systeme für Decken-, Fassaden-, Wand- und Bodenkonstruktionen wie auch Technologien für Heiz- und Kühlsysteme. Die Produkte basieren alle auf verschieden Grundstoffen. Es werden zum Beispiel für den Bau bestimmter Deckenverkleidungen Aluminium oder Stahl verwendet, während beim Bau der Bodensysteme hauptsächlich Holz verwendet wird.

Die Lindner KGaA kann durch ihre Ausstattung, die einem hohen Technologiestandard entspricht, auf jeden Kundenwunsch individuel eingehen und das Produkt für den Kunden entwerfen und bauen. Aber auch die Produkte, die sich in der Massenfertigung befinden, gibt es in verschiedenen Variationen. Neben verschiedenen Farben, werden teilweise Produkte auch aus verschiedenen Materialien hergestellt.

Organisation der Fertigung

Das Lager wird innerhalb von drei Tagen komplett umgeschlagen. Dies bedeutet, dass innerhalb von 3 Tagen die angelieferten Materialien verarbeitet und die produzierten Waren in diesem Zeitraum ausgeliefert werden. Die Produkte werden in einer Fließfertigung produziert. Das hat den Vorteil, dass die Arbeiter immer dieselben Arbeitsschritte wiederholen und somit sich nicht neu in andere Schritte einarbeiten müssen.

Es wird im Zwei- bis Drei-Schichtbetrieb gearbeitet. Die einzelnen Schichten beginnen am Sonntagabend und enden am Freitagabend. Dies bedeutet, dass die Maschinen in diesem Zeitraum nicht abgestellt werden und somit ihre Arbeit verrichten. Die meisten verwendeten Komponenten stellt die Lindner AG selbst her. Vereinzelt wird auch auf Fertigbauteile zuurückgegriffen. Obwohl die meisten Fertigungsanlagen vom Computer gesteuert werden, werden einzelne Arbeiten auch weiterhin mit der Hand ausgeführt werden.

Produktionsanlagen

Bei der Produktion, die auf eine Fläche von 1500 m² verteilt ist, kommen sowohl mechanische wie auch CNC – Maschinen zum Einsatz. Die mechanischen Maschinen werden vor allem für Arbeiten ausgeführt, die nicht abgeändert werden müssen. Dies kommt zum Beispiel bei der Verdünnung von Kupferrohren zum Einsatz. CNC – Maschinen werden bei der Lindner AG unter anderem zum verbiegen von Blechen eingesetzt. Bei der Produktion der Platten für die Bodensyteme hat das Unternehmen hingegen auf Industrierobotern zurückgegriffen.

Beschäftigung

Beschäftigungszahl

Für die Lindner AG arbeiteten im Februar 2009 ca. 4.800 Mitarbeiter, von denen alleine im Unternehmenshauptsitz in Arnstorf 2.700 beschäftigt sind. Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise, will die Lindner KGaA weiterhin Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben. Dass das Unternehmen stark auf die Ausbildung aus den eigenen Reihen setzt, verdeutlicht sich, wenn man erfährt, dass 75 Prozent der Belegschaft im Betrieb ausgebildet worden sind und derzeit 200 Auszubildende beschäftigt sind.

Im Jahr 2011 beschäftigte die Lindner AG 5.500 Personen. Im Jahr 2015 beschäftigte die Lindner AG 6000 Personen, davon 2700 in Arnstorf.

Beschäftigungsstruktur

Die Belegschaft, die im Unternehmenshauptsitz in Arnstorf arbeitet, kommt hauptsächlich aus Niederbayern. Die meisten Mitarbeiter wurden im Unternehmen ausgebildet oder angelernt. Bei der Lindner AG herrscht wie in den meisten Betrieben eine 40 Stunden Wochen. Der Hauptteil der Angestellten in Arnstorf arbeitet nicht in der Produktion, sondern als Ingenierure oder im kaufmännischen Bereich.

Umsatz und Auftragslage

Die Lindner AG machte im Jahr 2007 durch einen Umsatzanstieg von 10,8 % zum Vorjahr einen Umsatz von 629,2 Mio. Euro. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr betrug der Gewinn der AG 20,3 Mio Euro. Die ist unter anderem auch den hohen Personalkosten geschuldet, die 2007 136 Millionen Euro betrugen. Allerdings ist die Lindner AG ihrem Ziel ihren Umsatz hauptsächlich im Ausland zu erzielen durch den Anstieg der Exportquote von 45,3 % ein deutliches Stück näher gekommen. Die Dividendenauszahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2007 ca. 158 000 Euro.

Nachdem der Umsatz im Jahr 2009 auf Grund der Weltwirtschaftskrise leicht zurück ging und auch 2010 nicht wieder ganz ausgeglichen werden konnte, stieg der Umsatz der gesamten Lindner-Gruppe 2011 auf eine Rekordhöhe von 852 Millionen. Im vergangenen Jahr waren es sogar 942 Millionen. Der Umsatz sei in den vergangenen Jahren stabil geblieben, 2014 sogar leicht auf knapp 1,1 Milliarden Euro gestiegen.

Unternehmenschronik

  • 1965: Mit 23 Jahren macht sich Hans Lindner, Sohn der Gastwirtsleute Hans und Therese Lindner, mit der Akustikbau Lindner GmbH in Arnstorf selbstständig.
  • 1970: Die Aufträge werden größer: Um die Nachfrage zu bedienen, entsteht als erste Produktionsstätte eine Schreinerei in Arnstorf. 1972 beschäftigt Lindner bereits über 400 Mitarbeiter.
  • 1974: Lindner übernimmt einen Auftrag an der Universität Wuppertal - erstmals für den gesamten Innenausbau. Binnen zwei Jahren entwickelt sich der Betrieb zum „Komplettanbieter“.
  • 1982: Neben dem Innenausbau widmet sich Lindner nun auch der Isoliertechnik. Das erste ausländische Tochterunternehmen in Wien entsteht.
  • 1987: Als dritter Bereich des Innenausbaus - neben Decken und Wänden - kommen Bodensysteme hinzu. Die Internationalisierung schreitet fort, mit Engagements u.a. in Osteuropa.
  • 1989: Das Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
  • 1991: Die Hans Lindner Stiftung entsteht und widmet sich sozialen Zwecken. Wenige Jahre später kommt die Beratung von Existenzgründern hinzu.
  • 2000: Das Unternehmen beginnt damit, in Osteuropa eigene Projekte für Büro-, Gewerbe- und Wohnzentren zu entwickeln und umzusetzen. Auch die Präsenz in Asien wird nach und nach ausgeweitet.
  • 2006: Die Übernahme des englischen Fassadenspezialisten Schmidlin ergänzt das Angebot.
  • 2007: Die Lindner Group erweitert ihr Spektrum: Mit dem 4-Sterne-Haus Schlossparkhotel Mariakirchen wird ein erstes Hotel gebaut und betrieben. In Kürze eröffnet in Nordrhein-Westfalen mit dem MK Hotel Remscheid das nunmehr achte Hotel der Gruppe - wie in Mariakirchen soll dort eine eigene Brauerei angegliedert werden.
  • 2011: Mit der Übernahme von Prater Ltd. mit Sitz in London gehören nun auch Dachsysteme zum Kerngeschäft.
  • 2015: Die international agierende Lindner Group beschäftigt weltweit rund 6000 Mitarbeiter und feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Der Tod von sechs Mitarbeitern, die während eines Team-Events bei einem Brand in der Unterkunft des Veranstalters ums Leben kommen, wirft einen Schatten über das Jubiläum. Mehrere Feierlichkeiten, darunter ein großes, für Juli geplantes Betriebsfest sowie weitere Team-Events und Kundenveranstaltungen wurden abgesagt.

Kontakt

Telefon: 08723/200
Internet: www.lindner-group.com

Literatur