Kreuzberg

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Der weithin sichtbare Kegel von Kreuzberg mit den radial angeordneten Hufen
Blick auf Kreuzberg mit der Pfarrkirche St. Anna

Kreuzberg (von Gereutsberg – gerodeter Berg) ist ein Ortsteil der Stadt Freyung im Landkreis Freyung-Grafenau. Bis 1971 war es eine selbstständige Gemeinde.

Geografie

Der Ort liegt auf einem 819 Meter hohen, unbewaldeten Gneis-Kegel etwa 3,5 Kilometer nördlich der Kreisstadt Freyung. Die Erhebung fällt abgesehen von einem Sattel zu dem 791 Meter hohen Randlberg im Nordosten nach allen Seiten gleichmäßig um etwa 150 Meter zu den Tälern des Reschbachs im Westen und des Saussbachs im Süden ab.

Ausgehend von der zentralen Siedlung ordneten sich die einzelnen Hufen radial an, sodass Kreuzberg dem Siedlungstyp eines Radial-Waldhufendorfes entspricht. Davon abgesehen gibt es noch einige kleinere, erst in späteren Ausbauphasen entstandene Siedlungen.

Geschichte

Kreuzberg war lange Zeit die nördlichste Ortschaft am Bergreichensteiner Ast des Goldenen Steiges. Die Landwirtschaft bot der Bevölkerung eine sichere Existenzgrundlage, und etwa 300 Jahre war der Ort Zollstation des Hochstifts Passau bis zur Verlegung der Zollstelle nach Mauth im Jahr 1698. Bereits 1354 erwarb Kreuzberg das Marktrecht, das es aber 1576 wieder verlor, obwohl weiterhin Wochen- und drei Jahrmärkte stattfanden.

Die erste Erwähnung der St.-Anna-Wallfahrt stammt aus dem Jahr 1429. Am 25. Oktober 1501 wurde das Benefizium zur Betreuung der Wallfahrt gestiftet, und so wirkte von 1501 bis 1927 in Kreuzberg ein Benefiziat. Auf der Landkarte von Philipp Apian aus dem Jahr 1568 ist der Ort unter dem Namen Creitzperg eingetragen.

Die Blütezeit der Wallfahrt begann nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. 1777 gab Leopold Giesecke, Pfarrer in Freyung, die Zahl derer, die an den drei „Goldenen Samstagen“ (die drei Samstage nach dem Fest des hl. Michael am 29. September) die Kommunion empfingen, mit 20.000 an. Demnach dürfte Kreuzberg zu dieser Zeit neben Mariahilf in Passau der bedeutendste Wallfahrtsort des Bistums Passau gewesen sein. Von dem Niedergang zur Zeit der Aufklärung noch in fürstbischöflichen Zeiten und der anschließenden Säkularisation hat sich die Kreuzberger Wallfahrt nicht mehr erholt, so dass heute in erster Linie nur noch Einzelpilger nach Kreuzberg kommen.

Kreuzberg gehörte zur Pfarrei Freyung und wurde 1849 Expositur und 1896 zur Pfarrei erhoben.

Im September 1960 wurden in Kreuzberg Szenen für den Film "Der Gauner und der liebe Gott" gedreht. 3 Wochen lang verwandelten Filmemacher Kreuzberg in das Filmdorf Seebrücken.

Am 1. April 1971 wurde die 1970 747 Einwohner zählende Gemeinde Kreuzberg nach Freyung eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten

  • Die 1517 geweihte Pfarrkirche St. Anna wurde im 17. Jahrhundert verändert und bei zwei Ortsbränden am 20. Mai 1819 und am 19. Juli 1901 in Mitleidenschaft gezogen. Sie enthält zahlreiche barocke und gotische Figuren. Das Gnadenbild aus dem Jahr 1633 ist die Nachbildung einer Anna selbdritt aus dem 14. Jahrhundert.
  • Die Bründl-Kapelle wurde 1509 erbaut und ebenfalls St. Anna geweiht.
  • Der vier Kilometer lange Weg der Besinnung rund um Kreuzberg verbindet vier Kapellen.

Vereine

  • Blaskapelle Kreuzberg
  • BRK-Kolonne Kreuzberg
  • Caritas-Altenclub Kreuzberg
  • Deutscher Soldaten- und Kriegerbund Kreuzberg (DSKB)
  • FFW Kreuzberg, 1874 gegründet
  • Gartenbauverein Kreuzberg
  • KAB Kreuzberg
  • Kath. Frauenbund Kreuzberg
  • Männerchor Kreuzberg
  • OCV Kreuzberg
  • TSV Kreuzberg 1929
  • Waldgemeinde Kreuzberg

Literatur

  • Wolfgang Matzke: 100 Jahre Pfarrei St. Anna. Kreuzberg 1896-1996, 1996
  • Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3
  • Jens Schörnich: Ein Hauch von Hollywood in Kreuzberg, In: Passauer Neue Presse vom 14. August 2010 (F, S. 31)