Innstadt Brauerei Passau

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Das Logo der Innstadt Brauerei Passau.
Die Brauerei vor dem Kloster Mariahilf.
Im Innenhof des Brauereigebäudes in der Schmiedgasse.
Blick auf Innstadt-Getränkekästen.

Die Innstadt Brauerei Passau ist eine Passauer Brauerei. Sie geht bis auf das Jahr 1318 zurück und ist damit eines der hundert ältesten deutschen Unternehmen. Zum Jahresende 2013 wird die Innstadt Brauerei durch die Brauerei Hacklberg übernommen. Zuletzt hatte die Innstadt Brauerei 58 Mitarbeiter und einen Jahresausstoß von etwa 100.000 Hektolitern. Geschäftsführer ist Friedhelm Feldmeier.

Geschichte

Anfänge & Niedergang

Erste urkundliche Erwähnungen findet ein Brauhaus am Graben enhalb der Innpruck im Jahre 1318 in den Büchern des St. Johannes-Spitals. Es gilt heute als eindeutig erwiesen, dass es sich dabei um die heutige Innstadt Brauerei handelt.

In den Pfarrbüchern von St. Severin aus dem Jahre 1680 findet sich für die Gebäulichkeiten am Graben („Schaffnerhof“) unter anderem auch die Bezeichnung Preyhaus - daher auch der damals verwendete Namen Schaffnerhofbrandstatt. An dieser Stelle befindet sich bis heute die Brauereiverwaltung.

1809 wurde die Brauerei durch Kriegsunruhen sowie durch eine große Feuersbrunst im Juli zerstört.

Ganze drei Jahre später, am 13. November 1812 erwarb der Hauzenberger Brauer Lorenz Lang für 4.000 Gulden das Grundstück der Brauerei samt den Bierbraugenehmigungen. In der Folge baute er die Brauereigebäude wieder auf. 1836 übernimmt sein Vetter, der Passauer Josef Fladt den Betrieb, der mittlerweile allerdings eine Schuldenlast von über 15.000 Gulden aufwies.

Wiederaufstieg

Als am 4. April 1873 der Passauer Kaufmann Ferdinand Rosenberger und der Münchener Ingenieur Johann Carl Angermann die Brauerei erwerben, kommt damit der endgültige Aufstieg der damals noch recht kleinen Brauerei. Ein erster Schritt dazu war vor allem die am 27. Juli 1874 vollzogene Umwandlung der Brauerei in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 525.000 Mark. Der Bierabsatz damals betrug rund 10.000 hl.

Bereits ab 1876 lieferte die Innstadt Brauerei als erste Brauerei aus der Provinz helles Bier nach München. Darüberhinaus errichtete man in Berlin, Leipzig und Wien Zweigniederlassungen.

1893 führte die Innstadt Brauerei als erste der Passauer Brauereien das Flaschenbier ein. Anfänglichen Absatzschwierigkeiten zum Trotz kam das neue Produkt bald sehr gut bei den Kunden an. 1898 errichtete die Innstadt Brauerei die erste Anlage zur Gewinnung von elektrischem Strom in Passau und versorgte damit vor allem die Brauereigaststätte Innstadtkeller.

Größte Brauerei Niederbayerns

Als die Brauerei 1914 die Passauer Hellbrauerei, die Brauerei Schmerold sowie die Brauerei Hellmannsberger erwarb, konnte der Bierabsatz auf 68.000 hl gesteigert werden. Damit ist die Innstadt Brauerei die größte Brauerei Niederbayerns. Noch im gleichen Jahr begann man außerdem mit der Herstellung von Limonaden - als erste der Passauer Brauereien.

Nach dem Ersten Weltkrieg begann man 1921 darüber hinaus (und wiederum als erste der vier Passauer Brauereien) mit der Weizenbiererzeugung. Im gleichen Jahr wurde auch die Brauerei Niedermayer (und damit auch der Gasthof Bayerischer Löwe) käuflich erworben.

In den Jahren 1928 bis 1930 wurde die Brauerei um eine moderne Darre erweitert sowie die gesamte Mälzerei vergrößert.

Während des Zweiten Weltkrieges jedoch hatte auch die Innstadt Brauerei mit hohem Rohstoffmangel zu kämpfen. So fehlte es vor allem an Gerste und Kohle. Außerdem wurde die Mälzerei zu einer Kartoffeltrocknerei zwangsumgewandelt. 1947 erreichte man mit einem Bierabsatz von 24.000 hl einen neuen historischen Tiefstand. Erst 1949 gelang es, den vollen Braubetrieb wieder aufzunehmen.

In der Folge des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs im Jahre 1950 stieg auch die Nachfrage nach Bier wieder und man investierte in eine Modernisierung der Brauanlagen. 1960 folgte der Neubau einer Wanderhaufenmälzerei und 1962 eines Sudhauses.

100-Jahr-Feier und Modernisierung

Zur 100-Jahr-Feier der Innstadt Brauerei Aktiengesellschaft im Jahr 1974 erreichte man mit 150 Mitarbeitern einen Bierabsatz von 100.000 hl. Im gleichen Jahr wurde auch das Rechnungswesen auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt.

1996 wurde das operative Brauereigeschäft von der Aktiengesellschaft ausgegliedert und die Innstadt Brauerei Bierspezialitäten GmbH gegründet. Die damit einhergehenden, umfassenden Umstellungen machten die Brauerei zu einer der modernsten und gefragtesten Braustätten im ostbayerischen Raum.

Übernahme und Fusion

Die Innstadt Brauerei und die Brauerei Hacklberg fusionieren.

Im Jahr 2000 wurde die österreichische Ottakringer Brauerei Hauptanteilseigner der Innstadt Brauerei AG. Trotzdem blieb die Innstadt Brauerei eigenständig und konnte sich ab 2002 sogar als die Bügel-Bier-Brauerei der Region etablieren. Seither wird alljährlich auch das Starkbierspektakel begangen.

Vom 1. Januar 2011 an kooperierte die Innstadt Brauerei mit der Brauerei Hacklberg. Im Zuge dessen gingen Verwaltung, Einkauf und Vertrieb von der Innstadt nach Hacklberg. An den Eigentumsverhältnissen änderte dieser Schritt nichts, die Innstadt Brauerei gehörte als Aktiengesellschaft nach wie vor zum Mehrheitsaktionär Ottakringer Brauerei. Zum 1. Januar 2014 folgte schließlich die komplette Übernahme der Innstadt Brauerei durch die Brauerei Hacklberg. Im Zuge dessen wurde die Produktion am alten Standort in der Innstadt komplett eingestellt, das Innstadt-Bier wird seither in Hacklberg gebraut. Die markentypischen Geschmacks-Charaktere blieben dennoch erhalten: Neben den Rezepturen wurde auch der Braumeister der Innstadt Brauerei übernommen und am Standort in Hacklberg wurde extra ein zusätzlicher Erd- und Lagerkeller gebaut, damit die Produktion der beiden Marken getrennt laufen kann. Die ehemalige Brauereiimmoblie in der Innstadt blieb in Besitz der österreichischen Ottakringer Brauerei – ebenso wie die Maschinen, die ab Januar 2014 Stück für Stück abgebaut und zum Hersteller, zu Krones in Neutraubling, gefahren wurden. Von dort aus wurden sie weiterverkauft.

Da die beiden größten Braufirmen Passaus zuvor schon jahrelang kooperierten – etwa beim Passauer Dultstadl – markierte die Markenübernahme lediglich den Schlusspunkt eines Übergangs auf Raten.

Umgestaltung des Brauerei-Geländes

Als Folge des Umzugs des Brauereibetriebs nach Hacklberg wurde im Herbst 2014 die „Innstadt Brauhaus Projekt GmbH & Co. KG“ gegründet, um das rund 16.000 Quadratmeter große Brauereiareal zu entwickeln. Investoren sind der bisherige Grundstückseigentümer, die Innstadt AG und deren Muttergesellschaft Ottakringer Brauerei, und die Kapfinger Vermögensverwaltung (KVV). Im Grundstück zwischen Kapuzinerstraße und Innstadtkellerweg soll vorwiegend stadtteilverträgliche Wohnbebauung für rund 200 Menschen entstehen. Der Beginn des Bauvorhabens ist für 2016 angesetzt. In einer rund zweijährigen Bauphase soll das neue „Innstadt-Quartier“ fertig gestellt sein. Die Pläne dafür wurden erstmals im Januar 2015 vorgestellt. Die grundsätzlichen Vorhaben beinhalten Wohnkomplexe und eine Tiefgarage. Denkmalgeschützte Gebäude wie der Sommerkeller werden dabei vor Eingriffen geschützt.

Siehe Hauptartikel: Innstadt-Quartier (Passau)

Liste der Brauereidirektoren

Produktpalette

Ein Innstadt-Helles.

Standardsortiment

  • Original-Hell
  • Passauer Weiße (hell, dunkel, naturtrüb, hell-alkoholfrei)
  • Pilsener

Bügelsortiment

Alkoholfrei

  • Orangenlimo
  • Tafelwasser

Trivia

  • „...ein feiner Quell, wie er der Innstadt Brauerei entfließt.“ (Emerenz Meier, 1899)
  • Die Innstadt Brauerei verfügte noch 1970 als einzige Passauer Brauerei über ein Pferdegespann mit zwei Apfelschimmeln, die täglich ihren Lieferdienst versahen.
  • Bereits Adalbert Stifter fand Gefallen am Bier der Innstadt Brauerei und ließ 1865 seiner Frau einen halben Eimer davon mit dem Dampfschiff nach Linz schicken.
  • Die Innstadt-Brauerei liefert seit Ende 2007 ihre Bier-Spezialitäten auch nach Los Angeles.

Galerie

Kontakt

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Schmiedgasse 23
94034 Passau

Telefon: +49 851 389-0
Telefax: +49 851 389-55

E-Mail: info@innstadt.de
Internet: www.innstadt.de

Haltestelle Nächste Bushaltestelle: Passau, Schmiedgasse

Siehe auch

Literatur

Weitere Berichterstattung der PNP

Weblinks