Johann Baptist Huber

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Johann Baptist Huber (* 2. April 1892 in Alzgern; † 13. September 1942 in München-Schwabing) war ein deutscher katholischer Geistlicher und Widerstandskämpfer. Nach ihm ist die Johann-Huber-Straße in Passau benannt.

Leben und Wirken

Ausbildung & Kriegszeit

Huber besuchte das humanistische Kurfürst-Maximilian-Gymnasium in Burghausen und begann nach dem Abitur 1912/13 sein Studium an der philosophisch-theologischen Hochschule in Passau.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Der Oberleutnant des 17. bayerischen Reserve-Infanterieregiments und MG-Kompanieführer empfing zahlreiche Auszeichnungen: Das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse, den Bayerischen Militär-Verdienstorden, das Verwundetenabzeichen in Silber und den Prinz-Alfons-Orden. Nach dem Krieg schloss er sich einem Freikorps-Verband an und nahm bei Neuötting an Feuergefechten teil.

Priester in Passau

1921 empfing Huber in Passau die Priesterweihe, am 21. Juli 1921 feierte er in Alzgern Primiz. Ab August 1921 war er Kooperator in Passau St. Paul, ab Januar 1926 an der Dompfarrei St. Stephan. Er engagierte sich beim Aufbau des katholischen Vereinswesens. Als aktiver Sportler förderte er besonders den DJK-Sportverband, daneben betreute er die Soldaten der Garnison Passau, für die er Gottesdienste und Exerzitien organisierte. Sein ganzes Leben lang setzte er sich mutig für den Glauben durch Wort und Tat ein.

Ganz besonders lag ihm die Jugend am Herzen. Sie wollte er durch religiöse Unterweisung, Gründung von christlichen Jugendgruppen, Durchführung christlicher Jugendveranstaltungen und sein überzeugtes christliches Vorbild stark machen gegen die nationalsozialistische Infiltrierung. Dies gelang ihm auch mit Erfolg – sehr zum Ärgernis der Nazis.

Stadtpfarrer in Landau

An der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt war Huber von 1931 bis 1942 Stadtpfarrer.

Im Herbst 1931 wurde Huber Stadtpfarrer von Landau an der Isar. Sein Engagement für die DJK brachte ihn bald in Konflikt mit der Deutschen Turnerschaft. 1932 beschwerte sich der streitbare Geistliche bei der Regierung gegen Lehrer, die Parteiabzeichen trugen. In Vorträgen, Predigten und Presseartikeln bekämpfte er die Nationalsozialisten. Auch nach deren Machtübernahme 1933 schreckte er vor keinem Konflikt mit den neuen Machthabern zurück. Häufig ging es dabei um Symbole wie die Uniformen der Katholischen Jugend und die Fahne der Kolpingsfamilie.

Von 1938 bis 1942 war er Vorsitzender des Priestervereins Passau. In dieser Funktion stand er Priestern bei, die unter anderem wegen Kanzelmissbrauch in Konflikt mit dem NS-Regime gekommen waren. Mit Kriegsbeginn widmete er sich besonders der Betreuung der Soldaten. An Landauer Soldaten sandte er Feldpostbriefe, die das Bistumsblatt, die Heimatzeitung und persönliche Schreiben enthielten.

Letzte Jahre

Wegen einer Grabrede wurde Huber im Dezember 1940 erstmals inhaftiert. Am 14. April 1942 wurde er erneut verhaftet und ins Gefängnis nach Landshut gebracht. Die Begründung lautete, er habe trotz Verwarnung das Sammeln von Feldpostanschriften und die organisierte Versendung religiöser Druckschriften an Wehrangehörige fortgesetzt. Am 5. Juni 1942 wurde er in das Konzentrationslager Dachau überstellt und erhielt die Häftlingsnummer 30.353. Am 8. September kam er in das Krankenhaus in Schwabing, wo er wenige Tage später an Auszehrung starb. Die damalige Krankenschwester Sr. M. Kuniberta Seitz, schreibt in ihren Erinnerungen aus dem Jahre 1974 von seinen letzten Lebenstagen im Schwabinger Krankenhaus. Darin ist zu lesen, dass der Stadtpfarrer Huber auf seinem Sterbebett noch seine geliebte Pfarrgemeinde Landau segnet.

Nach der Einäscherung im Krematorium vom KZ Dachau wurde die Urne in Kastl im Grab von Angehörigen beigesetzt, offenbar um mögliche Unruhen an seinem Wirkungsort Landau oder seinem Geburtsort Alzgern zu vermeiden. In Landau an der Isar ist nach ihm eine Straße benannt, außerdem trägt die dortige Schule für individuelle Lernförderung (Pfarrer-Huber-Schule) seinen Namen.

Literatur