Kirche Maria Unbefleckte Empfängnis (Jandelsbrunn)

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Die Pfarrkirche Maria Unbefleckte Empfängnis in Jandelsbrunn

Die Kirche Maria Unbefleckte Empfängnis ist die 1963 errichete Pfarrkirche von Jandelsbrunn im Landkreis Freyung-Grafenau.

Geschichte

Vorgeschiche

Seit 1886 wurden in Jandelsbrunn nur in einer kleinen Kapelle die Gottesdienste abgehalten. Erst in den späten 1950er Jahren wurden dann die ersten konkreten Maßnahmen für einen richtigen Kirchenbau getroffen, denn die rasch anwachsende Seelenzahl von Jandelsbrunn und Umgebung nach dem Zweiten Weltkrieg ließ das Verlangen nach einer neuen großen Kirche anstelle der alten Schulkapelle wach werden. 1955 ließ die Guts- und Brauereifamilie Josef Lang sen. aus Jandelsbrunn ein Haus als Wohnung für den Kaplan von Wollaberg bauen. Seit dieser Zeit hatte der Kaplan von Wollaberg seinen Wohnsitz in Jandelsbrunn. Für Kaplan Straßer, der ab 1958 als Seelsorger in Jandelsbrunn tätig war, galt es nun, den Kirchbau voranzutreiben. Die Jandelsbrunner befürworteten dieses Vorhaben und stellten sich geschlossen hinter ihren Kaplan.

Ein erstes Vorsprechen beim Bischöflichen Ordinariat in Passau am 14. Mai 1959 im Beisein des damaligen Generalvikars, Dr. Riemer, und Prälat Dr. Baumgärtler zeigte das Verständnis der Bischöflichen Stelle für den Bau einer neuen Kapelle in Jandelsbrunn. Mit einer Empfehlung zur Gründung eines Kirchbauvereins kehrte die Pfarrvertretung, Pfarrer Kellnberger, Josef Lang sen. und Kaplan Straßer damals aus Passau zurück. Einige Tage später fand auf dem von dem Brauereibesitzer Josef Lang sen. gestifteten Grundstück eine Lagebesprechung statt. Dabei wurde festgestellt, dass sich das Grundstück sowohl für den Bau als auch für einen Friedhof und ein Leichenhaus bestens eigne und auch ausreiche.

Kirchenbauverein

Am 9. August 1959 wurde der Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Einstimmig wurde Guts- und Brauereibesitzer Josef Lang sen. zum 1. Vorsitzenden, Pfarrer Josef Kellnberger, Wollaberg, zum 2. Vorsitzenden, Gemeindeangestellter Joachim Müller zum Kassier und Kaplan Lorenz Straßer zum Geschäftsführer gewählt. Zu dieser Vorstandschaft wählten die Mitglieder noch den Ausschuss, der sich aus dem ehemaligen Bürgermeister Rudolf Erhart, Bäckermeister Alois Kerber, Jandelsbrunn, Raimund Angerer, Schindelstatt, Matthias Lang, Pfifferhof, Franz Spannbauer jun. und Hans Weiß, Zielberg, zusammensetzte. Zum Vereinsdiener wurde Xaver Binder bestellt. Eifrig ging dann der Kirchenbauverein Jandelsbrunn e. V. an die Vorarbeit zum Bau der neuen Kirche. Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich ständig, und viele Spender zeichneten für größere Beträge verantwortlich. Jeden Monat wurde eine Sondersammlung durchgeführt. Die Kinder verschickten über 10.000 Bittbriefe und die Jugend spielte Theater, um die finanzielle Grundlage für dieses große Projekt zu schaffen. Die Vorbesprechungen und Planungen liefen nun auf Hochtouren. Durch Hand- und Spanndienste schufen freiwillige Helfer die neue Straße in das Gebiet des Friedhofes, bauten die Wasserleitung und verkabelten die Stromleitungen.

Bauarbeiten

Schon am 3. Oktober 1960 begann eine Baufirma nach den Plänen von Diözesanbaumeister Alfons Hornsteiner aus Passau, mit den Erdarbeiten zum Bau des Leichenhauses und des Friedhofes. Wieder stellten sich viele freiwillige Helfer zur Verfügung, um die Kanalisationsarbeiten, die Umzäunung und die Befestigung des Vorplatzes durchzuführen. Am 13. Oktober 1960 weihte Domdekan Dr. Baumgärtler unter großer Teilnahme der Bevölkerung den Friedhof und das Leichenhaus.

Die Baupläne für die neue Kirche nach dem Entwurf von Architekt Hans Beckers aus Regensburg wurden zur Genehmigung eingereicht. Die Pläne haben die zuständigen Behörden begutachtet und genehmigt. Bereits am 4. Oktober 1961 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau der neuen Kirche. Umfangreiche Erdbewegungen waren notwendig, um die Kellerräume für Heizung, Pfarrsaal und Bücherei auszuheben. Am 12. November 1961 war der Unterbau der Kirche fertiggestellt und Domdekan Dr. Baumgärtler legte den Grundstein zur neuen Kirche. Urkunde, Zeitschriften und Münzen sind darin für die Nachwelt eingemauert. Am 15. Dezember war das Mauerwerk der Kirche fertig. Im April 1962 konnten dann die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Eines der schwierigsten Probleme war die pyramidenförmige Dachstuhlkonstruktion. Für die Sensation sorgten die Amerikaner, als sie mit einem Hubschrauber der US-Streitkräfte die elf Meter lange Turmspitze am 5. Juli 1962 aufsetzten. Mit großer Freude konnte am 13. Juli das Richtfest der neuen Kirche gefeiert werden.

Fertigstellung

Ein weiterer Höhepunkt dieses großen Werkes war dann die Weihe der Glocken, des von der Gemeinde gestifteten Uhrenwerkes, des Altarkreuzes und der Elektronenorgel am 2. Dezember 1962. Mit Hilfe der Heizung konnte in den Wintermonaten der Fußboden des Gotteshauses gelegt werden. Der Wunsch der Jandelsbrunner, die neue Kirche zur Gebietsmission benützen zu können, ging in Erfüllung. Die oberhirtliche Stelle gab die Erlaubnis, die Kirche vor der eigentlichen Weihe einfach zu benedizieren.

Den ersten Gottesdienst feierte am 17. März 1963 Pfarrer Kellnberger von der Mutterkirche Wollaberg. Später weihte im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes Bischof Simon Konrad Landersdorfer die Kirche.

Literatur