Jürgen Wollina

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Jürgen Wollina hat in 13 Jahren den „einzig wahren Stadt-und Umgebungsplan von Entenhausen“ erarbeitet. (Foto: Jörg Schlegel)
Jürgen Wollina’s Name erscheint in einer Donald-Duck-Geschichte. (Foto: Jörg Schlegel)

Jürgen Wollina (* 1947 in Berlin) ist Diplom-Ingenieur für Landkartentechnik im Ruhestand und seit 1994 ein leidenschaftlicher Donaldist. Er lebt in Bad Füssing und ist leidenschaftlicher Donaldist; er hat in 13 Jahren den „einzig wahren Stadt- und Umgebungsplan von Entenhausen“ erarbeitet. Seit März 2010 steht er als „Präsidente“ zudem an der Spitze des D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus).

Leben und Wirken

Anfang der 1990er Jahre kaufte Jürgen Wollina „Die tollsten Geschichten von Donald Duck“ als Geschenk für die Tochter von Freunden. Er begann darin zu lesen. „Ich habe dann die alten Micky Mäuse wieder an Land gezogen“, erzählt er. Er besorgte sich die Jahrgänge 1951 bis 1960 der deutschen Zeitschrift „Micky Maus“. Wobei er betont: „Die Micky Maus habe ich nur wegen der Donald-Geschichten darin gelesen.“ Denn was ein Donaldist ist, der spricht von Micky Maus nur verächtlich als „diese unsägliche Maus“. Mit dem neunmalklugen spießigen Nager will keiner etwas zu tun haben. Der Choleriker Donald, der ewige Verlierer mit den sympathischen Seiten, das ist der spannende Charakter.

Jürgen Wollina wollte zu den alten Ausgaben kommen. Er las nach, wer damals als Kind ein Jahresabo gewonnen hatte, versuchte die Kinder von einst ausfindig zu machen – und wurde fündig. Originalausgaben, noch in der Hülle eingeschweißt, waren sein Lohn. Wollina besuchte auch die erste Chefredakteurin von Micky Maus, Erika Fuchs in Schwarzenbach an der Saale. Und sie setzte dem Donald-Fan Wollina ein Denkmal in der Carl-Barks-Geschichte „Vier Männer im Schnee“: In einer Auflage ist auf einem Schild an einem Haus zu lesen „Jürgen Wollina, Sportartikel“. Sein Name in einem Bild, auf dem auch Donald zu sehen ist. Eine größere Auszeichnung als diese wird Jürgen Wollina nicht mehr erhalten.

Nachdem Jürgen Wollina wieder Sammler geworden war, wollte er auch Donaldist werden. Dass es D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus) gibt, hatte er aus den Medien erfahren. Der erste Versuch, Kontakt aufzunehmen, scheiterte. Der zweite klappte. Und als Jürgen Wollina dem Donaldisten Johnny Grote verkündete, dass er beitreten will und auch schon ein Projekt in Angriff hat – den Stadtplan – , erntete er Jubelschreie. Die erste Auflage von 2.000 Stück des Plans von Entenhausen ist im Dezember 2008 erschienen – und war schnell vergriffen, im März 2009 kam die 2. Auflage. Dafür musste er auf Hinweise anderer Donaldisten hin einen Fehler verbessern: Der „Gasthof zum Mondschein“ liegt an der Küste, nicht im Holländischen Viertel. Es gibt nur einen professionellen Stadtplan von Entenhausen, auf dem alle 33 Wohnsitze von Donald Duck eingezeichnet sind.

Es gibt nicht „das“ Haus von Donald Duck. Und Onkel Dagobert hat nicht nur einen Geldspeicher, sondern 20. Die Forschungen von Jürgen Wollina basieren einzig und allein auf den Geschichten von Carl Barks. Rund 700 Geschichten hat er ausgewertet, 6.250 Seiten. In einer Stunde konnte er rund drei Seiten sichten. Wollina erstellte ein Stichwortregister, in dem der „Gully am Steinweg“ ebenso aufgeführt wird wie „Donald schreckensbleich“. Egal, was wann und wo aufgetaucht ist – Jürgen Wollina tippte es in seine Excel-Tabellen. Mittlerweile kann man für 130 Euro sein 740 Seiten dickes, über 53.000 Stichworte umfassendes „Das bildgenaue Barks/Fuchstext Stichwortregister“ bestellen.

Carl Barks selbst hat in mehreren Comics Karten und Pläne von Entenhausen und Umgebung gezeichnet. Jürgen Wollina wertete sie aus, fügte sie zusammen. Ging dabei chronologisch vor, nach der Entstehungszeit der Comics.

Als es nach langen Vorarbeiten los ging mit dem Zeichnen, da begann Wollina mit der Küste und arbeitete sich ins Landesinnere vor, über Entenhausen und den Naturschutzpark „Dürrewald“ bis zum Großen Erpelsee. Mehrmals fing Jürgen Wollina von vorne an. Wo er zwei gesunde Hände zum Zeichnen gebraucht hätte – der Ingenieur hat eine Lähmung im linken Arm – , half ihm Donaldist Christian Pfeiler aus Hiddenhausen. Nach 13 Jahren hatte Jürgen Wollina es geschafft, das Zeichnen selbst hat nur drei bis vier Jahre gedauert.

Veröffentlichungen

  • „Das bildgenaue Barks/Fuchstext Stichwortregister“
  • „Der schönste Finderlohn“ , Forschungswerke
  • „Die illustrierte M.Ü.C.K.E-Forschung“
  • „Die M.Ü.C.K.E.-Detailforschung“ M.Ü.C.K.E., das steht für „Meisterhafte Überarbeitung chaotischer Kartengrundlagen Entenhausesns.
  • „Entenhausen deine Brücken“

Literatur