Josefa Schmid

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Josefa Schmid (Foto: Marion Wittenzellner)

Josefa Schmid (* 12. Januar 1974) ist eine niederbayerische Politikerin und Bürgermeisterin von Kollnburg.

Leben und Wirken

Beruflicher Werdegang

Nach dem Realschulabschluss machte Schmid zunächst eine Ausbildung im Finanzamt in Viechtach und daraufhin auf dem zweiten Bildungsweg ein Fachabitur. Anschließend absolvierte sie eine verwaltungsdienstliche Ausbildung im Regener Landratsamt und arbeitete dann eine Zeitlang als Polizeiinspektorin bei der Zentralen Bußgeldstelle in Viechtach. An der Universität Passau studierte sie schließlich Jura und Politik und schloss das Studium mit dem Master ab, woraufhin sie einige Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Juristischen Fakultät tätig war.

Neben ihrem Finanzwirtschafts-Abschluss, dem FH-Diplom in Verwaltungswirtschaft und ihrem Master in Jura und Politikwissenschaft hat Schmid von der Freien Journalistenschule einen Titel als Fachjournalistin sowie von der Forschungsstelle CVM der Universität München den der Wirtschaftsmediatorin.

Politische Laufbahn

Schmid trat 1995 in die CSU ein und ist seit 1997 deren Schriftführerin im Landkreis Regen. Von 1999 an war sie sechs Jahre lang stellvertretende Bezirksvorsitzende der Jungen Union. Seit 2002 ist Schmid außerdem Kreisrätin und vhs-Verbandsrätin. 2008 trat sie bei der Bürgermeisterwahl in Kollnburg trotz CSU-Mitgliedschaft für die Freien Wähler an und gewann mit 55,22 Prozent der Stimmen. Durch ihren Einsatz kam die Großtagespflege „Löwenzahn“ nach Kirchaitnach, außerdem gibt es nun eine private Musikschule, eine Zweigstelle der Volkshochschule, ein gemeinschaftliches Kulturprogramm und diverse Bildungsreisen in der Gemeinde.

Am 13. November 2011 trat Josefa Schmid in der Wahl zum Regener Landrat gegen Michael Adam, Helmut Plenk, Heinrich Schmidt und Franz Xaver Eckl an. Dafür gründete sie eine eigene Wählergruppe namens „Aufbruch Regen“. Für die Zulassung der Liste musste Schmid 340 Unterschriften von Regenern sammeln. Ende September wurde bekannt, dass sich die nötige Zahl der Unterstützer für „Aufbruch Regen“ gefunden hat. Schmid konnte sich auf breiten Zuspruch aus ihrer Heimatgemeinde Kollnburg verlassen, wo der größte Teil der Unterschriften für sie registriert wurde. Schmid, die das Regener Landratsamt bereits aus ihrer Ausbildungszeit kennt, löste dadurch großen Unmut in der CSU aus. Der Kreisvorsitzende und bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bezeichnete Schmid als „eigensinnig“ und „beratungsresistent“. Schmid selber meinte dazu, seit der Bürgermeisterwahl von 2008 werde sie von der CSU „regelrecht gemobbt“ und ihr parteiloses Antreten zur Wahl sei der Versuch eines Ausgleichs für „einen unfairen Faktor im Umgang der Partei mit mir“. Sie selbst habe sich in 16 Jahren Mitgliedschaft nie von der Partei und ihren Werten abgewandt. Bei der Landratswahl am 13. November 2011 erreichte sie letztlich 8,95 Prozent.[1]

Im März 2012 beschloss die CSU Regen, Josefa Schmid den Parteiaustritt nahezulegen. Sollte sie nicht innerhalb von zwei Wochen ihren Austritt aus der CSU erklären, werde der Kreisverband die Bezirksvorstandschaft bitten, Josefa Schmid ihrer Parteiämter zu entheben. Ihre Reaktion: „Ich warte das Verfahren gelassen ab.“ Am 12. Mai 2012 hat die CSU Niederbayern schließlich beschlossen, Schmid von ihren Parteiämtern zu entheben.[2] Die Entscheidung wurde nach Schmids Widerspruch in der Folge von einem Parteischiedsgericht bestätigt. Daraufhin kündigte Schmid ihren Wechsel zur FDP an, die mit einer entsprechenden Anfrage an sie herangetreten waren. Wenige Wochen später wurde Schmid von den FDP-Kreisverbänden Straubing-Stadt und Straubing-Land zur Direktkandidatin im Stimmkreis 209 für die Bayerische Landtagswahl 2013 gewählt.

Sonstiges

2006 ließ sich Schmid in einer Diskothek in Passau im Bikini für ein Casting des Penthouse-Magazins fotografieren. Laut eigener Aussage wollte sie einmal „mit weiblichen Waffen“ darauf antworten, dass es Frauen im „Männergeschäft der Politik“ nach wie vor nicht einfach hätten. Die Resonanz auf die Fotos sei im Übrigen positiv gewesen. Nochmal, meinte Schmid nach ihrer Aufstellung für die Landratswahl, werde es solche Aufnahmen jedoch nicht geben.

2013 hatte Schmid den Fendrich-Klassiker „Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“ zum Zweck der Wahlwerbung neu eingesungen und auf der Video-Plattform YouTube veröffentlicht. Kurz darauf war hat der Musikverlag von Rainhard Fendrich die Version unter Verweis auf das Urheberrecht vom Netz nehmen lassen.

Auszeichnungen

  • Helene-Weber-Preis (2011), für ausgezeichnete Kommunalpolitik

Einzelnachweise

  1. Artikel auf pnp.de: „Landratswahl in Regen: Der Jubel der Genossen“
  2. Artikel auf pnp.de: „Josefa Schmid verliert ihre CSU-Ämter“

Literatur

Weblinks