Irlbach

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Irlbach
Das Wappen von Irlbach


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 324 m
Fläche: 15,83 km²
Einwohner: 1.155 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94342
Vorwahl: 09424
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.Irlbach.de
Erster Bürgermeister: Peter Bauer (SPD/UWG)

Irlbach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Straßkirchen.

Rathaus und Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Schloss Irlbach
Das ehemalige Spital

Lage

Irlbach liegt im Gäuboden in der Planungsregion Donau-Wald etwa zwei Kilometer nordöstlich von Straßkirchen. Der Ort wird vom Irlbach durchflossen bis zu dessen Mündung in die Donau. Die Gemeinde besteht aus nur drei Ortsteilen: Entau, Irlbach und Sophienhof.

Geschichte

Vorgeschichtliche Spuren

Wie andere Orte im Gäuboden kann auch Irlbach auf reiche Spuren einer vorgeschichtlichen Besiedelung verweisen. Zahlreiche Fundstücke aus den verschiedenen Kulturperioden wie Keramikscherben, Feuersteinwerkzeuge, Steinbeile, Steinmeißel, Hüttenlehm usw. befinden sich im Straubinger Gäubodenmuseum. 1987 bis 1989 konnte im Bereich Miterfeldl ein Höckergräberfeld der späten Glockenbecherkultur dokumentiert werden.

Das Mittelalter

Zum erstenmal ist villa Elirespach im Breviarius Urolfi bezeugt. Im Breviarius Urolfi ließ Abt Urolf (788-815) den gesamten Besitz des Klosters Niederaltaich aufzeichnen. Seit dem 12. Jahrhundert heißt der Ort Er(i)lbach, später Irlbach, so benannt nach dem durch den Ort fließenden Bach.

1148 stellte Papst Eugenius III. einen Schutzbrief für das Kloster Niederaltaich aus. Unter den zu Niederaltaich gehörenden Kirchen erscheint auch die Kirche von Erlbach. Die Kirche von Irlbach verblieb beim Kloster Niederaltaich bis zur Aufhebung des Klosters im Jahre 1803. So lange hatte Niederaltaich das Recht, den Pfarrer in Irlbach zu bestimmen.

Die Hofmarkszeit

Bis Anfang der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts können die Erlbacher in Irlbach nachgewiesen werden. Später kam die Hofmark an die Altenburger. Die Tochter Dorothea des letzten Altenburgers stiftete 1469 mit ihrem Mann das Spital in Irlbach. Auf die Altenburger folgten die Closner, dann die Zenger und ab etwa der Mitte des 16. Jahrhunderts die Fraunberger. Der größere Teil der Hofmark Irlbach gehörte zum Natternberger, der kleinere Teil zum Straubinger Landgerichtsbezirk. Die Grenzlinie bildete der Irlbach.

Weitere Hofmarksherren waren ab 1623 die Tabertshofer, 1646 Fränking, 1653 Köck, 1712 Dürnitz und 1756 Leoprechting. 1802 wurden die Hofmarken in Patrimonialgerichte umbenannt. Am 11. Juli 1811 kaufte Francois Gabriel Chevalier de Bray den Besitz. 1848 kam das Ende der Patrimonialgerichtsbarkeit und damit der ehemaligen Hofmarksherrschaft. Die Gemeinde Irlbach wurde dem Landgericht Straubing eingegliedert. Durch Heirat kam Schloss Irlbach schließlich in den Besitz der Familie der Freiherren von Poschinger-Bray.

Das 20. Jahrhundert

1945 wurde ein Kindergarten durch die Spitalstiftung Irlbach gegründet. 1950 erfolgte der Neuaufbau der Mädchenschule durch Gräfin Marie von Bray Steinburg, 1962 die Zusammenlegung der Knaben- und Mädchenschule wegen dem Wegzug der "Armen Schulschwestern". 1969 trat Irlbach dem Schulverband Straßkirchen bei.

Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Irlbach zwangsweise in die Nachbargemeinde Straßkirchen integriert. Gerade Straßkirchen hatte auf der Einheitsgemeinde mit Auflösung der Gemeinde Irlbach bestanden. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg vom 12. April 1978 bestätigte zunächst die Eingemeindung. Eine Popularklage Irlbachs beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof in München hatte aber schließlich Erfolg. Das am 3. November 1983 ergangene Urteil stellte die Verfassungswidrigkeit der Eingemeindung nach Straßkirchen fest und erklärte Irlbach seine Gemeindehoheit.

Die Irlbacher Kirchenglocken läuteten daraufhin von 15.15 bis 15.45 Uhr. Die Orte Entau und Sophienhof kamen ebenfalls zur Gemeinde Irlbach. Straßkirchen legte Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein. Mit Urteil vom 15. Januar 1985 erklärte sich dieses für nicht zuständig. Im Februar 1985 entwarf das Bayerische Staatsministerium des Innern die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft, und obwohl sich im Anhörungsverfahren sowohl Straßkirchen als auch Irlbach gegen diesen Entwurf aussprachen, wurde am 1. Januar 1986 durch den Bayerischen Landtag die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Straßkirchen mit Sitz im Rathaus Straßkirchen angewiesen.

Gemeindewappen

Das seit 1987 geführte Wappen zeigt unter von Silber und Rot schräglinks geteiltem Schildhaupt, darin im rechten Obereck ein achtstrahliger blauer Stern, und über rotem Schildfuß, belegt mit einem silbernen Wellenbalken, in Silber einen liegenden grünen Erlenzweig mit drei Blättern.

Dem Gemeindewappen liegt das Familienwappen des in Irlbach ansässigen, 1474 ausgestorbenen Geschlechts der Altenburger zugrunde, das in Silber über rotem Schildfuß eine rote aus dem rechten Rand kommende Spitze zeigt. Der aufgelegte Erlenzweig redet für den Gemeindenamen Irlbach. Der Stern verweist als Mariensymbol auf das Patrozinium der Kirche Maria Himmelfahrt. Der Wellenbalken symbolisiert den Erlbach und die Donau.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Peter Bauer (SPD/UWG). Er wurde 2014 mit 56,02 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Mitbewerber Josef Schwaller (CSU, 43,98 Prozent) im Amt bestätigt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Irlbach hat 12 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 4 Sitze (2008: 4)
  • SPD/Unabhängige Wählergemeinschaft: 3 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 3)
  • Freie Wähler: 2 Sitze (2008: 2)
  • Neue Irlbacher Wählergemeinschaft: 3 Sitze (2008: 2)

Nach der Kommunalwahl 2008 war zudem die Liste ödp/Parteifreie Irlbacher Bürgerinnen u. Bürger mit 1 Sitz im Gemeinderat vertreten.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, 1734 erbaut, mit Fresken von Joseph Anton Merz
  • Schloss Irlbach mit mittelalterlichem Kern. Größere Um- und Anbauten erfolgten 1568 und 1811.

Bildung und Erziehung

  • Der Schulbetrieb in Irlbach ist seit 1986 beendet. Unterricht erfolgt an der Grund- und Mittelschule Straßkirchen im Schulverband Straßkirchen, Irlbach und Oberschneiding.
  • Kindergarten der Spitalstiftung Irlbach

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Irlbach
  • Kath. Landjugend Irlbach
  • Wanderverein Irlbach
  • Sportverein Irlbach
  • Spiel- und Sportförderverein Irlbach
  • Schützengesellschaft Eintracht Irlbach
  • Musikverein Irlbach
  • Landfrauen Irlbach
  • Krieger- Reservisten- und Soldatenkameradschaft Irlbach
  • Fischereiverein Irlbach/Straßkirchen
  • Billardverein Irlbach

Ehrenbürger

  • Hippolyt Graf von Bray-Steinburg (1842-1913), verliehen aus Anlass des 100jährigen Jubiläums der Herrschaft auf Schloss Irlbach am 13. August 1911
  • Georg Steininger (*1905), Altbürgermeister, verliehen am 22. März 1985
  • Rudolf Berger (1918-1987), ehemaliger Bürgermeister, verliehen am 5. Juni 1987
  • Dr. Adalbert Freiherr von Poschinger-Bray (*1912), verliehen am 27. August 1990

Persönlichkeiten

Weblinks

Wappendaten und Wappengeschichte


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Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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