Kirchroth

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Kirchroth
Das Wappen von Kirchroth


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 325 m
Fläche: 43,05 km²
Einwohner: 3.726 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94356
Vorwahl: 09428
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.kirchroth.de
Erster Bürgermeister: Josef Wallner (CSU)

Kirchroth ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Die Pfarrkirche St. Vitus in Kirchroth

Geographie

Kirchroth liegt im Gäuboden nördlich der Donau am Rande des Bayerischen Waldes. Die Bundesautobahn 3 führt nordöstlich an Kirchroth vorbei, die Staatsstraßen 2148 und 2125 durchqueren die Gemeinde.

Ortsteile

Ortsteile sind Aufroth, Bachhof, Breimbachmühle, Eichlberg, Kiefelmauth, Kirchroth, Kößnach, Krumbach, Leiten, Neudau, Neumühl, Neuroth, Niederachdorf, Obermiethnach, Oberzeitldorn, Pichsee, Pillnach, Pittrich, Pondorf, Roith, Stadldorf, Thalstetten, Untermiethnach, Wasenhof und Weiher.

Geschichte

Frühe Zeugnisse

Der Ortsname Kirchroth, in alten Urkunden Rota (um 1060), Rote, Rotta, Ruit und Roit, lässt von der sprachlichen Ableitung her die Deutung als Rodung zu, eine andere Deutungsmöglichkeit dagegen berücksichtigt, dass Rot und Rote Namen von Flüssen sind. Erst ab dem 16. Jahrhundert findet sich beim Ortsnamen des Pfarrdorfes der Zusatz Kirch- zur Unterscheidung vom Ortsteil Aufroth.

Eine der ältesten Urkunden, in der Kirchroth erwähnt ist, stammt aus dem Jahre 1105. Aus einer Niederschrift aus der Zeit um 1159 geht hervor, dass das Kloster Oberalteich in Kirchroth Besitz hatte.

Bereits im Jahre 1286 war Kirchroth eine selbständige Pfarrei. Verwaltungsmäßig gehörte Kirchroth zum Gericht Wörth a.d. Donau und damit zum Herrschaftsbezirk des Hochstifts Regensburg. Über den Bau der Kirche in Kirchroth ist wenig bekannt, doch aufgrund von Mauerresten und kunsthistorischen Daten lässt sich erschließen, dass etwa um 1400 statt einer ursprünglichen Holzkirche eine Kirche aus gehauenen Granitquadern erbaut wurde.

Die Hofmark

Die Hofmark Kirchroth befand sich seit 1530 im Besitz des Regensburger Domkapitels und hatte damit eine Sonderstellung in der bischöflichen Reichsherrschaft Wörth. Als die Schweden im November 1633 auf dem linken Donauufer von Regensburg gegen Straubing zogen, zerstörten sie die Kirchrother Kirche. Der Turm fiel dabei über das Langschiff, so dass Kirchendach, Decke und Mauer der Südseite zertrümmert wurden. Die Kirche wurde zunächst nur notdürftig wiederhergestellt.

In der Zeit von 1650 bis 1693 wurde die heutige Pfarrkirche St. Vitus erbaut, der gotische Turm erneuert und mit einer Barockkuppel aus Schindeln ausgestattet. Ihren jetzigen Turm erhielt die Kirche erst 1931. Während des Österreichischen Erbfolgekrieges kamen am 10. September 1742 ungarische Plünderer nach Kirchroth.

Die Gemeinde

Bis 1810 gehörte das eigentliche Kirchroth zum Hochstift Regensburg, während der größere Teil des heutigen Gemeindegebietes auf bayerischem Territorium lag und dem kurbayerischen Landgericht Mitterfels unterstand. Danach kam Kirchroth zum Regenkreis, Kößnach aber zum Unterdonaukreis, so dass noch immer eine Verwaltungsgrenze durch das heutige Kirchroth ging. Kirchroth gehörte in der Folge zum Regierungsbezirk Oberpfalz, zum Amtsgericht Wörth a.d. Donau und zum Bezirksamt Regensburg. Erst 1945 kam die Gemeinde Kirchroth zum Regierungsbezirk Niederbayern und zum Landkreis Straubing. Gleichzeitig wurde Thalstetten aus der Gemeinde Kößnach nach Kirchroth umgemeindet.

Die Gemeindegebietsreform brachte 1974 bis 1978 für Kirchroth, bis dahin eine kleine Gemeinde an der Grenze des Landkreises, eine erhebliche Aufwertung. Die neue, 41 km² umfassende Großgemeinde Kirchroth wurde aus den bisherigen Gemeinden Kirchroth, Kößnach, Oberzeitldorn, Obermiethnach, Pillnach, Pondorf, Niederachdorf und Teilen der Gemeinde Saulburg gebildet und zudem als Kleinzentrum vorgesehen.

Gemeindewappen

Das Wappen zeigt in der Nitte eine eingeschweifte silberne Spitze, darin ein rotes Tatzenkreuz, gespalten von Blau und Rot. Im linken blauen Feld befindet sich ein silberner Schrägwellenbalken, im rechten roten Feld ein silberner Schrägbalken. Das rote Tatzenkreuz ist redendes Symbol für den Ortsnamen Kirchroth (Kreuz für Kirch-, rot für -roth), zugleich Hinweis auf die Wallfahrten im Gemeindegebiet, St. Gangolf in Kößnach und zum Heiligblut in Niederachdorf.

Der silberne Schrägwellenbalken symbolisiert die Donau und die von ihr gestalteten Landschaftsformen, Silber und Blau sind zudem die Farben Bayerns, welche die Wittelsbacher von den Grafen von Bogen übernommen haben. Der größere Teil des heutigen Gemeindegebiets gehörte bis 1810 zum kurbayerischen Landgericht Mitterfels, während Kirchroth selbst zum Hochstift Regensburg gehörte. Der silberne Schrägbalken in Rot repräsentiert das Hochstift und das Domkapitel Regensburg.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Josef Wallner (CSU). Er wurde 2014 mit 78,27 Prozent der Stimmen gegen Johann Groß sen. (Freie Wähler Kirchroth) im Amt bestätigt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat Kirchroth besteht aus 16 Gemeinderatsmitgliedern (+ 1. Bürgermeister) mit folgender Sitzverteilung (2014):

  • CSU: 9 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 10)
  • Freie Wähler Kirchroth: 4 Sitze (2008: 4)
  • Freie Wähler Aufroth: 1 Sitz (2008: 1)
  • Obermiethnacher List`n: 2 Sitze (neu)

Bei der Kommunalwahl 2008 erzielte zudem die Liste SPD/Freie Bürger einen Sitz.

Sehenswürdigkeiten

Die Wallfahrtskirche Hl. Blut in Niederachdorf
  • Pfarrkirche St. Vitus in Kirchroth, erbaut 1650 bis 1693 , Turmunterteil gotisch, Rest 1931, Hochaltar 1653, im Chor reicher Stuck
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pondorf. Sie wurde 1894 aus einer einschiffigen Anlage zu einer dreischiffigen gotischen Basilika umgewandelt. Der nördich am Chor stehende Turm ist in den quadratischen Untergeschossen gotisch, die Friedhofkapelle St. Katharina stammt aus dem Jahr 1591.
  • Wallfahrtskirche Hl. Blut in Niederachdorf, geweiht am 18. Dezember 1700. Von den Fresken der 1703 errichteten Kuppelrotunde blieben nach einer Überarbeitung im Jahr 1850 zunächst nur sieben Medaillons von 1704/1705 erhalten, welche die sieben Blutvergießungen Jesu darstellen. Das 1733 von Joseph Anton Merz geschaffene Kuppelfresko wurde restauriert. Die einheitliche Ausstattung stammt aus der Zeit um 1857.
  • Wallfahrtskirche St. Gangolf in Kößnach, erbaut in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Langhaus im 16. Jh. verändert, Einrichtung barock um 1710

Sonstiges

  • Naherholungsgebiet Parkstetten-Steinach-Kirchroth mit Bademöglichkeit am Wolfweiher (mit Toiletten, Umkleiden, Getränke-, Imbiß- und Eisverkauf)
  • Donauauen bei Stadldorf

Bildung und Erziehung

  • Alois-Reichenberger-Volksschule Kirchroth mit den Schulhäusern in Kirchroth (Grund- und Mittelschule, seit 1982) und in Pondorf (Grundschule, in Betrieb seit 1960)
  • vhs - Außenstelle Kirchroth
  • Kindergarten St. Martin in Kirchroth
  • Kindergarten St. Nikolaus in Pondorf

Ehrenbürger

  • Matthias Marquart, Wallfahrtsdirektor in Niederachdorf
  • BGR Anton Keck, Pfarrer und Dekan in Pondorf
  • Staatsminister a.D. Alfred Dick für seine Verdienste bei der Bildung des Kleinzentrums und der Großgemeinde Kirchroth
  • BGR Nikolaus Paulus, Seelsorger in Kößnach
  • BGR Konrad Dobmeier, Pfarrer und Dekan in Pondorf
  • Pfarrer Heinrich Sußbauer, Pfarrer von Kirchroth und der Expositur Kößnach

Vereine

  • Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Kirchroth
  • BRK Bereitschaft Kirchroth
  • Freiwillige Feuerwehr Kirchroth
  • Imkerverein Kirchroth-Pondorf
  • Jugendrotkreuz Kirchroth
  • KAB Kirchroth
  • Katholischer Frauenbund Kirchroth
  • KLJB Kirchroth
  • Krieger- und Reservistenkameradschaft Kirchroth
  • Obst- und Gartenbauverein Kirchroth
  • Oldtimer- und Traktorenfreunde Kirchroth
  • Schützenverein Kirchroth
  • Ski- und Freizeitclub Kirchroth e.V.
  • Sportclub Kirchroth e.V.
  • Theaterfreunde Kirchroth
  • VdK Ortsverband Kirchroth


Städte und Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen
Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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