Leiblfing

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Leiblfing
Das Wappen von Leiblfing


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 366 m
Fläche: 78,38 km²
Einwohner: 3.977 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94339
Vorwahl: 09427
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.gemeinde-leiblfing.de
Erster Bürgermeister: Wolfgang Frank (CSU)

Leiblfing ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Das Rathaus von Leiblfing
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Geographie

Die Gemeinde Leiblfing liegt im Aitrachtal an der Staatsstraße 2141 zwischen Straubing und Landshut. Hier geht der Gäuboden in das Donau-Isar-Hügelland über.

Ortsteile

Ortsteile sind Affa, Altfalterloh, Aspersgrund, Burgstall, Dirschkirn, Eschlbach, Eschlspitz, Fendl, Fierlbrunn, Frauenholz, Fußmühle, Großklöpfach, Grünberg, Haid, Haid b.Metting, Haidersberg, Hailing, Hankofen, Hardt, Hausmetting, Hetzhof, Holzmauer, Jägerberg, Kaltenbrunn, Kapitelholz, Kleinklöpfach, Kornbach, Kriegsstadl, Leiblfing, Metting, Mundlfing, Niedersunzing, Obersunzing, Oberwalting, Radlmoos, Rauher, Reithof, Rohrhof, Roßhart, Rothmühle, Rutzenbach, Schleinkof, Schwimmbach, Schwineck, Seibersdorf, Siffelbrunn, Sondergai, Spitalholz, Straßmühle, Wackerstall und Weihern.

Geschichte

Anfänge

Leiblfing ist am Ende des 8. Jahrhunderts zum ersten Male erwähnt. In alten Urkunden heißt es Lipolfinga (863-895, erste Erwähnung), Liubolving und Lewbolfing. Der Name Leiblfing scheint die Zusammensetzung eines Eigennamens (Libolf, Lipolf oder Leuwolf) mit der Endung „ing“ zu sein.

Die ursprünglichen Besitzer von Leiblfing waren die Grafen von Leonsberg, deren Stammschloss in Leonsberg bei Großköllnbach stand. Die Vogtei über die Kirche in Leiblfing verkauften die Grafen von Leonsberg 1306 an das Domkapitel Regensburg. Zweifellos ist Leiblfing der Stammsitz des Ritter- und Grafengeschlechtes der Leiblfinger (Leublfinger), die unter anderem 1625 als Besitzer von Rain erwähnt wurden, dagegen nie urkundlich als Besitzer von Leiblfing.

Schon 1408 wurde zu Lewwolfing die erste offene Schranne gehalten, indem ein Landrichter sich bei einer Versammlung die Klagen der Bauern anhörte.

Wichtige Ereignisse

Während des Landshuter Erbfolgekrieges wurde Leiblfing 1504 niedergebrannt. Im Dreißigjährigen Krieg suchten schwedische Truppen die Gegend von Leiblfing besonders vom November 1633 bis April 1634 und erneut im Jahre 1648 heim. 1651 kaufte Johann Kaspar Freiherr von Lerchenfeld die Güter in Leiblfing und behielt sie bis 1744. Von da an waren sie im Besitz der Grafen von Töring und Gutenzell. 1830 erwarb sie Freiherr von Niethammer.

Um das Jahr 1679 herrschte in Leiblfing die Pest. Während des Spanischen Erbfolgekrieges war Leiblfing zunächst von bayerischen Soldaten, nach der Übergabe Straubings aber von österreichischen Truppenteilen besetzt. Am 19. Oktober 1704 wurde Adam Buchner von Niedersunzing und am 22. Oktober 1704 Veith Fuchs hier begraben. Von den beiden wird erwähnt, dass sie mit Flintenkugeln durch kaiserliche Soldaten erschossen wurden.

Am 6. August 1846 brannten sechs Anwesen und der Kirchturm ab. Als das Feuer bereits erloschen schien, fachte es ein Sturm am 7. August erneut an, und der neue Brand zerstörte fast das gesamte Dorf.

Das 20. Jahrhundert

Im Jahre 1900 zählte der Ort 40 Häuser. Die meisten Einwohner betrieben Landwirtschaft. Der landwirtschaftliche Bezirksverein gründete hier um 1910 das erste Lagerhaus, so dass die Bauern ihr Getreide am Ort abliefern konnten.

Im Ersten Weltkrieg blieben 17 Leiblfinger, im Zweiten Weltkrieg 21. Vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden KZ-Häftlinge durch Leiblfing gegen Landshut getrieben. 12 Erschossene kamen in ein Massengrab im Leiblfinger Friedhof. Nach dem Krieg wurden einige in ihre Heimat, die anderen auf den Soldatenfriedhof bei Hofkirchen überführt.

Auch Leiblfing selbst blieb vom Krieg nicht verschont, da sich in den letzten Kriegstagen Wehrmachtsangehörige und SS-Mitglieder im Dorf aufhielten. Ein Soldat wurde getötet, eine Frau verletzt, drei Scheunen in Brand geschossen und die Kirche beschädigt.

Die alte Kirche wurde 1959 abgerissen, und es entstand im selben Jahr ein Neubau, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Im Zuge der Gebietsreform wurden 1972 und 1978 sieben ehemalige Gemeinden zur Großgemeinde Leiblfing zusammengeschlossen. Seit Mai 2000 besteht offiziell eine Partnerschaft mit der Gemeinde Affi am Gardasee.

Gemeindewappen

Das seit 1982 geführte Wappen zeigt unter silbernem Schildhaupt, darin zwei rote Leisten, in Rot einen auf einem silbernen Seitenvierberg emporsteigenden silbernen Löwen. Der Löwe auf dem Seitenvierberg ist redendes Bild für die Grafen von Leonsberg, die im Hochmittelalter die wichtigsten Grundherren im Gemeindegebiet von Leiblfing waren. Die Farben Silber und Rot erinnern an das Hochstift Regensburg, dessen Domkapitel die Vogtei über die Kirche in Leiblfing besaß. Die zwei roten Leisten im silbernen Schildhaupt sind dem Wappen der Herren von Leiblfing entnommen.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Wolfgang Frank (CSU). Er wurde 2014 mit 72,60 Prozent der Stimmen gegen Mitbewerber Gerhard Kellner (SPD) im Amt bestätigt.

Gemeinderäte

Der Gemeinderat von Leiblfing hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und seit 2014 folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 8 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • Freie Wähler: 5 Sitze (2008: 5)
  • SPD: 3 Sitze (2008: 2)

2008 war außerdem die ÖDP mit 2 Sitzen im Gemeinderat vertreten.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Leiblfing, erbaut 1959, umgestaltet 1981 bis 1983
  • Filialkirche St. Leonhard in Eschlbach, 1716 errichtetes Barockbauwerk
  • Filialkirche St. Johannes in Metting, spätgotisch 15. Jahrhundert, 1718 barockisiert
  • Filialkirche St. Georg in Hankofen aus dem Jahre 1749
  • Filialkirche St. Markus in Schwimmbach
  • Filialkirche St. Pauli Bekehrung in Hailing, 1913
  • Filialkirche St. Stephan in Obersunzing, barocker Neubau 1723
  • Filialkirche St. Martin in Niedersunzing, 17. Jahrhundert, Turm aus dem 15. Jahrhundert

Bildung und Erziehung

  • Volksschule Leiblfing (Grund- und Mittelschule)
  • Kindertagesstätte Aitrach-Arche
  • Kirchlicher Kindergarten St. Josef
  • VHS Straubing-Bogen Außenstelle Leiblfing
  • Gemeindebücherei Leiblfing

Einrichtungen

  • Freibad Hailing, solarbeheiztes Freibad, 1970 eröffnet, 2009 saniert

Vereine

  • DJK Leiblfing
  • Freiwillige Feuerwehr (FFW) Leiblfing
  • Landfrauen Leiblfing
  • Modellfliegerfreunde Leiblfing
  • Modellfluggruppe Quax Leiblfing e.V.
  • Obst- und Gartenbauverein Leiblfing
  • Schützenverein Leiblfing
  • Laienspielgruppe Leiblfing
  • Imkerverein Leiblfing
  • KLJB Leiblfing
  • Krieger-Reservisten-und Soldatenkameradschaft Leiblfing e.V.

In den verschiedenen Ortsteilen gibt es zahlreiche weitere Vereine. Zum Gemeindegebiet gehört auch die Spielvereinigung Hankofen-Hailing, deren Fußballmannschaft als Mitglied der Landesliga Mitte bekannt wurde.


Städte und Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen
Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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