Kirche St. Anna (Ering)

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Die Filialkirche St. Anna

Die Filialkirche St. Anna ist eine Filialkirche der Pfarrei Ering in der Gemeinde Ering im Landkreis Rottal-Inn.

Geschichte

Schon im Mittelalter befand sich hier eine Kirche, die einer Überlieferung zufolge von Kaufleuten aus Braunau gestiftet wurde, die mit ihrem Schiff auf dem Inn in Schwierigkeiten geraten waren. 1375 stiftete Graf Leopold von Hals eine ewige Messe.

Der Bau der jetzigen Kirche erfolgte in den Jahren 1480 bis 1521 durch das Kloster Asbach. Den Hochaltar schuf 1682 bis 1684 der Bildhauer Johann Christoph Bendl aus Pfarrkirchen. Die Seitenaltäre stammen aus den Jahren 1636 bis 1638, die Kanzel von 1688. Die ursprüngliche, schildpattartige Bemalung des Hochaltars durch einen unbekannten Fassmaler wurde im 19. Jahrhundert von dem Eringer Maler Leopold Wolfanger mit grau-grünen Farben übermalt.

Die Kirche ist auch durch Hans Birndorfer, den späteren Bruder Konrad von Parzham bekannt, der als junger Mann im Rahmen einer Volksmission zur Dreihundertjahrfeier der Wallfahrtskirche vom 1. September bis zum 8. September 1838 von Parzham hierher pilgerte. In der Gruft der Kirche hat das Adelsgeschlecht von Esterhazy seine letzte Ruhestätte gefunden. Bis heute kümmern sich die Grafen Esterhazy um den Erhalt der abgelegenen Kirche.

Beschreibung

Ein schnurgerader Weg führt von Ering nach Norden zur Kirche, die aus der Ferne eher wie eine Kapelle wirkt. Steinerne Kreuzwegstationen und kleine Kapellen von Anfang des 20. Jahrhunderts säumen den Weg. An den Außenwänden der Kirche findet man Grabmäler der einstigen Schlossherren von Ering. Der nadelspitze Turm steht in der Mitte der Firstseite und ist zu einem Drittel in die Kirchenmauer eingebaut.

Eine Inschrifttafel neben dem Eingang berichtet: „Anno Domini 1520 ist wieder von neuem angefangen diese Kirchen. Und ist die Zeit Abt Ägidi zu Asbach gewesen und ist Herr Wolfgang Greml Pfarrer zu Ering gewesen.“

Das Innere erweist sich als geräumiger spätgotischer Saalraum mit einem reich verschlungenen Netzgewölbe. Die Rippen überschneiden sich kreuzweise mit den Bögen. Drei Glasgemälde aus dem Jahr 1523, also kurz nach der Erbauung, sind erhalten geblieben. Die Gewölbe sind reich mit Blumen und Pflanzenmustern bemalt, die auch das Chorfresko hl. Anna und Maria umgeben.

Die Altäre sind barock, der imposante Hochaltar mit seinen blätterumrankten Säulen ist von der Restaurierung durch Leopold Wolfanger im 19. Jahrhundert geprägt. Das Altarblatt des Hochaltars, ebenfalls von Wolfanger, zeigt Mutter Anna mit Maria und dem Jesusknaben.

Zwei Tafelbilder von einem spätgotischen Flügelaltar befanden sich früher an der Südwand des Chores, heute sind sie im Diözesanmuseum. Die Tafeln, die möglicherweise von den früheren Altären stammen, zeigen den Tod Marias inmitten der Apostel und die Geburt Christi.

Literatur

  • Dionys Asenkerschbaumer, Alois Brunner, Ludger Drost, Andreas Paul: Kleinodien · Kostbarkeiten · Kuriositäten. Entdeckungsreisen im Bistum Passau. Herausgeber: Bischöfliches Ordinariat Passau, Verlag Passauer Bistumsblatt, Passau 2011, 2. Aufl. 2012, ISBN 978-3-9813094-3-0
  • Susanne Hansen (Hg.): Die deutschen Wallfahrtsorte, Pattloch Verlag, Augsburg, 2. Aufl. 1991, ISBN 3-629-00005-3
  • Georg Lohmeier: Kunst-Kuren im Dreibäderland, Verlag Georg Lohmeier München 1987, ISBN 3-9801631-0-5
  • P. Josef Anton Kessler OFMCap.: Im Dienste Gottes und der Menschen, Drittordens-Verlag Altötting, 7. Aufl. 1960