Joseph Frieberth

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Joseph Frieberth, eigentlich Johann Joseph Frieberth, (* 4. Dezember 1724 in Gnadendorf, Niederösterreich, † 6. August 1799 in Passau) war ein österreichischer Komponist und von 1763 bis 1796 Fürstbischöflicher Hofkapellmeister in Passau.

Leben und Wirken

Frieberth, der sich selbst „Friebert“ schrieb, war der Sohn eines Schulmeisters und der älteste Bruder der Komponisten Thomas und Franz Karl Frieberth. Zunächst wirkte er ab 1743 zwei Jahre als Tenorist im Benediktinerstift Melk. Er erhielt dann in Wien bei Hofkapellmeister Giuseppe Bonno Gesangsunterricht und konnte sich im Ensemble des Prinzen Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen und 1755 am Wiener Hoftheater etablieren.

Am 11. März 1763 bekam er die nach dem Tod von Benedikt Anton Aufschnaiter im Jahr 1742 nicht mehr besetzte Stellung als Fürstbischöflicher Hofkapellmeister am Bischofshof von Passau, die er bis zu seiner Pensionierung 1796 ausübte. Im September 1764 heiratete er die Hofsängerin Therese Kern, die Ehe blieb kinderlos. Er diente den Fürstbischöfen Leopold Ernst Graf von Firmian und Joseph Franz Anton Graf von Auersperg, die ihm großzügige Mittel für ein Orchester von 24 Mann zur Verfügung stellten.

Frieberth starb drei Jahre nach seiner Pensionierung in Passau. Er wurde auf dem neuen Hochfriedhof bestattet. Die Hofkapellmeisterstelle wurde vermutlich aufgrund der unsicheren politischen Situation, in der sich bereits die bevorstehende Säkularisation abzeichnete, nicht mehr besetzt.

Werk

Joseph Frieberth setzte sich sehr für die Pflege von Werken Wolfgang Amadeus Mozarts ein. Das Streichquartett Die sieben Worte des Erlösers am Kreuze, das Joseph Haydn als Trauermusik für den Bischof von Cadix komponiert hatte, bearbeitete er zu einem Karfreitags-Oratorium. Haydn selbst hörte Frieberths Bearbeitung 1794 bei einer Aufführung in Passau, die ihn inspirierte, daraufhin selbst eine Oratorienfassung davon zu schaffen.

Neben Kirchenmusik schuf Frieberth auch Singspiele und vor allem italienische Opern für den Fürstbischöflichen Hof. Nach seinem Tode gingen, insbesondere im Zuge der Säkularisation, die meisten von ihm verwahrten Musikalien verloren, darunter auch seine Singspiel- und Opernwerke.

Literatur

Weblinks