Kirche St. Michael (Röhrnbach)

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Die katholische Pfarrkirche St. Michael in Röhrnbach
Einst war der Innenraum der Röhrnbacher Kirche nach barocker Art ausgemalt: Mit Deckenbildern, die 1920 entstanden, und mit bunten Ornamenten an Pfeilern und Bögen. Foto: Pfarrarchiv/Seidl

Die Kirche St. Michael ist eine 1746 errichtete katholische Pfarrkirche in Röhrnbach im Landkreis Freyung-Grafenau.

Geschichte

Errichtet wurde diese Kirche 1746 bis 1750 nach den Plänen des aus Passau stammenden Johann Michael Schneitmann. Einbezogen wurden ältere Teile im Westen. 1970/1971 wurde die Ostpartie umgebaut.

Sanierung

Seit 12. April 2010 ist die Pfarrkirche St. Michael geschlossen, der Innenraum des Röhrnbacher Wahrzeichens wird aufwändig saniert. Ursprünglich hätte die Kirche Ende Oktober 2010 wieder genutzt werden sollen, jetzt dauert es doch etwas länger. Bis Mitte Dezember soll St. Michael wieder für Gottesdienste zur Verfügung stehen.

Konzept

Von 1746 bis 1750 ist die Pfarrkirche St. Michael in basilikalen Ausmaßen erbaut worden - und seitdem wurde der Innenraum immer wieder umgestaltet, das ursprüngliche Raumkonzept kann lediglich interpretiert werden.

Die letzte große Sanierung fand Anfang der 1970er Jahre statt. Damals erhielt der Raum in großen Teilen eine Fassung in abgetöntem Weiß und hellem Grau – ein klarer, schlichter Stil, der dem religiösen Zeitgeist nach dem 2. Vatikanischen Konzil entsprach. Zuvor hatten umfangreiche Dekorationsmalereien und Deckengemälde das Gotteshaus geziert – und genau diese Gestaltung aus dem Jahre 1920, die nach einer Erhebung eines Restaurators vor 40 Jahren großteils verputzt wurde, soll nach Anraten des Landesamtes für Denkmalpflege wieder rekonstruiert werden. Der das Projekt begleitende Restaurator Florian Hilz spricht in diesem Zusammenhang von einer „barocken Reinterpretation“. Reich ornamentiert und geschmückt sei die Kirche zu dieser Zeit gewesen: Mit marmorierten Pilastern und – wie sich erst im Laufe des Sanierungsprozesses herausstellte - mit Brokatmalereien an den Gurtbögen in Rosa-, Ocker- und Grüntönen.

Während die Rekonstruktion von Ersterem bereits beschlossene Sache ist, muss die Kirchenverwaltung bei Letzterem noch abwägen. Denn durch die Rekonstruktion der Gurtbogen-Malereien entstehen Mehrkosten in Höhe von rund 40.000 Euro, 14.000 Euro müsste die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Kirchenpfleger Ludwig Reitberger und hofft etwa auf Hilfe des Landkreises und der Bezirksregierung.

Ein moderner Gegensatz zu der neu-barocken Ausgestaltung des Langhauses wird indes die Apsis mit einem Altarbild, das der Maler Tobias Kammerer hinter den von Leopold Hafner geschaffenen Holzkreuz und Tabernakel gestalten wird. Der Künstler aus Rottweil hat einen Wettbewerb durch ein einstimmiges Votum der Jury gewonnen – mit den Farben blau, gold, orange und rot will er Glaubensinhalte symbolisch darstellen und auch den Erzengel Michael als Patron der Pfarrkirche charakterisieren.

Zu einer Art Marien-Gebetsnische wird zudem der Beichtraum umgestaltet – damit setzt die Kirchenverwaltung ein Anliegen des Frauenbundes um. Verbunden mit der Sanierung ist der Einbau einer neuen Lautsprecheranlage und einer neuen Beleuchtung.

Kosten

Die Schätzung für die Innensanierung in diesem Jahr beläuft sich auf 515.000 Euro. Immerhin 335.000 Euro fließen an Kirchensteuermitteln in die Baumaßnahme, 180.000 Euro müssen wir als Pfarrei selbst aufbringen. Da die Möglichkeiten selbst Hand anzulegen für die Gemeinde aufgrund der hochspezialisierten Aufgaben beschränkt sind, appelliert der Seelsorger an die Spendenbereitschaft von Bürgern, Vereinen und Firmen. Der zweite Bauabschnitt im Jahr 2009 – geplant ist die Restaurierung der Ausstattung, der Windfänge und der Orgel – wird nach Angaben der Kirchenverwaltung noch einmal mit 80.000 Euro zu Buche schlagen, wobei die Pfarrei etwa ein Drittel selbst aufbringen muss.

Friedhof

2005 wurde schon ein 5.688 m² großes Areal angekauft. Darauf befindet sich ein Spielplatz und auf einem Teil des Geländes wurden auch schon in einem ersten Bauabschnitt, der im vergangenen Jahr erfolgte, Parkplätze angelegt und ein gern benutzter Fußweg ist entstanden.

Westlich und am unteren Teil des Friedhof-Hanges entsteht ein sogenanntes Kolumbarium. Das ist ein 7,50 auf 7,50 Meter quadratischer Pavillon mit Zeltdach und Stelen, der Platz für 60 Urnenplätze hat. Um das Kolumbarium herum führt ein Rundweg, werden Grünflächen angelegt, gibt es Platz für weitere 150 Gräber, wobei allerdings zunächst nur 30 als solche ausgewiesen werden sollen. Die Thujenhecke wird an einer Stelle abgetragen, sodass auch optisch eine wunderbare Verbindung vom alten über den neuen hinein in den ganz neuen Friedhofsteil entsteht.

Das alles ist für einen Kostenaufwand von 130 000 Euro im Jahr 2008 entstanden. 2009 wurden nochmals 190.000 Euro investiert, um auf lange Sicht ausreichend Friedhofsgrund zu haben.

Literatur