Kirche St. Josef (Maierhofspital)

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Die Spitalkirche St. Josef in Passau

Die Kirche St. Josef (ugs. auch Spitalkirche) war die Hauskirche des Maierhofspitals in Passau, Innstraße 74 a. Im Oktober 2016 wurde sie profaniert.

Geschichte

Die stattliche Hauskapelle mit eigener Fassade wurde im Zuge eines Umbaus des Maierhofspitals 1908 von Baumeister Josef Weiß errichtet und 1909 geweiht. Die Ausstattung erfolgte bis 1911 nach Entwürfen von Johann Baptist Schott durch Bildhauer Johan Huber, München. Die Fresken schuf Johann Michael Schmidt-Sulzthal. Die bemalten Glasfenster der Glasmalereianstalt Franz Xaver Kurländer, Passau wurden 1945 zerstört. 1953, 1974 und 1990 erfolgten Renovierungen.

Profanierung und Umbau

Im Oktober 2016 wurde die Kirche im Rahmen eines Gottesdienstes, den Bischof Stefan Oster zusammen mit Domdekan Hans Bauernfeind, Pfarrvikar Manuel Schlögl und Pfarrvikar Msgr. Josef Gaillinger zelebrierte, profaniert. Dabei wurden die Reliquien aus dem Altar entnommen und das Tabernakel geleert. Mit dem Löschen des „Ewigen Lichts“ – Bischof Oster blies die Kerze aus – wurde die Kirche zu einem weltlichen Raum. Die Profanierung war Voraussetzung für den Umbau der Kirche. Nach der Sanierung des gesamten Maierhofspitals wird sie vom Klinikum Passau als Festsaal genutzt werden.

Beschreibung

Die vierachsige Fassade zeigt hohe, faszierte Rundbogenfenster, breite toskanische Putzpilaster und ein doppelt verkröpftes Gesims. Im Giebelfeld befindet sich ein Mosaik mit dem Kirchenpatron St. Josef. Den Abschluss bildet der achteckige Glockendachreiter mit gebrochenem Pyramidenblechdach.

Der Saalraum trägt eine Flachdecke über einer großen Hohlkehle mit Stichkappen. Das Gemälde des Hochaltars von 1953 des Vilshofener Künstlers Rupert Kamm zeigt die Flucht nach Ägypten bzw. Herbergsuche. Es ersetzte das ursprüngliche Hochaltarblatt des Münchners Hans Schmidt, das den hl. Josef mit dem Jesuskind darstellte. Seitlich stehen die Figuren der hl. Nikolaus und Aloysius von Gonzaga. Die Seitenaltäre von Bildhauer Huber, München stehen in den Fensternischen und zeigen Maria mit dem Kind und Herz-Jesu. Der Kreuzweg wurde von Hans Schmidt gemalt.

Im Innenhof steht eine neugotische Mariensäule vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

Literatur

  • Peter Morsbach, Irmhild Heckmann, Christian Later, Jörg-Peter Niemeier: Denkmäler in Bayern, Band II.25 Kreisfreie Stadt Passau. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2552-9
  • PNP: Aus der Kirche wird ein Festsaal. In: Passauer Neue Presse vom 29. Oktober 2016 (S. 24)
  • Dionys Asenkerschbaumer, Alois Brunner, Ludger Drost, Andreas Paul: Kleinodien · Kostbarkeiten · Kuriositäten. Entdeckungsreisen im Bistum Passau. Herausgeber: Bischöfliches Ordinariat Passau, Verlag Passauer Bistumsblatt, Passau 2011, 2. Aufl. 2012, ISBN 978-3-9813094-3-0