Klinikum Passau

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Haupteingang zum Klinikum Passau.

Das Klinikum Passau ist ein Krankenhaus der 2. Versorgungsstufe in Passau. Es wurde 1775 gegründet und ist heute das größte Schwerpunktkrankenhaus in Niederbayern. Es verfügt über 620 Planbetten, beherbergt eine Berufsfachschule für Krankenpflege und dient als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg.

In den 18 Fachabteilungen des Klinikums werden jährlich rund 14.000 Operationen durchgeführt und ungefähr 35.000 Patienten stationär behandelt; weitere 35.000 Patienten werden pro Jahr ambulant versorgt. Etwa 1.600 Baby erblicken jedes Jahr im Klinikum Passau das Licht der Welt. Der Einzugsbereich des Krankenhauses umfasst mehr als 250.000 Einwohner. Mit ca. 1.940 Beschäftigten ist es einer der größten Arbeitgeber in der Stadt. Es wird als Eigenbetrieb der Stadt Passau geführt, Werkleiter ist Stefan Nowack.

Geschichte

Anfänge als Allgemeines Krankenhaus

Das erste Passauer Krankenhaus wurde von 1770 bis 1775 als Allgemeines Krankenhaus zum Heiligen Geist durch Fürstbischof Leopold Ernst Graf von Firmian neben dem Heiliggeistspital im Gebäude der jetzigen Fach- und Berufsoberschule errichtet. Es verfügte über 31 Betten und bot allen Personen ohne Unterschied des Standes kostenlose Behandlung. Die Finanzierung erfolgte aus Stiftungserträgen der Heiliggeist-Stiftung und aus Schenkungen der Fürstbischöfe und der Bürger. Ab 1856 wurde die Krankenpflege durch die Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul übernommen, welche sie 1971 aus Nachwuchsmangel aufgeben mussten. Im Jahr 1869 wurde die Klinik zum Städtischen Krankenhaus ernannt.

Ausbau und Umwidmung zum Städtischen Krankenhaus

Wegen akuter Raumnot und Bettenmangels wurde von 1927 bis 1929 für 3 Millionen Reichsmark durch Architekt Richard Schachner ein neues Krankenhaus am heutigen Standort an der Innstraße im Ortsteil Apfelkoch errichtet. Am 8. November 1929 war die feierliche Eröffnung dieses Städtischen Krankenhauses mit 180 Betten. In den Tagen davor war der Umzug des alten Allgemeinen Krankenhauses in der Heiliggeistgasse in das neue Haus erfolgt. Im Zuge des Neubaus und Umzugs des Krankenhauses erfolgte schließlich auch die endgültige Trennung des Krankenhauses und der Heiliggeist-Stiftung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus schrittweise auf die heutige Größe erweitert. 1955/1957 wurde eine Radiologie eine Gynäkologie und eine Geburtshilfe errichtet. In den 1960er und 1970er Jahren erfolgte ein Ausbau der medizinischen Versorgung, unter anderem wurden eine HNO- und Augenbelegabteilung, eine Dialyse-Abteilung, eine Intensivstation und eine Anästhesie eingerichtet. Bedeutende Chefärzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren etwa Dr. Fritz Niedermayer und Prof. Dr. Franz Schedel, der 1967 auch die Krankenpflegeschule gründete.

Erweiterungen seit den 1980er Jahren

Seit Mitte der 1980er Jahre wird das Klinikum Schritt für Schritt erweitert und saniert. Allein zwischen 1984 und 2013 wurden insgesamt fast 200 Millionen Euro, verteilt auf vier Bauabschnitte, investiert. Dennoch konnte das Klinikum zuletzt immer mit schwarzen Zahlen aufwarten, während bayernweit zahlreiche Häuser um ihre Selbständigkeit kämpfen. Seit 1993 ist das Klinikum ein Eigenbetrieb der Stadt Passau.

  • Bauabschnitt 1 (1983 bis 1988): Nebst baulichen Verbesserungen wurde für 27,4 Millionen Euro auch die Zahl der Betten um 160 erhöht.
  • Bauabschnitt 2 (1988 bis 1994): Für 69,9 Millionen Euro wurde der Funktionstrakt (mit Notbehandlung inklusive neuer Liegendkranken-Vorfahrt, chirurgischer Ambulanz, Herzchirurgie, u.v.m.) modernisiert. In einem Neubau kamen 180 Betten sowie zehn neue Intensivbetten dazu. Außerdem wurde eine Küche mit Personalspeiseraum eingerichtet.
  • Bauabschnitt 3 (1996 bis 2004): Ein neuer Verbindungsbau ermöglichte unter anderem die Magistrale, ein Labor und zwölf Intensivbetten. Für insgesamt 38 Millionen Euro wurde zudem der Haupteingang mit Cafeteria und Kiosk sowie ein Bettenhaus mit 210 Schlafmöglichkeiten verwirklicht.
  • Bauabschnitt 4 (2005 bis 2013): Diese 50 Millionen Euro schwere Investition konzentrierte sich in erster Linie auf den Funktionsbereich „Innere Medizin“, Pathologie und Herzkatheter-Messplatz sowie den Endausbau der Radiologie. Hauptwerk für 12,5 Millionen Euro war die Erweiterung der OP-Abteilung von sechs auf neun Säle. Die drei neuen Räume schließen sich auf rund 1.250 m² in einer Reihe an die bisherigen an und sind seit Mitte September 2013 in Betrieb. Zwei der neuen aseptischen OP-Säle sind 50 m² groß. Der dritte, größte (67 m²) und exklusivste ist ein so genannter Hybrid-OP. Dieser ist mit einer speziellen Bleiwand-Verkleidung ausgestattet. Neben der üblichen OP-Infrastuktur verfügt er auch über eine Angiographie-Anlage. Hier kann auch geröngt werden. Der Hybridraum eröffnet unter anderem den Herzspezialisten und Gefäßchirurgen ein breiteres Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. Im Zuge der Erweiterung wurde auch der Aufwachraum vergrößert: Nach ursprünglich neun stehen seither 18 Plätze zur Verfügung. Ebenfalls in diesem Bauabschnitt untergebracht sind aber auch Verwaltung, Technik und Werkstätten. Anästhesie und Schmerztherapie wurden neu geordnet. Auf Ebene 5 und 6 befinden sich nun Zentralsterilisation und Pflegebereiche, auf Ebene 6 entstand ein Hörsaal.
  • Bauabschnitt 5 (ab 2014): Für fünf Millionen Euro wurde eine Intermediate Care Station mit 13 Planbetten errichtet, auf der Patienten versorgt werden, die einer intensivmedizinischen Überwachung bedürfen, aber nicht beatmet werden müssen. Darüber hinaus wurden die Kreißsäle sowie ein Not-Sektio-Raum für Kaiserschnitte neu gemacht. Dieser Abschnitt ist noch nicht abgeschlossen. Bis Ende 2016 erfolgt noch der Ausbau des Parkhauses mit einem Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro.
  • Bauabschnitt 6 (voraussichtlich 2018): Entlang der Sechzehnerstraße soll ein Gebäudekomplex für etwa 150 Betten entstehen, um Überbelegung zu lindern.
  • Bauabschnitt 7 (Beginn noch unbekannt): In einem Bau, der mit dem Hubschrauberlandeplatz verbunden ist, sollen neue Räume für die operativen Intensivstationen sowie ein neues Notfallzentrum entstehen. Das Personalheim muss dafür weichen, die Werkleitung sucht nach einem neuen Standort, möglichst nah am Klinikum. Auch die Krankenpflegeschule muss dafür abgerissen werden. Sie soll künftig im ehemaligen Altenheim Maierhofspital untergebracht werden, das zum Bildungszentrum umfunktioniert wird. Die fachliche Prüfung durch die Regierung von Niederbayern ist bereits abgeschlossen, Baubeginn ist voraussichtlich noch 2016.

Im Juni 2015 erhielt das Klinikum Passau als einziges Krankenhaus in Niederbayern die Zertifizierung als überregionales Traumazentrum.

Kliniken, Institute und weitere Einrichtungen

Blick auf das Hauptgebäude des Klinikums.

Außerdem sind bzw. waren dem Klinikum mehrere Einrichtungen angeschlossen: Die Kinderklinik Dritter Orden Passau (seit 1991), das Bezirkskrankenhaus Passau (seit 2003), das KfH-Nierenzentrum Passau (seit 1983) und das Maierhofspital (1905-2009). Außerdem gibt es das Brustzentrum Passau sowie das Gefäßzentrum Passau, die Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege und das Perinatalzentrum Ostbayern. Darüber hinaus gibt es eine eigene, unter Denkmalschutz stehende Krankenhauskapelle.

Auszeichnungen

  • Bayerischer Organspendepreis (2014)

Galerie

Literatur

  • Peter Morsbach, Irmhild Heckmann, Christian Later, Jörg-Peter Niemeier: Denkmäler in Bayern, Band II.25 Kreisfreie Stadt Passau. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2552-9

Kontakt

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Innstraße 76
94032 Passau

Telefon: +49 851 5300-0
Telefax: +49 851 71670

E-Mail: webmaster@klinikum-passau.de
Internet: www.klinikum-passau.de

Haltestelle Nächste Bushaltestelle: Passau, Klinikum

Literatur

Weblinks