Karpfham

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Karpfham ist ein Dorf im Rottal und Ortsteil der Stadt Bad Griesbach im Rottal im Landkreis Passau. Bis 1972 war Karpfham eine selbständige Gemeinde.

Geschichte

Der Ort Karpfham wurde erstmals im Jahre 903 genannt, als König Ludwig das Kind die Zehent von „Chorpheim“ dem Domkapitel des Bistums Passau gab. Die Pfarrei wird bereits 1038 urkundlich erwähnt, in Griesbach befand sich bis 1805 nur eine Filialkirche. Im Jahr 1376 stiftete Ritter Heinrich Tuschl von Söldenau, Pfleger in Vilshofen, für eine ewige Messe 54 Pfund.

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Baiern hielt im Sommer oder Herbst 1162 mit seinen Bischöfen, Prälaten, Grafen, Äbten und Rittern ein dreitägiges Thing in Karpfham ab. Es ging unter anderem um die Schlichtung eines Streits zwischen dem mächtigen Grafen Perthold von Bogen und dem Augustiner Stiftprobst Gerhoh von Reichersberg. Gerne benennt man dieses Ereignis als Ursprung des Karpfhamer Festes, historisch belegt ist dies jedoch nicht. Um 1370 scheint sich in Karpfham eine Marienwallfahrt entwickelt zu haben, für die 1376 der Ritter Heinrich Tuschl von Söldenau und 1430 der Pfarrer Andreas Aichinger Benefizien stifteten. Eine Rötelinschrift in der südlichen Seitenkapelle von 1473 („Da ist gewesen martin weyß von Regensburg“) gilt ebenfalls als Hinweis auf das damalige Bestehen einer Wallfahrt nach Karpfham.

Karpfham bildete ein Amt des Landgerichtes Griesbach. Der Ort gehörte zur Obmannschaft Schwaim. Daraus wurde 1811 der Steuerdistrikt Karpfham gebildet, aus dem die deckungsgleiche Gemeinde Karpfham hervorging. Zur Gemeinde gehörten 1952 die Ortsteile Afham, Aunham, Baumgarten, Brimsmaier, Edengrub, Geisberg, Großtrenck, Hager, Hölzlmaier, Hundsmaier, Katzham, Kleintrenk, Niedermühle, Oberham, Schwaim, Sibler, Singham, Stenberg, Weghof und Wimpeßl.

1843 fand das erste Landwirtschaftsfest in Karpfham statt. Dass das Karpfhamer Fest aus diesem Ereignis hervorgeht ist wahrscheinlich. Von 1864 bis 1964 betrieben die Englischen Fräulein hier ein Kloster und eine Schule. Die Gemeinde Karpfham hatte 1933 1.114 und 1939 1.077 Einwohner. Am Bahnhof Karpfham-Bad Griesbach auf der südlichen Seite der Rott im Gebiet der Gemeinde Rotthalmünster wurde 1936 ein Zweigwerk der Rottaler Butterwerk eGmbH Asbach an der Rott erbaut. Es gehört heute der Rottaler Milchwerk eG, einer Tochterfirma der österreichischen Berglandmilch.

Die Gemeinde Karpfham ging im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1972 in der Stadt Bad Griesbach im Rottal auf. Berühmt ist Karpfham heute besonders durch das Karpfhamer Fest im September, das drittgrößte Volksfest in Bayern.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt wurde 1453 bis 1476 erbaut. Sie besitzt ein kompliziertes farbiges Netzrippengewölbe mit spätgotischen Decken- und Wandgemälden. Die Ausstattung ist neugotisch. Auch die Friedhofskapelle, die den 14 Nothelfern geweiht ist, hat ein Netzrippengewölbe.

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Karpfham
  • TSV Karpfham
  • Radlerverein Karpfham
  • Kath. Frauenbund Karpfham
  • Reit- und Fahrverein Karpfham
  • VDK Ortsverband Karpfham
  • Sängerrunde Karpfham
  • Krieger- u. Reservistenkameradschaft Karpfham
  • Historische Gesellschaft Rotthal e.V.

Literatur

  • Renate Blickle: Landgericht Griesbach. (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I, Band IXX). Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.), München 1970, ISBN 3 7696 9819 3, (Digitalisat).
  • Gottfried Schäffer, Gregor Peda: Wallfahrten im Passauer Land. Pannonia Verlag, Freilassing, 1978, ISBN 3-7897-0069-X

Weblinks