Landshut

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Landshut
Das Wappen von Landshut


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Höhe: 385–500 m
Fläche: 65,79 km²
Einwohner: 64.258 (31. Dezember 2010)
Postleitzahl: 84028–84036
Vorwahl: 0871
Kfz-Kennzeichen: LA
Website: www.landshut.de
Oberbürgermeister: Hans Rampf (CSU)

Landshut ist eine kreisfreie Stadt, Sitz der Regierung von Niederbayern und Verwaltungssitz des Landkreises Landshut. Das Oberzentrum an der Isar ist nordöstliches Zentrum der im Mai 2007 geschaffenen Europäischen Metropolregion München. Wegen der im Stadtwappen zu sehenden drei Helme ist Landshut unter dem Beinamen „Dreihelmestadt“ bekannt.

Johannes Aventinus erklärt den Namen 1541 mit „Landshuet, ein helm und hut des lands“ (hut von mittelhochdeutsch huot, huote = Bewachung, Behütung).

Gliederung

Landshut ist in zehn offizielle Stadtteile gegliedert: Altstadt, Berg, Frauenberg, Industriegebiet, Münchnerau, Nikola, Peter und Paul, Schönbrunn, West und Wolfgang.

Inoffizielle Stadtteile sind die Isarinsel Mitterwöhr und Zwischen den Brücken auf der Mühleninsel.

Unabhängig davon gibt es 54 amtlich benannte Gemeindeteile: Landshut, Achdorf, Aign, Attenkofen, Aubach, Auloh, Aumühle, Bartreith, Berg ob Landshut, Berggrub, Buchenthal, Dirnau, Duniwang, Echingerhof, Ehrnstorf, Eisgrub, Ellermühle, Englberg, Entenau, Feichtmaier, Frauenberg, Gretlmühle, Gündlkoferau, Haag, Hagrain, Hascherkeller, Kranzed, Löschenbrand, Lurzenhof, Moniberg, Mühlhof, Münchnerau, Neubau, Neudeck, Peterreuth, Reithof, Sallmannsberg, Salzdorf, Schaumburg, Schönbrunn, Schopperhof, Schwaig, Schweinbach, Seethal, Siebensee, Stallwang, Sterneck, Straßburg, Unterschönbach, Voglherd, Waas, Wampelmühle, Wolfstein, Wolfsteinerau.

Wappen

Das Wappen zeigt drei blaue Helme mit verschlungenen roten Riemen auf silbernem oder weißem Grund, zwei in der oberen, einer in der unteren Reihe. Sie erscheinen bereits auf den ältesten bekannten Siegeln ab 1275. Die weiß-blauen Farben sind seit dem 15. Jahrhundert bekannt und gelten als Zeichen für die enge Bindung Landshuts an die Wittelsbacher.

Geschichte

Frühe Jahre

Die dörfliche Siedlung Landshut taucht nach der Mitte des 12. Jahrhunderts in Freisinger Traditionen auf. Die Stadt wurde im Jahr 1204 durch Herzog Ludwig I. dem Kelheimer gegründet. Seit 1208 ist das Hl.-Geist-Spital an der Isarbrücke nachweisbar. Dort entstand eine vorstädtische Siedlung von Pfahlbürgern, daneben bildete vor allem die Burg eine Keimzelle der Stadtentwicklung. 1232 stiftete Ludmilla, Witwe Ludwigs des Kelheimers, nach dessen Tod jenseits der äußeren Brücke das Kloster Seligenthal. Schon 1255 wurde Landshut die Residenzstadt Niederbayerns.

Außerhalb der Mauer siedelten sich 1271 die Dominikaner und 1280 die Franziskaner an. Zwischen den beiden Klöstern entstand als Parallelle zur Altstadt die Neustadt. Nordöstlich davon kam 1338 dank herzoglicher Initiative die Freyung mit der eigenen Pfarrkirche St. Jodok hinzu.

Die Zeit der „Reichen Herzöge“

Schon im 14. Jahrhundert erreichte die Stadt eine ummauerte Grundfläche von rund 40 ha. Bis in das 19. Jahrhundert wurde sie nicht mehr überschritten. Ab 1380 kam es zum Bau der repräsentativen gotischen Martinskirche, die erst um 1500 vollendet wurde.

1408 und erneut 1410 konnte Herzog Heinrich seine Position gegenüber dem Bürgertum entscheidend ausbauen. Er wies die angesehensten Bürger aus der Stadt aus und konfiszierte ihr Vermögen. Die sich nun anschließende Zeit wurde von den „Reichen Herzögen“ dominiert. Von deren Hofhaltung profitierten unter anderem zahlreiche Handwerker sowie Handel- und Gewerbetreibende der Stadt. In diese Zeit fällt die glanzvolle Landshuter Hochzeit von 1475, die Heirat des Herzogsohns Georg mit Hedwig von Polen, die seit 1903 in der Landshuter Hochzeit nachgespielt wird.

Da Georg ohne männliche Nachkommen starb, fiel sein Reich nach dem Landshuter Erbfolgekrieg an die Münchner Rivalen. Landshut wurde zwar 1506 neben Straubing Sitz eines der beiden Rentämter Niederbayerns, aber trotz des Baues der Residenz und der Umgestaltung der Burg Trausnitz im 16. Jahrhundert durch Ludwig X., der als Mitregent seines Bruders Wilhelm als letzter Wittelsbacher in Landshut residierte, stagnierte die Entwicklung nun lange Zeit. 1632 nahm Schwedenkönig Gustav Adolf die Stadt ein, verschonte sie aber weitgehend.

Das 19. Jahrhundert

1799 verlor Landshut auch die niederbayerische Regierung. 1803 wurden die meisten Klöster aufgelöst. Von 1800 bis 1826 beherbergte das vormalige Dominikanerkloster die von Ingolstadt hierher verlegte Landesuniversität, die aber 1826 nach München abgezogen wurde. Hier lehrten der Jurist Friedrich Carl von Savigny und der Theologe Johann Michael Sailer. 1808 und erneut 1809 hielt sich der Dichter Clemens Brentano in Landshut auf und schrieb hier an seinen Romanzen vom Rosenkranz. Am 21. April 1808 war Napoleon inmitten seiner Truppen in Landshut.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts trug man fast alle mittelalterlichen Stadttore, Wehrtürme und Mauern ab und füllte die Gräben mit dem Abbruchmaterial auf. 1808 verdrängten die Müller im Range des Gewerbeflors die Bierbrauer auf den zweiten Platz. Außerdem befand sich um die Wende des 19. Jahrhunderts in Landshut das Zentrum der niederbayerischen Wollverarbeitung. Von 1838 bis 1851 betrieb die Stadt im Hofgarten die Seidenraupenzucht in eigener Regie. 1839 wurde Landshut unter Aufhebung der Stadtregierung Sitz der Regierung von Niederbayern. Mit mehrtägigen, 60.000 Gulden teuren Feierlichkeiten samt Fackelzug und Feuerwerk bejubelten die Landshuter die Verlegung des Regierungssitzes von Passau hierher. Durch den Zuzug der Regierungsbeamten konnte Landshut wirtschaftlich stark profitieren.

1840 zählte Landshut 12.119 Einwohner und lag damit erheblich hinter Passau mit 16.826. Noch immer beschränkte sich die Stadt weitgehend auf die Alt- und Neustadt am rechten Isarufer sowie auf den Stadtteil Zwischenbrücken. Am linken Isarufer lag als wichtigster Brückenkopf das Kloster Seligenthal. Erst mit dem Bau der Bahnstrecke München-Regensburg (1858 Landshut-München, 1859 Landshut-Regensburg) begann Landshut wieder zu wachsen. In dieser Zeit entstanden das Viertel zwischen dem Kloster Seligenthal und dem Bahnhof und das Viertel jenseits der Luitpoldbrücke westlich des Klosters.

1893 ist das Gründungsjahr der Keks- und Schokoladenfabrik Brandt. Die bereits seit dem 13. Jahrhundert auf der Hammerinsel vorhandenen Mühlen wurden 1898 bei der Gründung der Vereinigten Kunstmühlen Landshut-Rosenheim AG zu einem Betrieb zusammengefasst.

Das 20. Jahrhundert

Der erste Silo der Rosenmehl wurde um 1915 angelegt, weitere Großbauten folgten. 1939 lag die Einwohnerzahl von Landshut mit 36.853 bereits deutlich vor derjenigen von Passau mit 33.482.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein wesentlicher Ausbau der Industrie ein. Im Jahr 1960 verfügte Landshut über einen Industriebesatz von 171 und war damit unangefochten die erste Industriestadt Niederbayerns. 1970 waren rund die Hälfte der 11 000 Beschäftigten in der Elekrotechnik (Roederstein, Standard-Elektrik-Lorenz AG u. a.) tätig. 1980 lag die Stadt Landshut mit einem Industriebesatz von 175 allerdings deutlich hinter dem Landkreis Dingolfing-Landau mit 252. In Landshut befindet sich das BMW Werk Landshut.

Landshut ist auch ein bedeutender regionaler Schulstandort, Bankplatz und Einkaufsort, außerdem werden in der Stadt zahlreiche Funktionen auf dem Gebiet der öffentlichen Verwaltung wahrgenommen. Die Hochschule Landshut wurde 1978 als Fachhochschule gegründet und 2008 in Hochschule umbenannt.

Politik

Bürgermeister

Stadtrat

Der Stadtrat hat 44 Mitglieder (+ Oberbürgermeister) und nach der Wahl von 2014 folgende Sitzverteilung:

  • Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU): 13 Sitze + Oberbürgermeister (2008: 16 Sitze)
  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE): 7 Sitze (2008: 8)
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): 6 Sitze (2008: 6)
  • FREIE WÄHLER Landshut e.V. (FW): 5 Sitze (2008: 5)
  • Bürger für Landshut e.V. (BFL): 2 Sitze (2008: 3)
  • Freie Demokratische Partei (FDP): 1 Sitz (2008: 3)
  • Ökologisch-Demokratische Partei (ödp): 2 Sitze (2008: 2)
  • Bayernpartei (BP): 1 Sitz (neu)
  • Junge Liste Landshut e.V.: 2 Sitze (neu)
  • Landshuter Mitte: 5 Sitze (neu)

2008 war noch der Bürgerblock Landshut e.V. (BB) mit 1 Sitz im Stadtrat vertreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das historische Landshut rechts der Isar, wie es durch ein Stadtmodell überliefert wurde, das Drechslermeister Jakob Sandtner um 1570 geschnitzt hat, ist weitgehend erhalten geblieben. Es ist verhältnismäßig übersichtlich und großzügig angelegt. Von Süden nach Norden verlaufen die beiden parallelen Straßenzüge Altstadt und Neustadt. Diese beiden Hauptachsen werden durch sieben Querachsen verbunden.

Der Hochzeitszug in der Altstadt, im Hintergrund die Heilig-Geist-Kirche

Der rund 30 Meter breite Straßenzug der Altstadt zieht sich vom ehemaligen Judentor mit dem Bezugspunkt St. Martin auf einer Länge von 620 Metern bis zum Hl.-Geist-Spital. Etwas kleiner ist der Straßenzug der Neustadt mit einer Länge von 530 Metern und einer Breite von 26 Metern. Die meist steilen Dachneigungen mit spitzgiebeligen Formen sind charakteristisch für Landshut, so dass vom „Landshuter Stil“ gesprochen wird. Hoch über dem Isartal erhebt sich die Burg Trausnitz, die 1961 durch einen Brand schwer beschädigt wurde.

Verkehr

Der Landshuter Hauptbahnhof ist Ausgangspunkt für die Bahnstrecke Landshut-Bayerisch Eisenstein und für die Bahnstrecke Neumarkt-Sankt Veit-Landshut. Nach Rottenburg führte die Bahnstrecke Landshut-Rottenburg.

Das Ländtor mit dem Stadtwappen.

Natur

Schulen

Landshut ist mit 45 Schulen eine Schulstadt mit regionaler und überregionaler Bedeutung.

  • Hochschule Landshut
  • Hans Carossa Gymnasium
  • Hans Leinberger Gymnasium
  • Gymnasium Seligenthal
  • Staatliche Realschule
  • Ursulinen Realschule
  • Staatliche Wirtschaftsschule
  • Wirtschaftsschule Seligenthal
  • Grund- und Mittelschule St. Nikola
  • Grund- und Mittelschule St. Wolfgang
  • Mittelschule Schönbrunn
  • Grundschule Berg
  • Grundschule Carl Orff
  • Grundschule Karl Heiß
  • Grundschule Konradin Auloh
  • Grundschule Seligenthal
  • Grundschule St. Peter und Paul
  • Staatl. Berufsschule I-IV
  • 11 Berufsfachschulen
  • 10 Fachschulen
  • 4 Fachober bzw. Berufsoberschulen
  • Städtische Musikschule Landshut
  • Volkshochschule Landshut

Persönlichkeiten

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3
  • Norbert Pangerl: Als Passau Glück und Wohlstand verlor. In: Passauer Neue Presse vom 9. September 2014 (S. 8)


Landkreise und Kreisfreie Städte

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