Johanniskirchen

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Johanniskirchen
Das Wappen von Johanniskirchen


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 330-450 m
Fläche: 40,57 km²
Einwohner: 2.449 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84381
Vorwahl: 08564
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.johanniskirchen.de
Erster Bürgermeister: Max Maier (Freie Wähler)

Johanniskirchen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Die Gemeinde Johanniskirchen liegt im nördlich Landkreis Rottal-Inn; die Landschaft ist hügelig mit überwiegend landwirtschaftlichem Charakter und wird durch das Sulzbachtal, ein Seitental der Rott, das sich durch das gesamte Gemeindegebiet zieht, geprägt.

Der Ort befindet sich etwa 13 km nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 18 km nordwestlich von Bad Birnbach, 23 km südwestlich von Vilshofen, 24 km südlich von Osterhofen und 32 km südöstlich von Landau an der Isar.

Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind Ammersdorf, Apfelbach, Bahnzaun, Bockenbach, Brand, Brunndobl, Dannschachten, Dummeldorf, Eggersdorf, Emmersdorf, Erlbach, Fabach, Gerbersdorf, Gietzering, Guteneck, Habach, Haibach, Haidendorf, Johanniskirchen, Karlsweiler, Kraham, Krohstorf, Lapperding, Lengham, Miesing, Mödlsbach, Oberstadl, Riegeröd, Sarzen, Schaföd, Schornbach, Schratzmühle, Schuhöd, Schwaig, Schwaigeröd, Solla, Stockham, Stroblöd, Unterbubach, Unterstadl, Weihern, Wieglöd, Windbaising, Windfurth und Wolfstriegl.

Geschichte

Blick auf Johanniskirchen
Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
Das Rathaus der Gemeinde

Die Besiedelung des Sulzbachtales begann im achten Jahrhundert, als unter dem Agilolfinger-Herzog Tassilo dem III. (bis 787), die Benediktinermönche das Gebiet südlich der Donau rodeten und es missionierten. Die Mönche errichteten damals die Seelsorgstelle „Niedersandjohannskirchen“ das heutige Johanniskirchen, zu der auch die Seelsorgstellen Dietersburg und Peterskirchen gehörten, sowie „Obersandjohannskirchen“ in Bruck bei Schönau. Urkundlich erscheint Johanniskirchen erstmals 1130 als Säkularpfarrei freier bischöflicher Kollation (Verleihung).

Aus dem Ostenerhofener Urbar geht hervor, dass um die Jahrtausendwende die Orte Dummeldorf, Gitzering, Mödelsbach und Erlbach existierten. Bewohner von Windbaising und Windfurt sind damals als Kriegsgefangene zu Rodungsarbeiten eingesetzt worden.

Im frühen Mittelalter gehörte der Gemeindebereich zum Quinzingau (Künziggau). Die weitere Geschichte war eng verflochten mit der des Schlosses Guteneck. Aus jener Zeit der Hofmark blieb die kleine Gemeinde Dummeldorf als Enklave innerhalb der Gemeinde Johanniskirchen bestehen.

Zum erstenmal liest man in alten Urkunden im Jahre 1302 den Namen Guteneck. Damals war es eine wohlbefestigte, starke Burg. Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert hatte das Geschlecht der Grafen von Hals im unteren Sulzbachtal vom Schloss Guteneck aus, sowohl um Johanniskirchen wie auch um Emmersdorf eine bedeutende Machtstellung inne. Die ersten auf Guteneck nachweisbaren Herren waren die Reinolde von Pörndorf. Als Ministerialen der Edlen von Kamm und Hals lebten sie vom Ende des 13. Jahrhunderts bis 1410 auf Guteneck. Danach wechselten mehrmals die Besitzer des Schlosses: die Closen bis 1523, die Offenheimer bis 1609 und die Tattenbach bis 1802. Danach verfiel das Schloss, wurde unbewohnbar und ab 1830 abgetragen.

Von der ganzen Herrlichkeit jener Zeiten spricht heute nur noch das Kirchlein Guteneck. Es mag um 1470 erbaut worden sein. Aus dieser Zeit stammt auch der spätgotische Hochaltar mit seiner wertvollen Predellagruppe, die aus Sandstein bestehend im Altarschrein eingearbeitet ist und die Vermählung des Jesuskindes mit der heiligen Katharina darstellt.

Nach dem Ende des letzten furchtbaren Krieges im Sommer 1946, also lange, bevor jemand an eine Gebietsreform dachte, erkannten die damals Verantwortlichen der früheren Gemeinde Dummeldorf die Zeichen der Zeit und schlossen sich mit der Gemeinde Johanniskirchen zusammen. Seit Juli 1972 gehört auch die ehemalige Gemeinde Emmersdorf zu Johanniskirchen.

Die drei ehemaligen Gemeinden Dummeldorf, Emmersdorf und Johanniskirchen haben sich durch freiwilligen Zusammmenschluss für diese neue Gemeinde Johanniskirchen entschieden, die in ihrer jetzigen Form seit dem Jahre 1972 besteht und 45 Ortsteile mit dem Schwerpunktorten Johanniskirchen, Dummeldorf und Emmersdorf umfasst.

Wappen

Ein Gemeindewappen wird seit 1974 geführt. Der Wellenschildfuß versinnbildlicht als Gewässersymbol die Lage der Gemeinde am Sulzbach. Der Kreuzstab ist ein Attribut des Kirchenpatrons Johannes des Täufers und zugleich eine symbolische Darstellung des Gemeindenamens Johanniskirchen. Der silberne Balken im blauen Feld findet sich sowohl im Wappen der Grafen von Hals, zu deren Machtbereich das Gemeindegebiet gehörte, als auch im Wappen der Halser Ministerialen, der Reinolde von Pörndorf und Guteneck, die im 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts für die Geschichte von Johanniskirchen (für die zur Hofmark Dummeldorf gehörenden Anwesen) und Emmersdorf (Hofmark Pörndorf) als Grund- und Niedergerichtsherren eine wichtige Rolle spielten.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde der bisherige Bürgermeister Kurt Orthuber (FW) von Max Maier (FWU), mit 70,54 % der abgegebenen Stimmen abgelöst. Die Wahlbeteiligung betrug 68,08 %.
  • 2. Bürgermeister ist Paul Voggenreiter (FW).
  • 3. Bürgermeister ist Josef Leitner (CSU).

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • FW: 8 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • CSU: 6 Sitze (2008: 7)
Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Johann Baptist, um 1500, mit Turmunterbau aus dem 14. Jahrhundert, gotisches Kreuzigungsrelief am Innenportal
  • Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Guteneck, erbaut um 1470, vergrößert 1666, mit spätgotischem Schreinaltar von 1510 bis 1520. Das Mittelstück des Schreins zeigt in einem Relief Mariä Himmelfahrt, die Predellagruppe von etwa 1410 bis 1420 aus Kunststein stellt die Vermählung der hl. Katharina mit dem Jesuskind dar.
  • DDR-Fahrzeug-Museum

Tourismus

Johanniskirchen hat sich mit weiteren 14 Nachbargemeinden (Stand 2009) zu XperBike zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss hat das Ziel die Radel-Region auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die wichtigste Veranstaltung ist hierbei die jährlich stattfindende XperBike Sternfahrt.

Bildung und Erziehung

  • Mittelschule Johanniskirchen
  • Grundschule Emmersdorf
  • Kath. Kindergarten Johanniskirchen

Vereine

  • ESV Johanniskirchen
  • Faschingsfreunde Johanniskirchen
  • FFW Johanniskirchen
  • Johannesbläser
  • KAB Johanniskirchen
  • Karateverein Johanniskirchen
  • Kath. Frauenbund Johanniskirchen
  • Kath. Mütterverein Johanniskirchen
  • Kindergarten-Förderverein
  • KLJB Johanniskirchen
  • Krieger- u. Reservistenkameradschaft Johanniskirchen
  • MSC Johanniskirchen
  • Natur- und Gartenfreunde
  • Pfarr-Caritasverein Johaniskirchen-Emmersdorf
  • Postschützen Johanniskirchen
  • Skiclub Johanniskirchen
  • Stock-Car-Club Johanniskirchen
  • TC-DJK Johanniskirchen
  • TSV-DJK Johanniskirchen
  • VDK Johanniskirchen


Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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